Es wird empfohlen, Hunde und Katzen gegen die wichtigsten Infektionskrankheiten zu impfen. Zu ihrem Schutz, aber auch zum Schutz anderer Tiere oder Menschen. Die Impfintervalle sind von dem jeweiligen Impfstoff und der Herstellerempfehlung abhängig.


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Wie werden Impfintervalle bei Hunden und Katzen ermittelt?

Impfintervalle nennt man die Abstände zwischen zwei Impfungen gegen den selben Erreger. Sie richten sich nach den jeweiligen Impfstoffen und den dazugehörigen Zulassungen und Herstellerempfehlungen. Einige Hunde- und Katzenimpfungen müssen schon ein Jahr nach abgeschlossener Grundimmunisierung wiederholt werden, andere erst nach zwei bis drei Jahren. 

Ihr Tierarzt darf grundsätzlich nur zugelassene Impfstoffe bei Ihrem Hund oder Ihrer Katze einsetzen. Diese Zulassung wird von Bundesamt für Sera und Impfstoffe oder auf europäischer Ebene von der European Medicines Agency erteilt – das sind hochrangige spezialisierte Einrichtungen. Sie prüfen die wissenschaftlichen Daten, die die Impfstoffhersteller in zahlreichen Studien ermittelt haben. Nur wenn ein Impfstoff wirksam UND sicher ist, wird die Zulassung erteilt. In ihren Studien müssen die Impfstoffhersteller auch untersuchen und darlegen, wie lange nach einer Impfung ein Impfschutz besteht. Entsprechende Tests werden meistens über mehrere Jahre durchgeführt, um die effektivsten Impfintervalle zu ermitteln. Sie werden dann so festgelegt, dass nach einem bestimmten Zeitraum bei allen getesteten Tieren noch ein sicherer Impfschutz besteht. Das kann bedeuten, dass einzelne Tiere nach einer Impfung mitunter länger geschützt sind. Wenn sie jedoch in einer großen Gruppe eher die Ausnahme darstellen, ist es sicherer für alle Tiere, wenn ein kürzeres Impfintervall vorgegeben wird.

Die Hersteller kontrollieren ihre Impfstoffe regelmäßig und versuchen, sie zu verbessern. Daher kann es sein, dass sich die Impfintervalle verändern. Die Hersteller lassen den Tierärzten dann die neuesten Informationen und Empfehlungen zukommen, damit diese immer auf dem neusten Stand bleiben. Eine wichtige Grundlage, um Wirkstoffe zu verbessern und anzupassen, ist das Feedback aus der Praxis. Sie sollten daher bei unerwünschten Reaktionen auf eine Impfung oder andere Medikamente immer Ihren Tierarzt kontaktieren, damit er diese Information an den Arzneimittelhersteller weitergeben kann.

Impfintervalle bei Hunden und Katzen: Impfstoffe und Impfintervalle

Sowohl bei Hunden als auch bei Katzen gibt es verschiedene Krankheiten, gegen die geimpft wird. Impfungen sind grundsätzlich keine Pflicht, allerdings gibt es einige Krankheiten gegen die Ihr Vierbeiner geschützt werden sollten. Es gibt auch Erreger, die vom Tier auf den Menschen übertragbar sind oder umgekehrt – sogenannte Zoonosen. Andere Erkrankungen sind von Tier zu Tier hochansteckend oder können für Ihren Liebling lebensbedrohlich sein. Eine Impfung dient daher nicht nur dem Schutz Ihres Vierbeiners, sondern auch Ihnen und anderen Tieren.

Bei den Impfungen wird zwischen Core- und Non-Core Impfungen unterschieden. Core-Impfungen gehören zum Grundschutz jeden Tieres (zum Beispiel Tollwut) und können einzeln oder in Kombination verabreicht werden. Die Non-Core Impfungen schützen vor Krankheiten, die unter besonderen Umständen bedrohlich sein können (zum Beispiel Borreliose).

Impfintervalle bei Hunden und Katze: Grundimmunisierung 

Bevor Hunde und Katzen nach den empfohlenen Impfintervallen der Hersteller geimpft werden können, müssen sie erstmal grundimmunisiert werden. Erst danach erfolgen die Wiederholungsimpfungen. Die Grundimmunisierung sollte bei Welpen und Kitten bereits ab der achten Lebenswoche erfolgen. Bei manchen Impfstoffen, wie Tollwut, allerdings erst ab der 12. Lebenswoche. Die Impfungen werden meistens dreimal, in einem Abstand von vier Wochen wiederholt. Nach einem Jahr – also im Alter von 15 Monaten – erfolgt dann eine erneute Impfung und die Grundimmunisierung ist abgeschlossen.

