Seit 10 Tagen gilt das neue Hundegesetz in Niedersachsen. Die Schonfrist, die bereits seit Juli 2011 für alle Hundebesitzer galt, ist somit vorbei. Seit dem 1. Juli 2013 müssen nun alle Hundebesitzer, die sich seit dem 1. Juli 2011 einen Vierbeiner angeschafft haben oder dies noch tun möchten, einen Sachkundenachweis, den sogenannten Hundeführerschein absolvieren.

Damit soll nachgewiesen werden, dass man über Erziehung und Haltung des Tieres Bescheid weiß und mit dem Hund umgehen kann. Außerdem muss jeder Hund, der zum jetzigen Zeitpunkt älter als 6 Monate ist, bis spätestens 1. August 2013 im neuen zentralen Hunderegister online unter www.hunderegister-nds.de, telefonisch oder schriftlich registriert werden. Hunde, die jünger als sechs Monate sind, müssen jeweils vor Vollendung des siebten Monats registriert werden.

Alle wichtigen Informationen zur Regristierung

Die Registrierung kostet online 17,26 EUR, telefonisch und schriftlich 27,97 EUR. Sie dient zur zügigen Ermittlung des Hundehalters und zur Identifizierung des Hundes, sollte es zu einem Unfall oder anderen Vorfällen kommen. Eine nochmalige Meldung im Zentralregister ist trotz Registrierung für die Hundesteuer nötig, da die vorher angegebenen Daten aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht übermittelt werden dürfen. Des Weiteren sind die neuen Informationen zu Hund und Besitzer ausführlicher als die vorher für die Hundesteuer festgehaltenen Angaben.

Alle wichtigen Informationen zur Sachkunde

Ausnahmen vom Sachkundenachweis gelten für alle Hundebesitzer, die zwischen 2001 und 2011 mindestens zwei Jahre lang einen Hund ohne Probleme und Zwischenfälle gehalten haben. Außerdem ausgenommen sind Tierärzte, Jäger, Betreiber und Mitarbeiter von Tierheimen sowie Blinden- und Begleithundeführer. In diesen Fällen muss man keinen Hundeführerschein machen und erspart sich so die hohen Kosten von teilweise über 200 EUR. Eine einheitliche Regelung für die Gebühren des Sachkundenachweises gibt es leider nicht. Jeder Prüfer kann die Gebühren selbst festlegen, weshalb diese stark variieren. Zu den Kosten für Registrierung und Sachkundenachweis kommen die Kosten für das Lernmaterial. Es gibt verschiedene Bücher im Rahmen von 10 bis 20 EUR, die von den Besitzern erworben und frei nach eigenem Ermessen durchgearbeitet werden können, bevor man die Prüfung ablegen möchte. Der Hundeführerschein ist in einen theoretischen und einen praktischen Teil untergliedert. Der theoretische Teil enthält 35 Multiple Choice - Fragen rund um die Hundehaltung, Gefahrensituationen, das Sozialverhalten von Hunden und Rechtsvorschriften für den artgerechten Umgang. Bei der praktischen Prüfung werden die theoretischen Kenntnisse in elf Übungen mit dem Hund geprüft. Diese Übungen finden an drei verschiedenen Orten statt: in einer ruhigen Gegend, in einem Gebiet mit anderen freilaufenden Hunden und in einer hektischen Umgebung mit vielen Menschen. An diesen Orten muss der Besitzer zeigen, dass er mit dem Vierbeiner umgehen kann und ihn unter Kontrolle hat. Der Hund muss Kommandos wie "Sitz" und "Platz" ausführen können. Die praktische Prüfung muss von neuen Hundehaltern spätestens ein Jahr nach Anschaffung des Vierbeiners absolviert werden. Hierbei ist wichtig zu wissen, dass sie tatsächlich nicht mit dem eigenen Hund, sondern auch mit einem fremden Vierbeiner absolviert werden kann. Die theoretische Prüfung für den Nachkundenachweis kann online oder aber schriftlich bei einem Prüfer vor Ort absolviert werden.

Eine Liste aller zertifizierten Prüfer finden Sie auf den Seiten des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Häufig sind Tierärzte, Mitarbeiter von Hundeschulen und Hundevereinen zur Prüfung befugt. Es müssen nicht alle Familienmitglieder einen Sachkundenachweis erbringen, sondern lediglich der/die Hundehalter. Diese tragen dann die Verantwortung, wenn sie ihren Vierbeiner an andere Personen zur Beaufsichtigung geben. Die Prüfung kann, so oft man will, wiederholt werden. Den Sachkundenachweis muss man nicht ständig bei sich tragen, sobald man mit dem Hund vor die Tür geht. Es reicht, wenn man ihn auf Nachfrage zuhause vorzeigen kann.

Foto: © DoraZett/fotolia.com

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