Ein Beitrag von Step by Step Tierphysiotherapie

Sina Gratzke entdeckte schon als Kind ihre Leidenschaft für Hundesport. Schon dadurch wurde Hundephysiotherapie zu einem wichtigen Thema für sie. Im AGILA Magazin gibt die gelernte Tierphysiotherapeutin regelmäßig Infos und Tipps rund um das Thema Physiotherapie beim Hund.

Die Hundephysiotherapie befasst sich mit dem Skelett, der Muskulatur, den Bänder und Sehnen des Hundes.  In der Humanmedizin ist die Physiotherapie eine selbstverständliche Behandlungsform und bereits seit vielen Jahren fest etabliert. Thermalbäder und verschiedene spezielle Massagen wurden beim Menschen bereits vor ca. 4.000 Jahren in China angewandt. Seit den 1970er Jahren gewinnt die Physiotherapie auch bei Hunden immer mehr an Bedeutung. 
In den USA, Niederlanden und England sind die Therapieformen der Tierphysiotherapie längst zu einem festen Standard geworden, egal ob nach chirurgischen Eingriffen oder als begleitende Therapie bei Sporthunden.

Das Prinzip der Hundephysiotherapie

Eine zielgerichtete Vorsorge (Prävention), die Wiederherstellung (Rehabilitation) und auch die Linderung von Schmerzen sind die Schwerpunkte der Physiotherapie. Zudem werden Muskeln gestärkt und die Beweglichkeit der Gelenke verbessert. 
"Physis" stammt aus dem Griechischen, was übersetzt Natur bedeutet. Physiotherapie ist eine Behandlung mit natürlichen Therapieformen, wie zum Beispiel Wasser und Wärme. Mittels physiotherapeutischen und physikalischen Methoden soll die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des Körpers wieder hergestellt und somit die Lebensqualität des Hundes verbessert werden. Gearbeitet wird mit sanften und schmerzfreien Behandlungsmethoden, dabei kommen zum Beispiel Massagen, Laser und Strom zum Einsatz. 

Anwendungsgebiete

Typische Anwendungsgebiete der Hundephysiotherapie sind unter anderem:

  • Skeletterkrankungen (z.B. Hüftgelenksdysplasie)
  • Verschleißerkrankungen (z.B. Arthrose)
  • Lähmungen und Nervenerkankungen (z.B. Bandscheibenvorfall)
  • Vor und nach Operationen (z.B. Kreuzbandriss)
  • Übergewichtige Hunde
  • Muskelaufbau (z.B. Sporthunde oder nach langen Krankheitsphasen)
  • Entspannung und Wellness

Optimaler Heilungsverlauf

Oftmals wird durch Schmerzen (häufig vom Besitzer unbemerkt) eine Schonhaltung eingenommen, die Folge sind Sekundärerkrankungen durch Fehlbelastungen von Gelenken, Muskeln und Bändern. Daher ist es besonders wichtig, gut auf seinen Hund zu achten und mögliche Veränderungen im Verhalten sowie im Bewegungsablauf mit einem Tierarzt oder Physiotherapeuten abzuklären. Um einen optimalen Heilungsverlauf zu erzielen ist es notwendig, dass Tierphysiotherapeut und der behandelnde Tierarzt zusammen arbeiten. Eine Hundekrankenversicherung kann die Kosten für die Behandlung decken.

Die Tierphysiotherapie ist eine tolle Ergänzung und Unterstützung zur Schulmedizin, sie ersetzt aber auf keinen Fall eine tierärztliche Behandlung.

Foto: © Lilli/fotolia.com

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