Bei bekannten Hunderassen reicht oft ein Blick ins Gesicht und wir meinen zu wissen, mit wem wir es zu tun haben. Wir ordnen Hunde entsprechend ihres äußeren Erscheinungsbildes einer Rasse zu. Wenn die Zuchtziele jedoch nicht an die Optik, sondern an innere Werte gebunden sind, entsteht kein einheitliches Erscheinungsbild. Bei den noch recht jungen Hunderassen Chebo und Wäller ist das der Fall: Die jeweiligen Rassegründer legten viel Wert auf Gesundheit und positive Charaktereigenschaften. Zwar sind weder Chebo noch Wäller vom Verband für das Deutsche Hundewesen anerkannte Rassen. Dennoch erfreuen sie sich zunehmender Beliebtheit.

Der Chebo: Hunderasse für Jung und Alt

„Chebo – Genau mein Typ“ , heißt es auf der Seite der ERU Canis Gemeinschaft. Gemeint ist das einzigartige Erscheinungsbild jedes Chebo, sodass jeder genau seinen Typ finden kann. Der Verein wurde 2016 gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Chebo als gesunden, kindergeeigneten Familienhund zu züchten.

Ein Blick auf die Ursprungsrassen der Zucht, nämlich Chow-ChowEurasier und Bobtail, verrät zwar etwas über das Aussehen. Aber ob sich der kleinere oder größere Eurasiertyp durchsetzt und wie stark die Ausprägung der klassischen Bobtail-Färbung ist, variiert sehr stark. Ein äußerliches Merkmal, das laut Rasseportrait alle Chebos gemeinsam haben, ist sein freundlicher und aufmerksamer Ausdruck.

Es geht eben nicht um das identische Aussehen. Der Chebo soll vielmehr robust und wesensstark sein und die Besitzer mit seinem liebenswürdigen Charakter begeistern. Er ist ruhig und umgänglich, aber auch bei sportlichen Aktivitäten ein guter Begleiter. Da das Sozialverhalten zu den erstrebenswerten Zuchtzielen gehört, vereint der Chebo viele Eigenschaften in sich, die ein Familienhund braucht.

Der Wäller: Hunderasse „ohne Showkarriere“

Die Geburtsstunde des Wällers, einer Kreuzung aus dem französischen Hütehund Briard und dem Australian Shepherd, liegt gut 25 Jahre zurück. Der 1. Wäller-Club Deutschland e. V. wurde 1995 gegründet und betreut die Zucht dieser Hunderasse von Beginn an. Auch ihm geht es nicht um eine Showkarriere aufgrund von äußeren Merkmalen, sondern um Langlebigkeit, Fitness und Charakterstärke. Es gilt der Vorsatz „gesund und munter statt einheitlich frisiert“. Felllänge und Farbe finden sich in den verschiedensten Ausprägungen.

Der Name dieser spielfreudigen Hunderasse stammt aus dem Westerwald. Die Bewohner des Ortes, in dem die ersten Wäller-Welpen das Licht der Welt erblickten, hießen nämlich genau so: „Wäller“.

Die positiven, sozialen Charaktereigenschaften des Wällers machen auch ihn zu einem treuen, fröhlichen Familienhund. Jedoch lässt die Abstammung von Hütehunden erahnen, dass es sich um eine sportlich agile Hunderasse handelt, die körperlich und geistig gefordert werden möchte. Leider sind die Wäller aufgrund ihrer Abstammung auch etwas anfälliger für vererbbare Krankheiten, die bei Hütehunden auftreten. Die Zuchtgemeinschaft achtet aber darauf, nur genetisch unbedenkliche Hunde zu verpaaren.

Foto: © Christian Müller/ Adobe Stock

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