Dazu existiert folgende Theorie unter Hundehaltern:

Durch die Fütterung aus der Hand wird dem Hund bewusst gemacht, wie wichtig Herrchen bzw. Frauchen für ihn ist. Angestrebtes Resultat: Der Vierbeiner nimmt seinen Zweibeiner besser wahr und achtet mehr auf ihn. Doch was ist dran an dieser Theorie?

 Wir haben AGILA-Hundetrainer Uwe Planer um seine Meinung gebeten.

Das Problem des Nicht-Wahrnehmens

Dass Hunde ihre Halter im Alltag oft nicht genug wahrnehmen, bestätigt Uwe Planer. Doch dies läge nicht allein daran, dass der Vierbeiner nicht weiß, wie abhängig er von Herrchen oder Frauchen ist, sondern sei sehr vielschichtig und multifaktoriell zu sehen. Das Problem der Nicht-Wahrnehmung seitens des Vierbeiners entstehe zum Beispiel auch dann, wenn der Halter keine souveräne, konsequente Führungsperson darstellt. Aber auch andere Gründe sind denkbar: Der Rüde steckt beispielsweise voller Testosteron, welches ihn zu jeder läufigen Hündin treibt, der Hund befindet sich gerade in der Pubertät und vergrößert dadurch seinen Radius oder es handelt sich um einen Hund aus dem Tierschutz mit Anpassungsschwierigkeiten, um nur einige Beispiele zu nennen. Eins steht fest: „Den Blickkontakt und eine gute Beziehung muss sich der Halter erst einmal erarbeiten“, so Hundetrainer Uwe Planer.

Für oder gegen Handfütterung bei Hunden?

Hundetrainer Uwe Planer rät im Allgemeinen von einer ausschließlichen Handfütterung bei Hunden ab. „Ein großer Nachteil kann der sein, dass Hunde bei ausschließlicher Handfütterung gar kein Futter mehr aus dem Napf annehmen. Das wird problematisch bei Pensions-  oder Klinikaufenthalten“. Besondere Vorsicht sei bei Hunden geboten, die reaktiv auf Hände reagieren. „Hier muss man ganz langsam in kleinen Schritten mit einem Beziehungsaufbau beginnen und auf keinen Fall direkt mit der Handfütterung“. Abgesehen von der ständigen Ungewissheit, wann die Fellnase mit der nächsten Futterration rechnen kann, können sogar negative Verhaltensweisen auftreten. Wird einem Hund der gewohnte Napf weggenommen, so lerne er nur, stets auf der Hut zu sein und „wird in der Folge nur noch schneller fressen und beginnt eventuell mit Ressourcenverteidigung“.

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Fazit

Uwe Planer betont, dass Handfütterung bei Hunden lediglich einen kleinen Baustein im gesamten Training darstellt. „Wenn man gemeinsam mit seinem Hund unterwegs ist, nach dem Spaziergang oder währenddessen etwas Tolles im Gepäck hat und auch noch Wasser bereithält, dann kann dies eine Beziehung gut unterstützen“.

Eine sinnvoll eingesetzte, teilweise Handfütterung könne alles in allem zu einer Verbesserung der Beziehung zwischen Hund und Halter beitragen. Es darf niemals so sein, dass der Hund nur dann, wenn er etwas richtig gemacht hat, Futter bekommt. „Eine erfolgreiche, teilweise Handfütterung geht aber nicht von heute auf morgen, so wie oft erwartet und fälschlicherweise durch Medien suggeriert. Kein Hund auf diesem Planeten nimmt seinen Besitzer nur durch Handfütterung schlechthin besser wahr – da sind ganz andere Faktoren, wie zum Beispiel Souveränität und Ruhe im Spiel. Ebenso wie ein fairer, gewaltfreier Umgang mit dem Hund“.

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Anzeigenbild: © Mia Anderson – unsplash.com

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