Ist das nun zu viel, zu wenig, oder genau die richtige Menge an Futter? Die Frage kann einen schnell verunsichern, schließlich kann es recht kompliziert wirken, den richtigen Futterbedarf von Katzen einzuschätzen. Darum haben wir für Sie zusammengefasst, welche Portionen Ihr Stubentiger am liebsten hat und wie Sie die Futtermenge bei Katzen einschätzen können.


Inhaltsverzeichnis:


Futtermenge bei Katzen: Fressgewohnheiten der „Snacker“

Während die Futtermenge beim Hund auf ein bis drei Mahlzeiten pro Tag verteilt werden kann, bevorzugen Katzen viele, kleine Mahlzeiten; idealerweise nimmt ein Stubentiger mehr als zehn Imbisse am Tag zu sich. Die Fressgewohnheiten unserer daher auch gerne „Snacker“ genannten Vierbeiner sind wahrscheinlich auf die Vorgänger unserer Hauskatzen zurückzuführen, die durch die Jagd an unregelmäßige, kleine Mahlzeiten gewöhnt sind. Da scheint es doch zunächst die beste Lösung zu sein, Ihrer Samtpfote kontinuierlich Futter anzubieten. Viele Halter:innen wählen daher bei der Entscheidung zwischen Trocken- oder Nassfutter häufig ersteres. Trockenfutter verdirbt schließlich nicht so schnell, kann jedoch aufgrund seiner hohen Kaloriendichte und seinem mangelndem Flüssigkeitsgehalt wiederrum zu anderen Schwierigkeiten führen und im Zweifelsfall sogar noch „unnatürlicher“ sein kann, als regelmäßige Fütterungszeiten. Auch ist es manchmal nicht möglich, durchgängig Futter anzubieten – manche Stubentiger würden zu viel fressen, einige mögen nur „frisches“ Essen und bei mehreren Haustieren kann es zu einer ungleichen Verteilung des Futters kommen. Welche Fütterungsvariante für Ihre Katze die beste ist, müssen Sie individuell herausfinden, idealerweise mit tierärztlicher Beratung. Während beispielsweise für trinkfaule Stubentiger Feuchtfutter – mit mindestens drei Mahlzeiten am Tag – sinnvoll sein kann, eignet sich für andere Vierbeiner ein Futterautomat, der viele kleine Portionen ausgibt, wofür sich wiederum Trockenfutter eignen würde. Grundsätzlich ist es immer wichtig, genau auf die Inhaltsstoffe zu achten, die Futtermenge zu kontrollieren und möglichst viele, kleine Mahlzeiten anzubieten.  

Einflussfaktoren auf die Futtermenge bei Katzen

Als grober Richtwert für die tägliche Futtermenge bei Katzen werden häufig 300 Gramm Feuchtfutter genannt – diese Zahl ist jedoch auf die individuellen Bedürfnisse des Tieres abzustimmen und an die Kaloriendichte anzupassen: Je kalorienhaltiger das Futter, um so kleiner die tägliche Futtermenge. Darum sollte man von Trockenfutter immer deutlich weniger füttern als von Nassfutter – hier ist das Futter in seiner Kalorienmenge durch die entzogene Flüssigkeit besonders hoch konzentriert. Der Kalorienbedarf der Katze ist von Faktoren wie beispielsweise dem Alter, der Größe und dem Aktivitätslevel abhängig. So hat ein Freigänger in der Regel einen höheren Kalorienbedarf, während eine Wohnungskatze eher zu Übergewicht neigt. Bei Stubentigern kann zusätzlich zur richtigen Futtermenge daher geprüft werden, wie viel Bewegung das Tier hat und die Aktivität gegebenenfalls angepasst werden.

Die Futtermenge berechnen

Eine Faustregel für die Berechnung des Kalorienbedarfs einer Katze berechnet sich aus dem Körpergewicht des Tieres, das je nach Aktivitätslevel mit 60 (bei wenig Bewegung), 70 (bei mittlerer Bewegung) oder 80 (bei viel Bewegung) multipliziert wird. Zum Beispiel hat eine aktive, vier Kilogramm schwere Freigänger-Katze dementsprechend einen täglichen Kalorienbedarf von ungefähr 320 (also 4x80) Kilokalorien. Sollte auf dem Katzenfutter keine Kalorienangabe zu finden sein, bleibt Ihnen die Fütterungsempfehlung des Herstellers oder der Rat Ihrer Tierärztin oder Ihres Tierarztes. Wichtig ist in jedem Fall, dass auch Leckerlis und Katzensnacks in die gesamte Futtermenge bei Katzen miteinkalkuliert werden. Mit reinem Kalorien-Zählen ist es aber natürlich nicht getan: Wichtig – und häufig herausfordernder – ist die richtige Versorgung mit Nährstoffen. Das heißt, dass die richtige Futtermenge auch davon beeinflusst wird, wie ausgewogen die Ernährung ist. Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt können Ihnen bei Unsicherheiten immer weiterhelfen und mögliche Defizite in der Nährstoffversorgung bemerken.

Das Katzenbaby: Futtermenge bei Katzen anpassen

Kleine Kitten müssen noch wachsen und können daher kaum zu viel fressen. Worauf Sie hier jedoch besonderen Wert legen sollten, ist die Zahl der Mahlzeiten. Füttern Sie ihr hungriges Katzenbaby möglichst oft, damit sein kleiner Magen nicht von zu großen Portionen überlastet wird und das Kleine trotzdem kontinuierlich zulegt. Spezielles Kittenfutter ist besonders auf die Bedürfnisse des heranwachsenden Stubentigers zugeschnitten – informieren Sie sich, welches Futter am besten geeignet ist und wie Sie Katzenbabys richtig versorgen. Außerdem sollte die Futtermenge bei trächtigen Katzen erhöht werden. Eine Katzenmutter versorgt schließlich während der Trächtigkeit und beim Säugen nicht nur sich, sondern auch noch ihre Jungen.

Im Gegensatz dazu ist der Futterbedarf von Katzen, die sich dem Seniorenalter nähern, in der Regel etwas geringer. Die älteren Damen und Herren bewegen sich häufig weniger und ihr Stoffwechsel verlangsamt sich, weshalb sie weniger Kalorien verbrauchen. Generell lohnt es sich, sich zu gegebener Zeit ausführlich mit den veränderten Ansprüchen und dem geeigneten Katzenfutter für alte Katzen auseinanderzusetzen.

Fütterungsempfehlung bei Katzen

Wie Sie sehen, gibt es keine pauschale „richtige“ Futtermenge bei Katzen, an die Sie sich genau halten können. Stattdessen sollten Sie Ihrem Liebling so viel Aufmerksamkeit schenken, dass Sie Gewichtsveränderungen bemerken und beobachten, wie aktiv Ihre Katze ist. Außerdem lohnt es sich, qualitativ hochwertiges Futter zu finden, das Ihre Katze mit den richtigen Nährstoffen versorgt. Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt kann Ihnen bei Unsicherheiten individuellen Rat geben – er oder sie hat auf jeden Fall Übung darin, den Futterbedarf von Katzen einzuschätzen. Eine tierärztliche Untersuchung ist außerdem dann angebracht, wenn Ihr Liebling unerklärlich schnell zu- oder abnimmt, da die Aktivität, der Appetit und das Gewicht mit Erkrankungen zusammenhängen können.

Dieser Artikel wurde geprüft von Tierärztin Melanie Ahlers.

Foto: © alho007/Adobe Stock

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