Sie wünschen sich einen treuen Gefährten und überlegen, einen Hund aus dem Tierheim oder dem Tierschutz aufzunehmen? Dann lesen Sie den folgenden Beitrag mit Tipps und Tricks zum Thema Hundevermittlung.

Inhaltsverzeichnis:

Ein Hund aus dem Tierheim

Etwa 6 Millionen Hunde leben in deutschen Tierheimen. Durch die begrenzten Kapazitäten sind die Heime davon abhängig, dass Tierliebhaber regelmäßig einige dieser Hunde bei sich aufnehmen. Es ist dabei nicht so schwer, einen Hund aus dem Tierheim zu adoptieren, wie es sich viele vielleicht vorstellen. Auch sind die Tierheime und die meisten Tiere in viel besserem Zustand als manch einer meinen mag. Die Tierheime sind oft gut organisiert und bieten im Internet Bilder oder gar Videos von den zu vermittelnden Hunden an. Kompetente Mitarbeitende kümmern sich um das Wohlergehen der Tiere und beantworten die aufkommenden Fragen.

Wie läuft eine Tierheim Hundevermittlung ab?

  1. Gehen Sie in ein Tierheim und fragen Sie einen Mitarbeiter nach den vorhandenen Tieren. Oder schauen Sie vorab auf der Website, ob Sie sich für ein Tier besonders interessieren und sprechen Sie die Mitarbeiter konkret auf diesen Hund an.
  2. Vereinbaren Sie anschließend einen Termin, um den Vierbeiner kennenzulernen.
  3. Im Tierheim bekommen Sie meist einen Fragebogen, den Sie ausfüllen. Darauf wird unter anderem gefragt, ob Sie ausreichend Zeit für den Hund haben, ihn artgerecht halten können und finanziell abgesichert sind.
  4. Dann suchen Sie sich einen Hund aus.
  5. Danach haben Sie die Möglichkeit zu einem Spaziergang mit dem Vierbeiner, bei dem Sie in der Regel eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter begleitet. Stellen Sie dabei Fragen zum Tier und lernen Sie so die Eigenarten, Probleme und Macken des Hundes kennen. Anschließend machen Sie alleine mit dem Hund einige Spaziergänge, um endgültig festzustellen, ob die Chemie stimmt.
  6. Seriöse Tierheime geben Ihnen dann noch einige Tage Bedenkzeit. Sie lassen sich die Pro- und Contra-Argumente durch den Kopf gehen und treffen mit Ihrem erworbenen Wissen eine finale Entscheidung. Schließlich erfolgt die endgültige Vermittlung des Tieres.
  7. Nach Entrichtung der Schutzgebühr und der Vertragsunterzeichnung gehört das Tier Ihnen. Für eine seriöse Hundevermittlung fällt eine Schutzgebühr zwischen 200 und 300 Euro an. Sie soll verhindern, dass unüberlegt Hunde aufgenommen werden.

Vor- bzw. Nachkontrollen

Viele Tierheime führen auch Vor- bzw. Nachkontrollen durch, um zu gewährleisten, dass es dem Tier gut geht.

  • Vorkontrolle: Ein Mitarbeiter vom Tierheim besucht Sie zuhause und führt mit Ihnen ein Gespräch. Dabei geht es um Ihren Tagesablauf, Ihre Lebensumstände und Ihre verfügbare Zeit.
  • Nachkontrolle: Befindet sich das Tier einige Wochen in Ihrer Obhut, schaut nochmals ein Mitarbeiter vorbei. Er informiert sich über das Wohlergehen des Hundes und schaut, wie Sie mit Ihrem neuen Familienmitglied zurechtkommen.

Hunde aus dem Tierheim sind oft kastriert, um zu verhindern, dass mit ihnen Zucht betrieben wird und um weitere herrenlose Hunde zu vermeiden. Dem Tierheim ist es wichtig, dass die Hunde in verantwortungsvolle Hände kommen.

Hundevermittlung im In- und Ausland

Eine Hundevermittlung vermittelt Hunde aus dem In- oder Ausland. Für zahlreiche Hunderassen gibt es spezielle Vereine und Organisationen, die Hunde weitervermitteln. Aus verschiedenen Gründen können diese Vierbeiner nicht bei ihren bisherigen Besitzenden bleiben. Die einzelnen Organisationen haben eine große Hundeauswahl und bieten Interessenten ihre kompetente Hilfe an.

Eine seriöse Hundevermittlung bietet Ihnen zahlreiche Vorteile

  • Kennenlernen des Hundes problemlos möglich
  • nur geimpfte, entwurmte und gechipte Hunde werden vermittelt
  • kompetente Beratung für Interessenten

Ganz wichtig: Suchen Sie Ihren neuen Hund nicht nach der Optik, sondern nach dem Wesen aus.

Viele Menschen bevorzugen jüngere Hunde. Allerdings ist die Sachlage in der Praxis komplizierter, schließlich können auch alte Hunde dazulernen. Oftmals dauert dieser Lernprozess allerdings etwas länger. Gerade bei Aggressionen, Angst oder fehlendem Vertrauen wird dies unter Umständen zu einem Problem. Junge Hunde sind dagegen oft sehr aufgeregt und kommen mit neuen Dingen nicht so gut zurecht.

Die Grundkommandos wie Sitz, Platz, und Fuß sollten in den meisten Fällen allerdings von Hunden jeglichen Alters ohne Probleme gelernt werden.

