Ihr Hund verteidigt Futter, Kauspielzeug oder andere Dinge, die ihm scheinbar wichtig sind? Ein solches Verhalten bedeutet Anspannung und Stress für den Hund und kann bei Schnappen und Beißen sogar zur Gefahr für andere Tiere und Menschen werden. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie die Ressourcenverteidigung beim Hund erkennen und wie Sie damit umgehen können.


Inhaltsverzeichnis:


Was ist Ressourcenverteidigung beim Hund?

Von Ressourcenverteidigung spricht man, wenn der Vierbeiner bestimmte Dinge (Ressourcen) vor anderen Tieren oder auch Menschen schützen will. Der Hund verteidigt, was ihm wichtig ist, und dazu können unterschiedliche Sachen gehören: Üblich sind Futter und was damit in Verbindung steht (also beispielsweise Leckerlis und Fressnäpfe), Spielzeug (vom Lieblingskuscheltier bis zum gerade gefundenen Stöckchen), Liegeplätze (das eigene Körbchen, die übliche Ecke auf dem Bett oder Sofa, aber auch der Platz in der Sonne) und Bezugspersonen („Das ist MEIN Frauchen“). Die zu verteidigenden Ressourcen können von jeder Form und Gestalt sein, schließlich kann einem Hund alles Mögliche wichtig sein.

Woran erkenne ich Ressourcenverteidigung beim Hund?

Die Ressourcenverteidigung ist ein natürliches und Instinkt getriebenes Verhalten. Dabei kann es unterschiedliche Ausmaße annehmen. Normalerweise – ohne Ressourcenverteidigung – sollte es kein größeres Problem sein, dem Hund sein Spielzeug oder sein Futter wegzunehmen. Wenn eine Ressourcenverteidigung vorliegt, können Sie bei Ihrem Liebling zunehmende Anspannung beobachten, je näher Sie, andere Personen oder Tiere der Ressource kommen. Einige Hunde verteidigen ihre Ressourcen, indem sie sie wegtragen oder sich in den Weg stellen, um sie abzuschirmen. Manche knurren, schnappen und beißen im schlimmsten Fall zu – ein absolutes No-Go, das zur Gefahr für andere Tiere und Menschen werden kann.

Einflüsse auf die Ressourcenverteidigung beim Hund

Bei jedem Hund ist das Bedürfnis, seine Ressourcen zu verteidigen, anders ausgeprägt. Ein Faktor, den Sie als Halter:in beeinflussen können, sind die Lebensumstände des Tieres. Allgemeiner Stress und Situationen, mit denen Ihr Liebling nicht umzugehen weiß, können das Bedürfnis nach Ressourcenverteidigung beim Hund verstärken. Ebenso können Frustration, Schmerzen oder generell gesundheitliche Probleme eine Rolle spielen. Wie immer sollten Sie also darauf achten, dass Sie Ihrem Hund eine stressfreie Umgebung bieten und es ihm psychisch wie auch körperlich gut geht.

Ressourcenverteidigung beim Hund abgewöhnen

Finden Sie zunächst heraus, was genau Ihr Hund verteidigt. Geht es um den Menschen oder die Leckerlis, die er in der Hand hält? Geht es um das Körbchen oder den Platz neben dem Sofa? Und vor wem beschützt er es? Vor allen anderen Hunden oder nur vor fremden Vierbeinern? Vor allen Menschen, auch vor Ihnen als Bezugsperson? Wichtig ist eine Abgrenzung der Ressourcenverteidigung zu allgemeinem Unwohlsein mit fremden sozialen Kontakten. Ist Ihr Hund bei jeglichen Begegnungen mit anderen Hunden und Menschen gestresst, sollten Sie wahrscheinlich eher daran arbeiten.

Hundetrainerin Sabine Busch von der mobilen Hundeschule Hinterland empfiehlt, beim Training gegen Ressourcenverteidigung beim Hund auf folgende Dinge zu achten:

 

  • Üben Sie regelmäßig das „Aus“-Geben. Dies kann in Tauschgeschäften erfolgen. So lernt Ihr Liebling, dass es sich lohnt, Dinge abzugeben. Sie können aber auch üben, dass Ihr Hund Ihnen zB. das Spielzeug gibt und es als Belohnung wieder bekommt.
  • Wenn es um die Ressource Mensch geht, helfen klare Regeln und Grenzen. Wer zB. mehrere Hunde hat, sollte bestimmen wann er wen streicheln möchte. Drängt der andere ständig dazwischen wird er auf die Seite geschoben bis er dran ist.
  • Geht es um Futter, kann der Hund eine gewisse Zeit aus der Hand des Halters gefüttert werden. Stück für Stück und langsam.
  • Bleiben Sie entspannt. Strafe oder eine gehobene Stimme erhöht nur die Anspannung und hat eher einen negativen Effekt.
  • Bringen Sie immer viel Geduld mit. Nicht alles kann sofort klappen und es hat eher einen negativen Effekt, wenn Sie Ihren Hund überfordern. Versuchen Sie, mit Ruhe, Zeit und viel Aufmerksamkeit Ihrem Liebling beizubringen, dass er seine Ressourcen nicht verteidigen muss.

Ressourcenverteidigung beim Hund professionell abtrainieren

Nicht immer reichen die Übungen zuhause aus. Gerade Hunde mit einer Vorgeschichte, in der sie beispielsweise ihr Futter verteidigen mussten, um überhaupt etwas abzubekommen, können eine Herausforderung sein. Wenn Sie das Gefühl haben, an Ihre eigenen Grenzen und die Ihres Vierbeiners zu stoßen, sollten Sie sich professionelle Hilfe von einem Hundetrainer oder einer Hundetrainerin suchen. Vergessen Sie nie, dass Ihr Liebling das Verhalten nicht an den Tag legt, um Sie zu ärgern! Es bedarf lediglich manchmal etwas mehr Arbeit, um einander zu verstehen.

Foto: © manushot/Adobe Stock

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