Ihre Katze niest vermehrt und möchte nicht so richtig fressen? Dahinter könnte ein Katzenschnupfen stecken. Im folgenden Artikel haben wir die wichtigsten Informationen über diese Erkrankung zusammengefasst und erklären Ihnen auch, wie Sie Ihre Katze am besten davor schützen können.


Inhaltsverzeichnis:


Was ist Katzenschnupfen?

Katzenschnupfen ist leider nicht so harmlos, wie er sich vielleicht anhört. Dabei handelt es sich um eine ernstzunehmende Infektionskrankheit, bei der meist Nase, Maul und Augen betroffen sind. Wird die Krankheit nicht behandelt, kann sie chronisch Verlaufen oder zum Tod führen. Vor allem junge und immunschwache Katze sind gefährdet. Es gibt unterschiedliche Erreger, die einen Schnupfen bei der Katze auslösen können. Zu den hauptsächlich beteiligten Viren gehören:

  • Felines Calicivirus
  • Felines Herpesvirus


Häufig wirken bei dieser Krankheit auch bakterielle Erreger mit, wie z.B.:

  • Bordetella bronchiseptica
  • Chlamydophila felis
  • Mykoplasmen
  • verschiedene Streptokokken

Die Krankheit kann direkt von Tier zu Tier übertragen werden, aber auch indirekt, wenn bestimmte Erreger am Menschen oder seiner Kleidung haften oder wenn beispielsweise eine erkrankte Katze aus demselben Napf gefressen hat. Die Zeit zwischen der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit, auch Inkubationszeit genannt, beträgt etwa zwei bis sieben Tage. Bordetella bronchiseptica ist auf andere Tiere und auch auf den Menschen übertragbar. Bei dem Erreger Chlamydophila felis ist ebenfalls eine Übertragung auf den Menschen möglich, jedoch eher selten. Die Bakterien können beim Menschen Erkrankungen der oberen Atemwege auslösen, wie beispielsweise Rachen- oder Nasennebenhöhlenentzündungen. Bei älteren und immunschwachen Menschen können die Erreger eine Lungenentzündung hervorrufen. Ist Ihre Katzen an Katzenschnupfen erkrankt, sollten Sie sich nach jedem Kontakt gründlich die Hände waschen und desinfizieren und Näpfe und Decken Ihrer Katze regelmäßig heiß waschen.

Katzenschnupfen: Symptome

Die Erkrankung bringt verschiedene Symptome mit sich und betrifft vor allem Nase und Mund sowie die Augen der Katze. Im Anfangsstadium kann es zu folgenden Anzeichen kommen:

  • Bindehautentzündung
  • vermehrtes Niesen
  • schleimig-eitriger Nasen- und Augenausfluss
  • Fieber
  • Husten

Bleibt die Krankheit unbehandelt, kann sich der Gesundheitszustand der Katze verschlechtern. Die Symptome können sich verschlimmern und es kommt dann zu:

  • Vereiterten Augen
  • Entzündetem Maul- und Rachenraum, teilweise mit offenen Stellen
  • Schluckbeschwerden
  • Atemnot
  • Lungenentzündungen

Infolge dieser Beschwerden mögen viele Katzen weniger oder gar nicht mehr fressen, weil sie dabei Schmerzen haben und das Futter weder gut riechen noch schmecken können. Das kann wiederum zu Gewichtsverlust oder sogar zu Organschäden führen. Die Krankheitserreger können die Augen dauerhaft schädigen, sodass das Tier erblinden könnte.