Tiervermittlung aus dem Ausland

In einigen ausländischen Tierheimen herrschen schlimme Zustände, viele Tierfreunde entscheiden sich daher für einen ausländischen Tierheim- oder Straßenhund, um ihm zu helfen. Es ist grundsätzlich eine gute Idee, Hunde aus harten Bedingungen zu adoptieren und ihnen die Chance auf ein besseres Leben zu ermöglichen.

Achten Sie jedoch unbedingt auf die Seriosität der Organisation, wenn Sie einen Hund aus dem Ausland in Ihre Obhut nehmen möchten. Nehmen Sie den Verein oder die Website genau unter die Lupe und suchen Sie den persönlichen Kontakt, bevor Sie an eine Tiervermittlung denken. Überlegen Sie sich vorher gezielte Fragen und achten Sie genau auf die Antworten.

Bei der Adoption von Hunden aus dem Ausland müssen Sie unbedingt einige rechtliche Aspekte beachten:

  • Ist der Import der Hunderasse nach Deutschland erlaubt? Für Pitbull-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier und Bullterrier besteht

beispielsweise ein Einfuhrverbot.

  • Beträgt das Alter des Hundes mehr als 15 Wochen?
  • Ist der Hund vor mindestens 3 Wochen gegen Tollwut geimpft worden?
  • Verfügt das Tier über einen Mikrochip zur Kennzeichnung?
  • Ist ein gültiger EU-Heimtierausweis vorhanden?

Erkundigen Sie sich gründlich über den Gesundheitszustand des Hundes, den Sie adoptieren wollen. Seriöse Organisationen geben Ihnen dazu alle verfügbaren Informationen weiter. Stellen Sie sicher, dass Ihr Hund einen EU-Impfpass und die entsprechenden Impfungen hat. Die Impfungen gegen Staupe, Parvovirose und Leptospirose zählen dabei zu den sogenannten Core-Impfungen und sind für alle Hunde empfohlen. Näheres erfahren Sie in unserem ausführlichen Beitrag zum Thema Hundeimpfungen.

Zahlreiche Krankheiten bedrohen die Gesundheit Ihres zukünftigen Familienmitglieds. Gehen Sie deshalb auf Nummer sicher und lassen Sie sich Tests und Blutuntersuchungen vorher schriftlich zeigen, bevor Sie einen Hund aus dem Auslandstierschutz adoptieren.

Machen Sie sich über die Hunderasse Ihres neuen Lieblings vorher sachkundig. So bereiten Sie sich auf mögliche Eigenheiten gründlich vor. Beschäftigen Sie sich außerdem mit dem Wesen und dem Werdegang Ihres neuen Hundes, um bestmöglich vorbereitet zu sein. Hat Ihr Vierbeiner beispielsweise vorher als Straßenhund gelebt, wird er eventuell gewisse Anpassungsschwierigkeiten haben. Zahlreiche Organisationen bieten Infomaterial und Tipps. Nehmen Sie diese Hilfestellungen an und ermöglichen Sie Ihrem Hund einen guten Start in sein neues Leben.

Ist der Hund bei Ihnen angekommen, sollten Sie alles dafür tun, dass sich Ihr Liebling möglichst rasch einlebt. Geben Sie Ihrem neuen Vierbeiner ausreichend Zeit, sich an die neuen Umstände zu gewöhnen und vermeiden Sie eine Reizüberflutung durch zu viele neue Eindrücke. Hunde, die in engen Zwingern oder unter schlechten Umständen gelebt haben, sind sehr ängstlich. Achten Sie darauf Fenster und Türen zu verschließen, um ein Ausreißen zu verhindern und ermöglichen Sie dem Vierbeiner auf langen Spaziergängen und mit viel Auslauf im Garten ausreichend Bewegungsfreiheit. Gehen Sie in der ersten Zeit trotzdem nur mit Leine spazieren, um ein Weglaufen zu verhindern. Nehmen Sie ein Sicherheitsgeschirr statt eines engen Halsbandes und vermeiden Sie so Verletzungen. Beachten Sie, dass Ihr neuer Hund Autos und Straßen eventuell als Gefahr ansieht und versuchen Sie ihn behutsam an die neuen Umstände zu gewöhnen.

Trotz aller Eingewöhnungsschwierigkeiten haben viele Menschen mit einer Hundevermittlung aus dem Ausland positive Erfahrungen gemacht. Sorgfältige Auswahl der Tiervermittlung, eine liebevolle Erziehung und ausreichend Zeit und Erfahrung ermöglichen dabei den langfristigen Erfolg. Viele Probleme lassen sich durch gezieltes Training beseitigen, bei tief verankerten Ängsten brauchen Sie etwas mehr Geduld.

Trotz aller Schwierigkeiten entwickeln sich viele Vierbeiner aus der Vermittlung bei artgerechter Haltung oft zu wertvollen Familienmitgliedern. Ob eine Hundevermittlung Welpen oder ausgewachsene Hunde vermittelt, das Wohl des Tieres sollte stets im Mittelpunkt stehen und die Abgabe sollte ausschließlich an gut vorbereitete Menschen erfolgen, die dem Hund die nötige Liebe und Zuneigung geben.

Foto: © oben: hedgehog94/Adobe Stock; im Text Nr. 1 bernardbodo/Adobe Stock, Nr. 2 Pixel-Shot/Adobe Stock

(0)