Borreliose beim Hund wird durch Bakterien der Art Borrelia burgdorferi ausgelöst. Diese Bakterien werden nach 24 bis 36 Stunden bei einem Zeckenstich übertragen. Die Erkrankung ist auch unter den Namen Lyme-Borreliose, Lymekrankheit und Lyme disease bekannt.


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Wie werden Borrelien übertragen?

Sie sind Plagegeister und Überträger von Krankheiten in den warmen Jahreszeiten und mittlerweile sogar manchmal im Winter: Zecken bei Hunden. Sie übertragen viele gefährliche Krankheiten wie Hundemalaria, FSME, Anaplasmose und Ehrlichiose.

Borreliose beim Hund wird vom gemeinen Holzbock übertragen. Die Zeckenart ist zwar in ganz Deutschland verbreitet, die Krankheit kommt jedoch überwiegend in der östlichen Hälfte Deutschlands vor. Die Borrelien leben im Darm von Zecken. Während die Zecke ruht oder auf Nahrungssuche ist, haften die Bakterien fest an der Darmwand. Sobald sie aber Menschen oder Tiere, oft Säugetiere wie Rehe aber auch Vögel, befällt und deren Blut saugt, lösen sich die Borrelien langsam ab und wandern vom Darm in die Speicheldrüsen der Zecke. Von dort gelangen sie dann in das Blut des befallenen Säugers. Dieser Prozess dauert einige Zeit, sodass angenommen wird, dass die Borrelien frühestens 24 Stunden nach dem Zeckenstich übertragen werden. Die Borrelien breiten sich dann von der Stichstelle in verschiedene Gewebe aus. Bei Hunden befallen sie am häufigsten die Gelenke oder die Nieren und lösen teils schwere Reaktionen des Immunsystems aus. Bei einigen Hunden verbleiben sie jahrelang ohne Ausbreitung an der Einstichstelle.

Symptome einer Borreliose beim Hund

Grundsätzlich treten nur bei fünf Prozent der Hunde, die sich mit dem Erreger infiziert haben, tatsächlich Symptome einer Borreliose auf. Am häufigsten kommen Gelenkentzündungen vor. Dabei sind die Gelenke geschwollen und schmerzhaft. In manchen Fällen sind die Gliedmaßen wechselnd gelähmt, wobei als erstes das Gelenk betroffen ist, welches der Einstichstelle am nächsten ist. Manchmal führt die Borreliose beim Hund zu einer Nierenentzündung mit erhöhter Ausscheidung von Eiweißen mit dem Urin. Diese wird oft erst später festgestellt, da die Symptome der Grundkrankheit, also der Borreliose, dominieren. Bei hohen Proteinverlusten macht sich die Nierenentzündung durch Abmagerung, Abgeschlagenheit und im späten Stadium durch Wassereinlagerungen bemerkbar.

Weitere mögliche Symptome bei Borreliose beim Hund sind Fieber, Lymphknotenschwellungen, Appetitlosigkeit und Abgeschlagenheit. All diese Anzeichen für eine Borreliose beim Hund treten erst zwei bis fünf Monate nach dem Zeckenstich auf. Direkt nach dem Stich kommt es wenn überhaupt nur zu einer leichten Rötung der Haut in Umgebung der Einstichstelle. Das macht es so schwierig, die Symptome später noch mit dem Zeckenstich in Zusammenhang zu bringen und dadurch einen Verdacht auf Borreliose herzustellen. Vermerken Sie deswegen einen Zeckenstich am besten im Tiergesundheitskalender und weisen Sie beim Besuch in der Tierarztpraxis darauf hin.

Bei 95 Prozent der Hunde bleibt eine Infektion sogar zunächst ganz ohne Folgen, da die Tiere Antikörper entwickeln und die Bakterien erfolgreich in Schach halten. Wird das Immunsystem im Laufe des Lebens jedoch geschwächt, kann die Krankheit auch lange Zeit nach dem Zeckenstich noch ausbrechen. Hunde mit einer Vorerkrankung an Ehrlichiose oder Anaplasmose haben dafür beispielsweise ein erhöhtes Risiko.

Die vom Menschen bekannte „Wanderröte“ ist bei Hunden bisher übrigens nicht beobachtet worden.

