Diensthündin Hedda hat ihre gesamte Karriere mit ihrem Hundeführer Robin Koch verbracht. Für diesen Artikel unserer Serie „Vom Militärdiensthund zum Weltenbummler“ hat uns Robin Koch von den Herausforderungen in Ausbildung und Beruf eines Hundeführers und seiner Diensthündin erzählt. Erfahren Sie Interessantes über das Leben der Militärhunde und Hundeführer.

Inhaltsverzeichnis:


Militärhunde als beliebte Kameraden

Robin Koch begann seine Dienstzeit im Januar 2005 mit seiner Verpflichtung für zwölf Jahre als Zeitsoldat. Bereits während seiner Ausbildung zum Feldjägerstreifenführer und Feldwebel wurde der Wunsch, Hundeführer in einem eingeschworenen Team mit vierbeinigem Kameraden zu werden, groß – die Ausbildungsplätze waren jedoch rar. Trotz des geringen Angebots bei der Militärpolizei gelang es ihm nach mehreren Tests, eine der begehrten Stellen zu ergattern und direkt im Anschluss an seine Feldjägerausbildung seine Ausbildung zum Hundefüher an der Hundeschule in Ulmen anzutreten.

Ausbildungsverlauf für Militärhunde

Die Ausbildung für Militärhunde ist in zwei Bereiche geteilt, die jeweils viereinhalb Monate umfassen. Der erste Lehrgang beinhaltet die Schutzdienstausbildung, während im zweiten Abschnitt die Spürausbildung mit einer Spezialisierung auf entweder Rauschgift oder Sprengstoff erfolgt. Der erste Lehrgang beginnt mit vielen theoretischen Unterrichtungen. Dazu gehören die Wesensgrundlagen der Hunde, das Arbeiten am Hund, der Tierschutz, das Durchführen von Erste-Hilfe-Maßnahmen sowie rechtliche Einsatzgrundsätze. In dieser Zeit wird zudem bereits eine Bindung zwischen Mensch und Hund aufgebaut: Gemeinsame Spaziergänge, Spiele und weitere Maßnahmen wie Putz- und Pflegedienst und das Füttern ermöglichen ein gutes Kennenlernen. Nach einem letztmaligen Check beim Veterinär geht es dann in die direkte Ausbildung mit dem Hund, in der unter anderem getestet wird, inwiefern schon eine Bindung vorhanden ist und ob beispielsweise der Hund seinem Hundeführer auch ohne Leine folgt. Der weitere Lehrgang ist von Training in der Unterordnung der Militärhunde und dem Schutzdienst geprägt. Das beinhaltet das Führen mit und Beibringen von Kommandos, ein Training in Geschossgleichgültigkeit, Verteidigung in einer Vielzahl von Situationen sowie das Stöbern nach Personen und das Ausfindigmachen bzw. die Stellung dieser. Nach sechs Wochen erfolgen eine theoretische und eine praktische Zwischenprüfung, nach deren Bestehen die Diensthunde zum ersten Mal mit dem Hundeführer nachhause fahren dürfen. Während und zum Abschluss des Lehrgangs erfolgen eine Vielzahl an Prüfungen.

Der zweite Teil, der Spürlehrgang, war bei Robin Koch und Hedda auf das Erlernen der Drogensuche ausgerichtet. Mit komplexen Übungen wurde mehrmals am Tag unter verschiedensten Bedingungen trainiert, wobei Hedda zunächst Schwierigkeiten aufwies. Das hätte fast das Ende des Teams bedeutet, da Robin Koch ohne sichtbare Verbesserung ein anderer Militärhund zugeteilt worden wären. Doch statt aufzugeben und seine liebgewonnene Hedda zu verlieren, hat er alles darangesetzt, Hedda mit Spiel und Spaß zur Suche zu motivieren – mit Erfolg, denn letztlich haben beide die Prüfungen sehr gut abgeschlossen.

Belgische Schäferhunde sind klassische Militärhunde

Heddas Rasse war eher eine Besonderheit: Sie war die einzige deutsche Schäferhündin in der Ausbildungsgruppe zwischen belgischen Schäferhunden. Ein belgischer Schäferhund ist eher triebstark, besonders arbeitsbereit und dadurch zwar hektischer und etwas schwerer zu händeln, kommt jedoch besonders häufig zum Einsatz. Deutsche Schäferhunde dagegen sind eher etwas ruhiger im Auftreten, besser zu führen und weniger triebstark, weshalb Hündinnen wie Hedda etwas seltener genutzt werden. Vereinzelt gab es auch Labrador Retriever.

Strenge Regeln für Teams mit Militärhunden

Dass Hedda und Robin Koch ihre gesamte Laufbahn miteinander verbringen durften, ist keine Selbstverständlichkeit. So konnten im ersten Lehrgang, dessen Gruppe aus sechs Soldaten bestand, einige Teams nicht bestehen bleiben: Grauer Star beim Hund riss ein Team auseinander, ein Hundeführer wurde als nicht geeignet beurteilt und ein Team funktionierte zusammen nicht, sodass sie neu zugeteilt werden mussten. Für Robin Koch und Hedda war eine Trennung keine Option, da sie sich bereits auf den ersten Blick verstanden hatten. Während einige Teams von den Ausbildern einfach zugeteilt wurden, bekam Robin Kochs Gruppe die Möglichkeit, sich selbst untereinander zu einigen. Als Hedda und Robin Koch sich das erste Mal sahen, war von Anfang an eine Vertrautheit vorhanden. Hedda wich ab diesem Zeitpunkt ihrem zukünftigen Hundeführer nicht mehr von der Seite. Und bereits beim ersten Spaziergang versprach Robin Koch der Hündin, immer für sie da zu sein und auf sie aufzupassen.

Militärhunde als treue Begleiter

Die Militärhunde und die Hundeführer nähern sich während der Ausbildung schrittweise an. Zunächst sind die Vierbeiner in der Hundeschule untergebracht, sodass sich die Teams nur während der Ausbildung sehen. Nach sechs Wochen und der bestandenen ersten Prüfung durfte Hedda schließlich das erste Mal mit nach Hause. Von da an war Hedda nicht nur Robin Kochs Begleiterin im Beruf, sondern auch im privaten Alltag.

Wie es mit Heddas Geschichte weitergeht, lesen Sie im nächsten Teil unserer Reportage, der bald im Online-Magazin erscheint.

Foto: © Robin Koch

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