Dass Katzen, aber auch Hunde, in Deutschland an Tollwut erkranken, ist extrem selten und unwahrscheinlich. Denn durch gezielte Impfaktionen für Füchse, deren Bisse als Hauptüberträger gelten, konnte die tödlich verlaufende Krankheit hierzulande fast komplett ausgerottet werden. Und auch die Impfung für Haustiere hat zu dieser positiven Entwicklung beigetragen. Trotzdem ist natürlich Vorsicht geboten, wenn Sie das Gefühl haben, dass sich Ihr Stubentiger anders als sonst verhält und plötzlich mehrere Krankheitssymptome aufweist. Und auch wenn Sie Anzeichen bei anderen Katzen bemerken, empfiehlt es sich, die Besitzer anzusprechen oder den Fall zu melden.

Krankheitsverlauf

Die fatale Krankheit verläuft bei Katzen in drei Stadien, die jeweils durch verschiedene Symptome gekennzeichnet sind. Zuerst einmal reagieren die Vierbeiner plötzlich stark gereizt oder aber extrem zutraulich. Dazu kommt manchmal ein erstes Fieber. In der zweiten Phase könnten Ihnen folgende Anzeichen auffallen:

  • Bewegungsprobleme
  • Starker Speichelfluss
  • Aggression und Gereiztheit
  • Zittern

Zum Ende der Krankheit hin leidet die Katze unter fast vollständiger Paralyse und Schüttelkrämpfen, wobei ein komisches Benehmen wie Gereiztheit aufgrund der Kraftlosigkeit stark abnimmt. Nichtsdestotrotz kann es noch zu rasendem, also aggressivem und aufgebrachtem, Verhalten kommen. Beobachten Sie also irgendwelche der oben genannten Anzeichen und insbesondere Symptome der Endstadien, müssen Sie Ihre Katze sofort zum Arzt oder Veterinäramt bringen. Dann ist dem Tier leider nicht mehr zu helfen und das Einschläfern ist das Beste, was Sie noch tun können. Achten Sie auch darauf, keine offensichtlich kranken Tiere – also solche, die bereits Lähmungserscheinungen oder übertriebenen Speichelfluss aufweisen – anzufassen. Eine Übertragung auf den Menschen sowie andere Tiere ist möglich. Denn tückisch ist die Tollwut bei Katzen hauptsächlich dadurch, dass die erste Phase nicht so ausgeprägt und eindeutig wie beispielsweise bei Hunden verläuft. Vielmehr kommt es nur gelegentlich zu Fieber und auch bei starker Zutraulichkeit würden viele nicht zuerst auf ein Krankheitssymptom schließen.

Impfung nicht vergessen

Der einfachste Weg zur Vorbeugung gegen die unwahrscheinliche, aber dennoch nicht zu unterschätzende Krankheit ist eine Impfung. Besonders für Katzen mit Freilauf und solche, die ab und an in Pensionen gegeben werden, empfiehlt sich diese Maßnahme. Da viele Pensionen und Tierheime einen Impfpass fordern, ist es aber ohnehin wichtig, an die regelmäßige Impfung zu denken. Viele argumentieren dabei, dass die fast gänzliche Ausrottung der Krankheit heutzutage eine Schutzimpfung erübrigt. Trotzdem stellt sie den einzigen Weg dar, eine Katze, die anderen tollwutkranken Tieren ausgesetzt wurde, vor dem Tod zu bewahren. Ungeimpfte Tiere müssen sofort eingeschläfert werden.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

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