Die Grundimmunisierung ist von großer Bedeutung und dient dazu, einen belastbaren Schutz gegen die häufigsten und gefährlichsten Infektionskrankheiten herzustellen. Direkt nach der Geburt befinden sich im Körper der Hunde- und Katzenwelpen noch mütterliche Antikörper, die sie vor den Krankheiten schützen. Diese sind für die Welpen allerdings körperfremd und werden innerhalb von 10 Tagen abgebaut. In dieser Zeit kommt es zu einer sogenannten immunologischen Lücke: Dabei ist die Menge der mütterlichen Antikörper so gering, dass sie die Welpen nicht mehr richtig schützen, aber hoch genug um trotzdem die Wirkung einer Impfung zu verhindern. Deswegen kann erst mit der Grundimmunisierung begonnen werden, sobald diese abgebaut werden. Da der direkte Zeitpunkt nur schwer festgestellt werden kann, werden die Impfungen wiederholt. So soll ein verlässlicher Impfschutz entstehen.

Impfintervalle bei Hunden und Katzen: Wiederholungsimpfung 

In den Folgejahren sind Wiederholungsimpfungen vorzunehmen, deren Impfintervall vom Hersteller festgelegt ist. Allerdings können bestimmte Faktoren ein Grund sein, die Impfintervalle bei Hunden und Katzen anzupassen, beispielsweise, wenn der Erreger in der Umgebung sehr häufig vorkommt  und ist sehr ansteckend ist. Sollten Sie sich nicht genau sicher sein, wann Ihr Tier das nächste Mal geimpft werden muss, können Sie einen Blick in den Impfpass Ihres Tieres werfen. Auf der Seite mit der letzten Impfung steht, wie lange sie gültig ist. Die meisten Tierärzte erinnern die Haustierbesitzer daran, indem Sie kleine Erinnerungs-Kärtchen in die Impfausweise stecken oder Postkarten verschicken. Um einen Überblick über alle Termine Ihres Vierbeiners zu behalten, bieten wir Ihnen außerdem unseren Tiergesundheitskalender zum Download an.

Impfstoffe und Impfintervalle bei Hunden (nach abgeschlossener Grundimmunisierung): 

Impfstoff

Impfintervalle

Leptospirose

jährlich

Tollwut

alle zwei bis drei Jahre*

Staupe

alle drei Jahre 

Parvovirose

alle drei Jahre

Ansteckende Leberentzündung (HCC)

alle drei Jahre

*je nach Hersteller

Die oben genannten  werden teilweise einzeln und teilweise als Kombi-Impfstoff verabreicht – je nach Impfschema. Ob sie andere Impfungen wie Zwingerhusten oder Canines Herpesvirus regelmäßig wiederholen müssen, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Beispielsweise sollte vor allem dann geimpft werden, wenn ein hoher Infektionsdruck zu erwarten ist oder die Hündin gedeckt werden soll. Es empfiehlt sich im Allgemeinen ein jährliches Impfgespräch mit dem Tierarzt, um einen individuellen Impfplan für Ihren Liebling zu erstellen.

Impfstoffe und Impfintervalle bei Katzen (nach abgeschlossener Grundimmunisierung):

Impfstoff

Impfintervalle

Katzenschnupfen (Felines Herpesvirus)

alle ein bis drei Jahre*

Katzenschnupfen (Felines Calicivirus)

alle ein bis drei Jahre*

Katzenseuche (Feline Panleukopenie)

alle drei Jahre 

Tollwut

alle drei Jahre

*je nach Hersteller    

Die oben genannten Katzenimpfungen können teilweise einzeln und teilweise in einer Kombi-Impfung verabreicht werden. Ob weitere Impfungen, beispielsweise gegen Chlamydia felis oder Bordetella bronchiseptica angezeigt sind, sollte bei einem jährlichen Impfgespräch mit dem Tierarzt besprochen werden. Ist ein erhöhtes Ansteckungsrisiko zu erwarten, beispielsweise wenn Ihre Katze  eine Tierpension besuchen oder gedeckt werden soll, sind bestimmte Impfungen empfohlen und teilweise auch von den verschiedenen Einrichtung vorgegeben.

Impfintervalle bei Hunden und Katzen: Impfkosten

Wie hoch die Kosten für eine Impfung bei Hunden und Katzen genau sind, hängt von den durchzuführenden Impfungen ab. In der Regel können Sie aber damit rechnen, dass sich die Impfkosten zwischen 40 bis 100 Euro belaufen. Informieren Sie sich am besten direkt bei Ihrem Haustierarzt. Hunde- und Katzenbesitzer, die sich vor hohen Tierarztkosten schützen möchten, sollten eine Hundekrankenversicherung bzw. Katzenkrankenversicherung für ihr Tier abschließen. 

Dieser Artikel wurde geprüft von Tierärztin Melanie Ahlers.

Foto: © AGILA Haustierversicherung