Ein gemütlicher Schlummerplatz auf Säulenresten oder doch eher zu Füßen einer alten Kaiserstatue? Mitten in Rom haben Streuner eine ungewöhnliche Unterkunft gefunden – und sind so zur Touristenattraktion geworden.

Im Tempel zuhause

In Amsterdam ist es ein Boot, in Rom gleich ein ganzer Tempelplatz: Als im Jahr 1929 die Ruinen des Largo die Torre Argentina vollständig ausgegraben wurden, fanden schnell heimatlose Fellnasen dort einen Unterschlupf. Es gab sogar Frauen, welche sie mehr oder weniger regelmäßig fütterten. Diese wurden von den Anwohnern häufig „Katzendamen“ genannt. Die Betreuung der Streuner konnte jedoch mit den wenigen Mitteln, die einer Einzelperson zur Verfügung standen, schnell frustrierend werden. Schließlich begannen 1993 Lia und Silvia, die offiziellen Gründerinnen des Tierheims, der damaligen Katzendame zu helfen. Bis heute gelang es ihnen, durch Aufmerksamkeit zahlreichende helfende Hände für das ungewöhnliche Projekt zu gewinnen.

Auf Unterstützung angewiesen

Inzwischen wohnen etwa 150 Samtpfoten in der kleinen Kolonie, wo sie von freiwilligen Helfern gefüttert und medizinisch versorgt werden. Offiziell sind diese Katzenliebhaber noch immer Hausbesetzer, gegen welche es im Jahr 2012 sogar eine Klage der Nationalen Archäologischen Abteilung gab. Durch eine Petition und dank zahlreicher Helfer wurde die Gefahr der Räumung jedoch abgewendet und die Katzen von Torre Argentina können bis zur nächsten Klage weiterhin zwischen den Ruinen Zuflucht finden. Die freiwilligen Helfer sind auf Spenden angewiesen und sehr bemüht, jede Fellnase an ein zuverlässiges und freundliches Zuhause zu vermitteln. Dabei  ermöglichen sie sogar Adoptionen ins Ausland und informieren detailliert auf ihrer Webseite.

Foto: © vbonanno/fotolia.com

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