Katzenschnupfen: Untersuchung

Zeigt Ihre Katze eins oder mehrere der oben genannten Symptome, sollten Sie umgehend einen Tierarzt aufsuchen. Dieser wird Ihr Tier erst einmal gründlich untersuchen. Um den Verdacht auf einen Katzenschnupfen zu bestätigen, wird er Tupferproben von den betroffenen Stellen, wie Bindehäuten, Rachen, Maulhöhle oder Nasenhöhle, entnehmen. Das dient vor allem dazu, den oder die beteiligten Erreger zu identifizieren und die bestmögliche Behandlungsmethode zu finden. Es kann sein, dass der Tierarzt Ihrem Liebling außerdem noch Blut abnimmt oder ein Röntgenbild anfertigt, um den allgemeinen Gesundheitszustand zu kontrollieren und weitere Erkrankungen auszuschließen. Sind die Augen entzündet, muss er möglicherweise prüfen, ob die Hornhaut bereits angegriffen ist. Dies kann entweder durch die Entzündung selbst passieren oder aber, weil sich Ihre Katze die schmerzenden Augen reibt.

Katzenschnupfen: Behandlung

Wird der Katzenschnupfen nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann er anhaltende Schäden verursachen oder im schlimmsten Falle tödlich enden. Es sollte daher schnell mit einer symptomatischen Behandlung begonnen werden. Dazu kann es gehören, schleimlösende Medikamente zu verabreichen oder Ihre Katze Kochsalzlösung inhalieren zu lassen. Verkrustungen rund um Augen, Nase und Maul sollten regelmäßig gereinigt werden. Wenn nicht anders vom Tierarzt empfohlen, machen Sie das am besten mit einem Wattebausch und klarem, lauwarmen Wasser. Diese Maßnahmen sorgen dafür, dass die Atemwege Ihrer Katze frei werden und sie wieder besser Luft bekommt. Weitere Tipps, wie Sie Ihre Katze zuhause bei der Genesung unterstützen können, lesen Sie in unserem Artikel „Wenn die Katze erkältet ist“.

Oft lösen Viren und Bakterien gemeinsam den Katzenschnupfen aus. Konnten bei der Probennahme Bakterien nachgewiesen werden, müssen Sie möglicherweise je nach Schwere und Dauer der Symptome ein Antibiotikum verabreichen. Bei reinen Virusinfektionen können jedoch nur die Symptome gelindert werden. Eine große Rolle beim Katzenschnupfen, spielen feline Herpesviren. Hat sich die Katze einmal damit infiziert, bleiben sie das ganze Leben lang im Körper. Die Viren können beispielsweise bei Stress oder durch andere Erkrankungen reaktiviert werden und erneut ausbrechen – ähnlich wie bei einem Lippenherpes bei Menschen.

Bei entzündeten Augen wird der Tierarzt Ihnen eine Augensalbe mitgeben, die Sie regelmäßig auftragen müssen. Möglicherweise müssen Sie Ihre Katze mithilfe eines Halskragens davon abhalten, die Augen zu reiben.

Mag Ihre Samtpfote nicht fressen und trinken, versuchen Sie es gern mit ihrem Lieblingsfutter. Achten Sie darauf, dass die Nahrung, die Sie ihr anbieten, einen starken Geruch hat und besonders geschmacksintensiv ist. Das regt das Hungergefühl an. Ob Feucht- oder Trockenfutter bei erkrankten Katzen besser ist, müssen Sie ausprobieren. Bei offenen Stellen im Maulbereich kann Feuchtfutter ein Brennen verursachen, aber auch das Kauen von Trockenfutter kann unangenehm sein. Falls das alles nicht hilft, muss sie eventuell künstlich ernährt oder an eine Infusion angeschlossen werden.

Tipp: Wärmen Sie Nassfutter in der Mikrowelle auf oder geben Sie warmes Wasser dazu. So riecht es meist noch intensiver, einige Katzen mögen das besonders gerne. Achten Sie aber darauf, dass das Futter nur leicht angewärmt und nicht zu heiß ist.

