Wer ist der älteste Hund Deutschlands? Diese Frage schwirrt in regelmäßigen Abständen durch die Medien und wird ganz unterschiedlich beantwortet. Mal sind es die Hundehaltenden selbst, die sich an die Presse wenden, wenn ihr Vierbeiner wieder ein stolzes Jahr älter geworden ist, mal erfolgt ein Aufruf, Hunde-Senioren vorzustellen.

Wir präsentieren heute zwei Jubilarinnen, Hündin Dolly aus der Familie Wenzel und Hündin Seven aus der Familie Krieg.

Inhaltsverzeichnis:

Hunde-Seniorin Dolly

Mischlingshündin Dolly stammt aus Ungarn und wurde über den Tierschutz in ein deutsches Tierheim in der Nähe von Fred Wenzels Wohnort geholt. Die Familie hat Dolly aufgenommen, als sie drei oder vier Jahre alt war, im Jahr 2006. Ganz sicher kann ihr Alter also nicht bestimmt werden – aber sie ist schon mindestens 19 Jahre alt.

Anfangs war Dolly etwas ängstlich, reagierte beispielsweise panisch auf Kirchenglocken und traute sich nicht so recht in den Wald, weswegen ihr Herrchen vermutet, dass sie nicht viel draußen unterwegs war, bevor sie in den Tierschutz kam. Nach und nach fasste die Hündin dann aber Vertrauen und liebt es vor allem, im großen Garten zu toben.

Die einzig gesundheitliche Einschränkung, die Dolly mitbrachte, waren ihre schlechten Zähne. Hierzu berichtete Fred Wenzel, dass das Tier noch in seiner ersten Heimat mit einem Medikament behandelt worden war, welches sich stark auf ihre Zahngesundheit ausgewirkt hat. Ein Zahn musste daher vor Kurzem gezogen werden.

© Familie Wenzel

Für ihr Alter ist Dolly sehr gesund: Sie ist immer noch stubenrein und kann gut laufen. Natürlich macht sich aber auch bei ihr das Alter bemerkbar, denn sie ist ein wenig dement und kann ihre eigenen Kräfte nicht mehr gut einschätzen. So bekommt sie etwa alle zwei Tage ihre fünf Minuten und möchte wie früher durch den Garten rennen, ist dann aber schnell erschöpft. Auch auf Treppen wird die rüstige Hundedame getragen, um sie zu entlasten.

Nach dem Geheimnis des stolzen Alters seiner Hunde-Seniorin befragt, gibt Fred Wenzel zu, dass er gar keine Tipps habe, denn Dolly sei eine ganz normale Hündin, die auch immer normales Fressen bekommen habe, wobei sie davon im Alter nicht mehr alles gut verträgt. Viel draußen seien sie schon immer gewesen, an der frischen Luft. Und so bleibt zu vermuten, dass Dolly einfach eine sehr glückliche Hundedame ist, die in ihrem wunderbaren Zuhause auch als Hunde-Seniorin noch viele tolle Tage erleben wird.

Hunde-Seniorin Seven

Als siebte ihres Wurfes bekam sie ihren sprechenden Namen: Seven. Die mittlerweile 19 Jahre alte Mischlingshündin hatte es am Anfang nicht leicht, denn zunächst wollte sie nicht trinken. Erst nach ein paar Anläufen klappte es dann und der kleine, zunächst schwache Welpe wuchs zu einer stattlichen Hündin mit über 30 kg Gewicht heran.

Seven ist ein Hütehund-Mix, ihre Mutter war ein alt-deutscher Hütehund, ihr Vater ein Kuvasz. Dass beide Eltern Arbeitshunde waren, merkt man noch heute an Sevens Verhalten, die stets aufmerksam und interessiert verfolgt, was in ihrer Umgebung geschieht. Jürgen Krieg erzählt, dass auch ein anderer Hund aus Sevens Wurf recht alt geworden sei, was dafür spricht, dass diese kleinen Welpen unter einem guten Stern geboren sind.

Die Familie beschreibt ihre Hunde-Seniorin als unkompliziert und zurückhaltend, nur einmal habe sie über die Stränge geschlagen und sei nach einem unbegleiteten Ausflug schwanger zurückgekommen. Aus ihrem Wurf behielt Familie Krieg den Rüden Albert, der nun acht Jahre alt ist. Seven liebt es, Mutter zu sein und geht mit ihrem Sohn auch heute noch gerne ihre Runde durch den Garten.

© Familie Krieg

Das Geheimnis ihres langen Lebens sieht die Familie darin, dass Seven sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt. Von ihrem Lieblingsplatz auf der Terrasse beobachtet sie das Geschehen, auch wenn sie mittlerweile nicht mehr so gut sieht und hört wie früher. Um es ihrem betagten Familienmitglied möglichst schön zu machen, achtet Familie Krieg besonders auf die Bedürfnisse der Hunde-Seniorin und richtet sich danach. So wird die Hundedame nicht mehr lange alleine gelassen und auf barrierefreie Wege geachtet, sodass Seven sich möglichst eigenständig bewegen kann. Nachts muss sie aufgrund ihres Alters mehrmals in den Garten gelassen werden, um sich zu erleichtern, und gegen ihre Schmerzen bekommt sie ein Medikament. Zu Essen bekommt die Hunde-Seniorin hochwertiges Trocken- und Nassfutter und dazu ab und zu rohes Fleisch oder einen Knochen, auf dem sie gerne herumkaut – am liebsten auf ihrem Beobachtungsposten, während sie ein Familienmitglied sanft an den Ohren krault. Was für ein schönes Hundeleben!


Wie kann ich meinen Hunde-Senioren im Alter unterstützen?

Viele Menschen fragen sich, wie sie ihre Hunde-Senioren unterstützen können, wenn sie älter werden. In den folgenden Beitragen finden Sie hilfreiche Hinweise und Empfehlungen:

Foto: © Titelbild: stock.adobe.com - bennytrapp; Dolly: © Familie Wenzel; Seven: © Familie Krieg

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