Die Katze ist noch vor dem Hund ganz klar das beliebteste Haustier Deutschlands. Auch wenn Hunde treue Gefährten sind, benötigen sie doch auch wesentlich mehr Beschäftigung und sind somit pflegeintensiver. Katzen tollen hingegen auch gerne als Einzelgänger oder zu zweit durch die Wohnung und die Umgebung. Leider verstehen die Samtpfoten bei weitem nicht alle Konzepte in einem menschlichen Haushalt. Dies birgt mitunter einige Unfallgefahren. In diesem Artikel möchten wir Ihnen einige gängige Gefahrenquellen vorstellen.

Gefahrenquelle: Balkon

Katzen lieben die Freiheit und tollen gerne im Freien herum. Gerade Hauskatzen sind deshalb häufig auf der Suche nach Wegen ins Freie. Ein Balkon bietet dabei eine tolle Möglichkeit, ohne richtigen Freigang trotzdem frische Luft zu schnappen. Liegt er ziemlich niedrig, ist auch die Gefahr gering, dass Ihrer Katze bei einem Sprung etwas passiert. Liegt er höher, bestehen jedoch erhebliche Gefahren: Samtpfoten können beim Balancieren auf dem Geländer in die Tiefe stürzen und sich verletzten. Aus diesem Grund ist eine entsprechende Absicherung des Balkons, beispielsweise mit einem Katzennetz, sinnvoll, damit dem geliebten Haustier nichts passiert.

Gefahrenquelle: Gekippte Fenster

Auch wenn sich Stoßlüften mit komplett geöffnetem Fenster mittlerweile als wesentlich effektiver herausgestellt hat, finden sich in Haushalten auch heute noch sehr viele Fenster in der Kippstellung. Diese machen Katzen neugierig und bergen eine große Gefahr. Die Samtpfoten betrachten den Spalt als Ausgang und können beim Versuch, herauszuklettern, stecken bleiben. Dies zieht mitunter schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich:

  • Massive Quetschungen
  • Organverletzungen durch Quetschungen
  • Mögliche Beschädigungen der Wirbelsäule
  • Lähmungen durch Unterbrechung der Blutversorgung

Dieser Symptomkomplex wird in der Tiermedizin mittlerweile als sogenanntes Kippfenster-Syndrom bezeichnet. Daher gilt: Wenn Sie das Haus verlassen, sollten sich keine Fenster in der Kippstellung befinden. So werden die Stubentiger nicht in Versuchung geführt und können sich nicht verletzen.

Gefahrenquelle: Heiße Oberflächen

Katzen verstehen das Prinzip der übermäßigen Hitze nicht sofort. Aus diesem Grund kann es leider in einigen Alltagssituationen zu Verbrennungen kommen:

  • Herdplatte: Die Katze tappst auf die heiße Herdplatte, während die Familie nach dem Kochen im Esszimmer sitzt und gemeinsam isst. Sehr schnell sind die Pfötchen verbrannt, was auch langfristige Beeinträchtigungen nach sich ziehen kann. Um dies zu vermeiden, sollte Ihre Samtpfote am besten spätestens nach dem Kochen aus der Küche verbannt werden. Eine weitere Sicherungsmaßnahme kann darin bestehen, in einen Topf etwas kaltes Wasser laufen zu lassen und diesen auf die noch heiße Herdplatte zu stellen.
  • Bügeleisen: Nach dem Bügeln benötigt das Bügeleisen einige Zeit, um vollständig abzukühlen. Auch das kann sich für eine Katze als verhängnisvolle Falle erweisen. Aus diesem Grund ist es wichtig, das heiße Bügeleisen so abzustellen, dass Ihre Samtpfote keinen Zugang hat. Hier sollten Sie zudem darauf achten, dass Ihre Katze das Bügeleisen beim Spielen nicht herunterreißen kann.

Gefahrenquelle: Kabel

Kabel scheinen Katzen geradezu magisch anzuziehen, dies birgt leider ganz unterschiedliche Probleme:

  • Stromschläge: Sollte Ihre Katze ein Kabel wirklich durchbeißen, könnte sie einen Stromschlag bekommen. Verbrennungen und auch Herzprobleme sind mögliche Folgen eines solchen Unfalls.
  • Vergiftungen: Kabelisolierungen sind aus Plastik, das ist wiederum nicht gesund. Im schlimmsten Fall vergiftet sich Ihre Katze daran.

Um etwaige „Zusammenstöße“ zwischen Kabeln und der eigenen Katze im Haus zu verhindern, lassen sich verschiedene Strategien anwenden:

  • Der Katze andere Alternativen bieten (tierischer Spielgefährte, interessantes Spielzeug)
  • Nach Möglichkeit Kabel wegräumen
  • Klebestreifen als Kabelsicherung
  • Kabelkanäle verwenden
  • Fernhaltesprays mit entsprechenden Duftnoten

Gefahrenquelle: Pflanzen

Katzen sind von Natur aus neugierig und knabbern auch gerne einmal Pflanzen an. Oft ist dies nicht sonderlich problematisch, jedoch gibt es einige Pflanzen, die für Stubentiger giftig sind. Dazu gehören unter anderem:

  • Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima)
  • Wolfsmilch
  • Tollkirsche
  • Stechapfel
  • Robinie

Diese Liste ist keinesfalls abschließend. Katzenhalter sollten deshalb prüfen, welche Zimmerpflanzen sich in der Wohnung befinden und für die Katze eine Gefahr darstellen. Wenn Ihre Samtpfote in den Garten darf, muss der gleiche Check auch für die eigene Grünanlage erfolgen. Vergiftungen sind für Katzen nicht nur unangenehm, sondern können mitunter tödlich enden. Ähnliches gilt auch für Dünger.

Gefahrenquelle: Wollknäuel

Auch wenn die Katze mit dem Wollknäuel fast schon sprichwörtlich erscheint, stellt Wolle eine große Gefahr für die Samtpfoten dar. Ein verschluckter Wollfaden kann zu zu erheblichen Verletzungen im Bereich der Gedärme führen. Auch ein Verheddern in den Wollfäden kann Verletzungen verursachen. In diesen Fällen sollten Sie sofort einen Tierarzt aufsuchen. Vermeiden Sie also grundsätzlich das Spielen mit Wolle.

Fazit

Vor der Anschaffung einer Hauskatze bedarf es einiger Vorsichtsmaßnahmen und Überlegungen, um das Zusammenleben so einfach und vor Allem so sicher wie möglich zu gestalten. Mit ein paar Sicherheitsvorkehrungen steht einem entspannten Zusammenleben nichts mehr im Wege.

Foto: © slavnicov/fotolia.com

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