Sie sind nicht Wolf und nicht ganz Hund, werden verfolgt und verehrt, gelten als Plage und sind doch vom Aussterben bedroht. Für die einen Haustier, für die anderen Wildtiere. Dingos werden äußerst widersprüchlich betrachtet.

Die Ankunft der australischen Dingos

Am bekanntesten sind die australischen Dingos. Seit 3500 Jahren leben die aus Asien stammenden Wildhunde in „Down Under“. Asiatische Seefahrer brachten die Vierbeiner vermutlich auf ihrem Weg nach Nordamerika über Indonesien nach Australien. Man vermutet deshalb, dass die asiatischen und indischen Wölfe die Vorfahren der Dingos sind. Die Ankunft der Dingos in Australien wird noch heute von den Aborigines des Kundi-Djumindju Stammes in Kimberly mit einem rituellen Tanz gedacht.  Dieser Tanz zeigt wie die Dingos am Bootsdeck über das Wasser schauten und schließlich über Bord sprangen und an Land schwammen. Dort wälzten sie sich im Sand und jagten in die Wälder.  Für die Eingeborenen waren sie Fleischlieferant und Jagdhelfer zugleich.

Dingos und ihre nahen Verwandten

Neben den Dingos in Australien gibt es im mittleren Osten den Canaan Dog, in Afrika den Basenji, den Neu Guinea Singing Dog (NGSD) und den Carolina Dog in Amerika. Sogar der Shiba in Japan soll ein Verwandter des Dingos sein.

Australiens größtes Raubtier

Dingos werden zwar als Wildhunde bezeichnet, gelten aber als Raubtiere. Mit einer Schulterhöhe von 50 -60 cm wiegen Dingos zwischen 12 und 20 kg. Sie sind die natürlichen Feinde von streunenden Hunden, Katzen und Füchsen, aber werden auch als Bedrohung für Menschen und als Schädlinge der Viehwirtschaft betrachtet. Charakteristisch sind der breite Kopf mit langer, spitzer Schnauze und stehenden Ohren sowie die typisch rote bis sandfarbene Fellfarbe. Erst mit zwei Jahren werden die weiblichen Tiere geschlechtsreif. Ein Dingo hat eine Lebenserwartung von etwa 10 Jahren.

Im Gegensatz zu Haushunden bellen Dingos nicht. Das typische Heulen ist allen Dingo-Arten gemein, aber nur der Neu Guinea Singing Dog (NGSD) wurde auch danach benannt.

Dingos haben außerdem einen ausgeprägten Jagdinstinkt, sind wahre Klettermeister und unglaublich geschickt beim Graben. Sie haben ihre eigenen Verhaltensmuster, die man weder Wölfen noch Hunden zuordnen kann. Bei Unterwerfung legen sie die Ohren nicht nach hinten, sondern zur Seite. Während wir es von unseren Haushunden kennen, dass sie andere Vierbeiner durch die typische Vorderkörpertiefstellung zum Spiel auffordern, kauern sich Dingos flach auf den Boden und starren ihr Gegenüber an.

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