 

Katzenschnupfen: Vorbeugung

Katzenimpfungen gehören immer noch zu den wirksamsten Vorbeugungsmaßnahmen gegen den Katzenschnupfen. Die Grundimmunisierung erfolgt in der 8., 12., und 16. Lebenswoche und wird, bei Freigängern, jährlich empfohlen. Dadurch, dass Wohnungskatzen keinen Kontakt nach draußen oder zu fremden Katzen haben, sind sie häufig nicht geimpft. Allerdings wird das Ansteckungsrisiko häufig unterschätzt: Auch Sie als Katzenbesitzer können die Krankheitserreger mit in die Wohnung tragen. Es kann daher sinnvoll sein, Wohnungskatzen trotzdem zu impfen, wenngleich je nach Impfstoff möglicherweise seltener als Freigänger.

Wollen Sie mit Ihrem Tier an Ausstellungen teilnehmen oder es in eine Tierpension geben, vereinbaren Sie am besten vorher einen Termin mit Ihrem Tierarzt um die Vorbeugungsmaßnahmen zu besprechen. Vor allem bei solchen Veranstaltungen und wenn sie sich in Einrichtungen mit vielen Artgenossen aufhalten, können sich die Katzen leicht anstecken.

Besonders problematisch sind Katzenschnupfen-Fälle im Mehrkatzenhaushalt, in Pensionen und Tierheimen, da sich die Krankheit so schnell verbreiten kann. Hier ist ein ausreichender Impfschutz daher besonders wichtig. Darüber hinaus sollten betroffene Katzenbesitzer und Mitarbeiter entsprechender Einrichtungen generell auf die Hygiene achten. Bricht die Erkrankung aus, müssen die Tiere strikt voneinander getrennt werden. Kleidungswechsel und das Reinigen und Desinfizieren aller Räume und Gegenstände, mit denen erkrankte Tiere in Kontakt kamen, sind unumgänglich.

Katzenschnupfen: Prognose

Bei einer entsprechenden Behandlung und komplikationslosem Verlauf der Krankheit, sollten die Symptome innerhalb von zwei Wochen abklingen. Bei Katzenwelpen wird jedoch von einer schlechteren Prognose ausgegangen, da das Immunsystem noch nicht ganz ausgereift ist. Die Sterberate ist bei erkrankten Welpen höher als bei erwachsenen Tieren. Katzen, die sich bereits mit dem Herpesvirus infiziert haben, können erneut erkranken, da sich die Viren ein Leben lang im Körper befinden können. Die Symptome treten dann aber meistens in abgeschwächter Form auf. Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass die Erkrankung mit Katzenschnupfen ernst genommen werden sollte, weil diese durchaus chronisch oder tödlich verlaufen kann. Allerdings ist sie, bei einem normalen Krankheitsverlauf, gut behandelbar.

Katzenschnupfen: Kosten

Die Kosten der Behandlung berechnen sich je nach Schweregrad der Erkrankung. Der Tierarzt wird auf jeden Fall eine Allgemeinuntersuchung durchführen und dann eine oder mehrere Tupferproben entnehmen. Ist der Allgemeinzustand des Tieres eher schlecht, können beispielsweise Blut- oder Röntgenuntersuchungen hinzukommen. Diese Leistungen wird der Tierarzt nach geltender Gebührenordnung für Tierärzte zzgl. der Laborkosten abrechnen. Ist Ihre Katze nur leicht erkrankt, kommen wahrscheinlich keine hohen Kosten auf Sie zu. Der Tierarzt wird Ihnen wahrscheinlich pflegerische Tipps sowie Medikamente mitgeben, die Sie dann Zuhause anwenden können. Sollte der Gesundheitszustand Ihres Vierbeiners allerdings sehr schlecht sein, muss er unter Umständen stationär aufgenommen und vom Fachpersonal gepflegt und behandelt werden. Dabei können die Kosten, je nach Dauer und Leistungen, ansteigen. Besprechen Sie das am besten vorab mit Ihrem Tierarzt, dann sind Sie auf der sicheren Seite. 

Dieser Artikel wurde geprüft von Tierärztin Melanie Ahlers.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

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