Diagnose einer Borreliose beim Hund

Wichtig: Wenn Ihnen ein vergangener Zeckenstich bekannt ist, ist es ganz wichtig, dass Sie beim Tierarztbesuch darauf hinweisen. Die genannten Symptome können auch durch viele andere Krankheiten ausgelöst werden. Somit erleichtern Sie der Tierärztin oder dem Tierarzt die Diagnose.

Da eine Lahmheit beim Hund viele Ursachen haben kann, guckt sich die Tierärztin oder der Tierarzt als erstes an, wie der Hund läuft und versucht durch verschiedene Handgriffe festzustellen, aus welchem Bereich die Lahmheit kommt. Dann wird ein Röntgenbild angefertigt, wodurch die Lokalisation der Lahmheitsursache genauer festgestellt und ein paar andere Ursachen ausgeschlossen werden können. Im Fall einer Gelenkentzündung kommt es zur Veränderung der Gelenkflüssigkeit. Das kann die Tierärztin oder der Tierarzt feststellen, indem Gelenkflüssigkeit mittels einer dünnen Nadel entnommen und unter dem Mikroskop untersucht wird. Jedoch ist anhand dessen die Diagnose Borreliose nicht eindeutig. Schließlich gibt es auch viele andere Ursachen für eine Arthritis beim Hund.

Die Veränderung der Harnzusammensetzung kann mittels einer Harnuntersuchung festgestellt werden. Dafür wird einfach ein Indikatorpapier kurz in den Urin gehalten und die verschiedenen Parameter anhand der Verfärbung ausgewertet.

Aufgrund der Symptome, dem Aufenthalt in einem Gebiet mit verbreiteter Borreliose, dem Ausschluss anderer Erkrankungen und dem Ansprechen auf ein gegen Borrelien wirksames Antibiotikum kann die Tierärztin oder der Tierarzt einen Verdacht äußern. Die endgültige Diagnose erfolgt durch einen Antikörper-Nachweis.

Behandlung der Borreliose beim Hund

Die Behandlung einer Borreliose beim Hund ist relativ schwierig, da sich die Krankheitserreger in verschiedenen Zellen des Körpers verstecken und dadurch jederzeit einen neuen Krankheitsschub auslösen können. Grundsätzlich werden Antibiotika eingesetzt, die über mindestens vier Wochen verabreicht werden müssen. Insofern der Hund keine Symptome zeigt, ist jedoch keine Therapie mit Antibiotika nötig.

Zusätzlich können verschiedene Medikamente zur Linderung der Symptome eingesetzt werden. Dazu gehören schmerzstillende und entzündungshemmende Substanzen. Gegen eine Nierenentzündung verschaffen gefäßerweiternde und blutverdünnende Arzneimittel Besserung. Da die Nierenentzündung durch eine Reaktion des Immunsystems entsteht, bekommt der Hund außerdem ein Medikament, dass das Immunsystem etwas bremst.

Prognose bei einer Borreliose des Hundes

Häufig lösen die Borrelien ein Hundeleben lang gar keine Probleme aus. Wenn doch Symptome auftreten, ist die Prognose gut und umso besser, je schneller die auslösenden Bakterien erkannt werden. Jedoch bleibt die Borreliose beim Hund aufgrund ihrer unspezifischen oder sogar fehlenden Symptome häufig lange unerkannt. Da auch ein Antibiotikum nicht immer alle Borrelien abtötet, muss mit Rückfällen gerechnet werden. Kommt es zu einer Nierenentzündung, ist die Prognose schlechter.

Vorsorge

Schützen Sie Ihren Vierbeiner mit geeigneten Anti-Zecken Mitteln aus der Tierarztpraxis. Außerdem sollten Sie Ihren Liebling nach Spaziergängen nach Zecken absuchen und diese schnellstmöglich entfernen. Je schneller Sie die Zecken entfernen, desto geringer das Risiko einer Übertragung der Borreliose. Diese werden nämlich frühestens 24 Stunden nach dem Stich übertragen. In manchen Fällen kann eine Borreliose-Impfung sinnvoll sein, fragen Sie dazu Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt.

Dieser Artikel wurde geprüft von Tierärztin Melanie Ahlers.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

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