Es ist ein wahres Dilemma, doch manchmal geht es absolut nicht anders: Eine freilaufende Katze muss nach einem Umzug zum Stubentiger werden. Und damit sind sie oft - verständlicherweise - nicht einverstanden. Auch ich stehe aus privaten Gründen vor dem Problem, meinen Kater von meinem Elternhaus wieder aufnehmen zu müssen. Ein Tierheim kommt für viele und auch für mich nämlich erst einmal überhaupt nicht in Frage. Was also kann man tun, um einer Katze die Umstellung so einfach wie möglich zu machen?

Tipps für die Umstellung

Da hat mein Kater „Miu“ doch etwas doof geguckt, als aus dem Haus mit großem Garten eine 95-Quadratmeter-Dachgeschosswohnung wurde. Schwupps war der alte Herr (13 Jahre) unterm Bett verschwunden und traute sich nur hervor, wenn ich ebenfalls im Schlafzimmer blieb und ihm eine Zeit lang gut zuredete. Er aß wenig und ging nicht auf die Katzentoilette - zu groß war die Aufregung. Nach zwei Tagen hat sich das etwas gedreht: Er ist zu mir zutraulich wie eh und je und statt aufgeregt manchmal ganz schön gelangweilt. Jedes Maunzen vor der Haustür tut mir in der Seele weh und gerade nachts hält er mich damit auch ganz schön auf Trab. Ich wollte wissen, was man in so einer Situation für die Katze tun kann:

  • Spielen: Während eine freilaufende Katze draußen ihren Jagdtrieb ausleben kann, ist es in der Wohnung auf einmal ziemlich öde. Also muss man sich genug Zeit nehmen und täglich mit verschiedenen Spielzeugen den Tiger in ihr wecken. Dazu nimmt man am besten alte, bekannte Spielzeuge, weil Katzen die Vertrautheit lieben. Mein alter Kater verlor jedoch regelmäßig nach kurzer Zeit die Lust am Spielen, bis ich mit einem duftenden, sogenannten Schmusekissen ankam und ihn hellauf begeisterte. Das kleine mit Baldrian gefüllte Kissen hat eine anregende Wirkung - mein Kater war stundenlang beschäftigt damit zu spielen oder es abzuschlecken. Ein Tipp: Das andere Spielzeug mit ein wenig Katzenminze besprühen, hat ihn ebenfalls etwas angeregt, wenn auch nicht so wie das Schmusekissen.
  • Der richtige Kratzbaum: Die Bewegung der Katze ist natürlich eingeschränkt, deswegen muss man als Besitzer für einen geeigneten Kratzbaum mit Klettermöglichkeiten sorgen. Die Größe kommt dabei auf die Wohnverhältnisse an, kann er vielleicht wie bei mir zusätzlich an Holzbalken herumklettern oder ist es eher eine kleine Wohnung? Ein Baum aus Naturholz ist empfehlenswert, weil es an echte Bäume erinnert, aber kein Muss. Zudem muss man Alter und Größe der Katze beachten. Meinem Senior-Kater habe ich einen mit extra leichtem Stufenaufgang gekauft, weil er nicht mehr so hoch springen kann wie junge Kitten. Auch die Versteckmöglichkeiten sind für einige Katzen nichts, da sie schlichtweg zu groß für die Löcher sind. Hier hilft es übrigens ebenfalls ihn zu Anfang mit Katzenminze einzusprühen. Mein Kater hat ihn danach geliebt!
  • Futter: Hier gilt nicht zu viel umzustellen. Alt bekanntes Futter ist gerne gesehen und kann nur mit einer sich leicht steigernden Mischung aus neuem Futter umgestellt werden. Durch die geringere Bewegung muss nun darauf geachtet werden nicht zu viel Futter zu verabreichen. Fragen Sie dazu am besten einen Tierarzt.
  • Katzenkl: Wenn die Katze häufig ihr Geschäft draußen verrichtet hat, muss sie wieder an ein Katzenklo gewöhnt werden. Der Umzugsstress kann zusätzlich dazu beitragen, dass die Katze ihr Geschäft an anderer Stelle verrichtet. Ein kleiner Trick, um das Katzenklo schmackhafter zu machen: Am Anfang etwas Gras und Erde unter das Streu mischen.
  • Eine zweite Katze: Die Gesellschaft einer zweiten Katze kann Wunder wirken. Dabei ist es wichtig, dass sich beide annähernd in einem gleichen Alter befinden. Ein Senior hat wenig Lust in seinem Alter noch ein kleines Kätzchen zu erziehen. Es kann aber auch nach hinten losgehen, wenn sich eine Katze bedroht fühlt!

Weitere Eingewöhnungshilfen

Es gibt Pheromonstecker, die in einer Steckdose platziert angenehme und beruhigende Duftstoffe für die Katze aussenden. Ich werde das in jedem Fall ausprobieren. Außerdem war Miu ganz verrückt auf meine Zimmerpflanzen - ich habe deswegen Katzengras und Gras-Drops für ihn besorgt. Wenn Sie einen Balkon haben, sollten Sie ihn mit einem Katzennetz sichern und Ihren Schnurrer unbedingt raus lassen. Außerdem: Gerade in der Anfangszeit bin ich sehr darauf bedacht, dass er nicht zu lange alleine ist, gerade jetzt ist er noch besonders empfindlich. Nach ein paar Wochen sollte man eine Vorsorge-Untersuchung beim Tierarzt machen. Die Kosten werden sogar durch eine Katzenkrankenversicherung gedeckt, so dass Sie sorglos überprüfen lassen können, ob die Katze die Umstellung vertragen hat. Leider heißt es ansonsten Geduld haben. Es braucht Zeit bis die Katze sich umgewöhnt und sich Ihrem Rhythmus anpasst. Auch ich schlage mir zur Zeit noch die Nächte um die Ohren, weil mein Kater erst um 2 Uhr morgens so richtig aktiv wird. Mit der Zeit ist es allerdings schon etwas besser geworden. Sein Lieblingsplatz ist aber immer noch das Versteck unterm Bett.

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