Die Staupe ist eine Viruserkrankung, die neben dem Hund auch bei anderen fleischfressenden Tieren auftreten kann. Sie wird von einem Virus hervorgerufen, das mit den menschlichen Masern verwandt ist. Durch die Impfung wurde die Ausbreitung in Deutschland weitestgehend verhindert, jedoch kommt die Krankheit manchmal bei importierten Hunden vor.


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Was ist Staupe?

Staupe ist ein Virus, das bei kalten Temperaturen bis zu zwei Wochen in der Umwelt überlebt. In der Regel wird Staupe durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren über den Nasen-Rachenraum, übertragen. Die Krankheit bricht drei bis sieben Tage nach der Ansteckung aus. Besonders betroffen sind nicht geimpfte, geschwächte oder gestresste Junghunde im Alter von drei bis sechs Monaten. Auch beispielsweise Füchse oder Seehunde können an Staupe erkranken, Katzen sind jedoch nicht davon betroffen.

Welche Symptome haben Hunde mit Staupe?

Die Symptome von Staupe sind abhängig vom Alter Ihres Vierbeiners, wie gut sein Immunsystem ausgeprägt ist und ob noch andere Erkrankungen – insbesondere Parvovirose, Zwingerhusten oder eine Infektion mit einem Coronavirus – vorliegen. Erste Symptome für die Erkrankung sind hohes Fieber und Trägheit. Dies kann jedoch unbemerkt bleiben. Wird die Krankheit dann nicht vom Immunsystem abgewehrt, besiedelt das Virus die Organe. Hierbei sind insbesondere das Atmungs-, Magen-Darm- und Nervensystem sowie die Haut betroffen. Je nach befallenem Organsystem können Durchfall und Erbrechen oder Atemwegssymptome wie Husten und Nasenausfluss bei Ihrem Hund auftreten. Die Hautsymptomatik äußert sich durch Rötungen oder Pusteln am Bauch, an der Schenkel- und der Ohrinnenfläche. Im weiteren Verlauf der Infektion kann es zu einer Schädigung des Gehirns mit zentralnervösen Erscheinungen und zu Entzündungen der Augen kommen. Zentralnervöse Symptome äußern sich beim Hund als Lähmung, Zittern, epileptische Anfälle, im Kreis laufen oder Kau- und Schluckstörungen. Ein weiteres bekanntes Symptom ist die so genannte „Hard pad disease“, eine vermehrte Verhornung der Pfotenballen und auch des Nasenspiegels. Sie tritt ab der zweiten Erkrankungswoche und meistens zusammen mit zentralnervösen Symptomen auf. Auch das Staupegebiss ist ein typisches Krankheitsbild, was jedoch nicht allein durch Staupe bedingt wird. Es tritt als Folge einer einige Wochen vor dem Zahnwechsel durchgemachten schweren Krankheit auf, die die Zahnschmelzanlage geschädigt hat. Die Zähne sind kleiner, verformt und können braun verfärbt sein.

Wie wird Staupe diagnostiziert?

Die Kombination von Symptomen des Magen-Darm- und Atemsystems in manchen Fällen zusammen mit Symptomen des zentralen Nervensystems ist typisch für Staupe beim Hund. Deswegen kann in der Tierarztpraxis anhand dessen ein Verdacht geäußert werden. Um das Virus nachzuweisen, wird eine Blut- oder Urinprobe genommen oder mit einem Tupfer ein Abstrich der Mandeln oder der Bindehaut. Darin wird das Erbgut des Virus nachgewiesen.

Wie wird Staupe behandelt?

Leider gibt es keine Medikamente gegen Staupe. Es können lediglich die Symptome behandelt werden. Wichtig ist, ein infiziertes Tier von anderen Hunden abzusondern. Hat Ihr Vierbeiner Durchfall oder übergibt sich, erhält er in der Tierarztpraxis eine Infusion, um das Flüssigkeitsdefizit auszugleichen. Bei Husten bekommt Ihr Liebling Medikamente, die die Bronchien erweitern. Schädigt das Virus den Atmungstrakt so sehr, dass sich Bakterien ansiedeln, werden außerdem Antibiotika verabreicht. Auch Symptome des zentralen Nervensystems können nur symptomatisch behandelt werden. Dies kann mittels Gabe von hohen Dosen Vitamin B und E erfolgen. Für die Behandlung von epileptischen Anfällen werden z.B. die Medikamente Diazepam oder Pentobarbital verwendet.

Prognose und Prophylaxe des Staupevirus

Bei einer milden Verlaufsform ist die Prognose relativ gut. Bei jungen Hunden mit schweren oder sogar zentralnervösen Symptomen sind die Heilungschancen jedoch leider sehr schlecht.

Aufgrund dessen und weil die Krankheit wieder vermehrt aus Osteuropa zu uns nach Deutschland kommt, sollten Sie Ihren Liebling unbedingt dagegen schützen – beispielsweise mit einer 5-fach Impfung. Nur die Impfung der Mehrzahl aller Hunde hält die Ausbreitung des Virus in Schach.

Dieser Artikel wurde geprüft von Tierärztin Melanie Ahlers.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

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