Ob beim Tierarzt oder Friseur: Für ihr eigenes Wohl müssen unsere Lieblinge manchmal unbekannte und unangenehme Prozeduren über sich ergehen lassen. Mit dem Medical Training kann diesen Situationen der Stress für Hund und Halter genommen werden.

Kontrollverlust vermeiden

In Zoos wird das Medical Training, meist durch Nutzung verschiedener Click-Signale, bereits lange angewandt. Für Affe, Elefant & Co stellt es eine unterhaltsame Beschäftigung dar, die gleichzeitig wichtige Pflegemaßnahmen erleichtert – kein Wunder also, dass es inzwischen auch in privaten Haushalten vermehrt angewandt wird. Unseren Vierbeinern können wir nicht mit Worten erklären, was auf sie zu kommt und warum zum Beispiel das Krallenschneiden wichtig ist. Dieser Schrecken des Unbekannten wird umgangen, indem durch Signale bestimmte Vorgehensweisen angekündigt werden. Gleichzeitig kann der Hund Verhaltensweisen als lustige Tricks  ansehen. Zum Beispiel muss seine Pfote nicht weggezogen und festgehalten werden, wenn er sie freiwillig hebt und damit das Gefühl der Kontrolle über die Situation nicht verliert.

Mit Geduld zum Ziel

Medical Training ist sehr kleinschrittig aufgebaut, wodurch große Hürden langsam überwunden werden können, ohne die Fellnase zu verwirren oder zu überfordern. Es erfordert viel Übung und Geduld, wenn der Vierbeiner an bestimmte Berührungen oder Positionen gewöhnt werden soll. Dies ermöglicht jedoch ein punktgenaues Bestärken des Wunschverhaltens. Die Übungen sollen dem Hund Spaß machen und für ihn eine Form der Unterhaltung darstellen, die sich nach einiger Zeit in ursprünglich unangenehmen Situationen bezahlt macht.

Tipps für Übungen

Sie können bereits zuhause anfangen, Ihren Hund an bestimmte Berührungen und Bewegungen zu gewöhnen: Legen Sie Ankündigungsbegriffe fest und öffnen Sie dann zum Beispiel vorsichtig den Mund Ihres Lieblings, um seine Zähne zu begutachten. Dasselbe gilt für weitere typische Maßnahmen, wie das Abtasten des Körpers oder das Anheben der Pfoten. Der Hund lernt die Signale kennen und weiß, was auf ihn zukommt. Daneben ist auch das Einstudieren einiger Tricks hilfreich, zum Beispiel das Ablegen des Kinns auf der Hand oder das selbstständige Hinlegen auf die Seite. Dabei fördert immer eine Bestärkung, beispielsweise durch Leckerlies, eine positive Assoziation mit diesen ursprünglich ungewohnten Situationen. Wichtig ist, dass Sie nichts erzwingen, um einen gegenteiligen Effekt zu vermeiden.

Keine Angst vor Arztbesuchen

Ein Tierarztbesuch kann stressfrei vonstattengehen, wenn Ihr Liebling gelernt hat, auf Ihre Signale zu achten und freiwillig stillzuhalten. Dabei können Untersuchungen schneller erfolgreich ablaufen, da der Tierarzt nicht mehr zwischen Schmerz-, Angst- und Abwehrreaktionen unterscheiden muss. Daneben beugen Sie unerwünschtem Verhalten wie Flüchten oder Beißen vor. Beim Medical Training gibt es einiges zu beachten, weshalb die Hilfe eines professionellen Trainers ratsam ist. Mit etwas Übung und einem guten Tierkrankenschutz können Sie und Ihr Hund entspannt auf die kommenden Tierarztbesuche blicken.

Foto: © 135pixels/fotolia.com

(1)