In einem Katzenhaushalt kann es häufiger vorkommen, dass der Sofalöwe im Spiel oder aus schlechter Laune heraus seinen Halter etwas kratzt oder beißt. Auch bei liebevollem Ablecken können Bakterien übertragen werden, die zu einer gefährlich klingenden, jedoch sehr seltenen und in der Regel harmlosen Infektion führen: der Katzenkratzkrankheit.

Übertragung

Die Katzenkratzkrankheit, auch Katzenkratzfieber genannt, wird durch Bakterien namens „Bartonella henselae“ ausgelöst. Diese Bakterien sitzen im Mund oder auf den Krallen (besonders häufig junger Kätzchen) und werden über Flöhe oder von Tier zu Tier (beispielsweise beim Kampf) übertragen. Kratzt oder beißt uns unser Stubentiger (oder leckt über eine kleine Wunde), gelangen die Bakterien auch in unseren Körper. Als besonders gefährdet gelten junge Menschen, bei welchen das Immunsystem noch nicht richtig ausgebildet ist, oder Menschen, deren Immunsystem aus anderen Gründen geschwächt ist.

Symptome

Bei infizierten Katzen zeigen sich in der Regel keine Symptome, es ist für Ihren Liebling also auch nicht weiter störend. Nur in besonders schweren Fällen können Atemprobleme und Infektionen in Mund, Augen und Harnwegen auftreten – Sie sollten dann natürlich umgehend den Tierarzt aufsuchen. Bei infizierten Menschen entwickeln sich um die Wunde zunächst kleine Knötchen mit einem Juckreiz und leichten Schmerzen, die jedoch nach einigen Tagen wieder verschwinden. Innerhalb der nächsten zwei Monate kann es dann zu Fieber, Kopf-, Glieder- und Bauchschmerzen, Müdigkeit, vermindertem Appetit, Übelkeit und Erbrechen sowie Anschwellen der der Wunde naheliegenden Lymphknoten kommen. In besonders seltenen, schweren Fällen kann es zu einer Bindehautentzündung, einem Befall des Nervensystems, Entzündungen des Augennervs oder des Rückenmarks oder einer Hirnhautentzündung kommen. In der Regel geht der Krankheitsverlauf jedoch nicht über ein Anschwellen der Lymphknoten hinaus.

Behandlung

Besonders gefährlich ist die Erkrankung nicht und die Symptome verschwinden in der Regel von selbst. Häufig wird entzündungshemmende Medizin wie Ibuprofen eingesetzt, um die Symptome zu lindern. Erst, wenn die Symptome über einen längeren Zeitraum andauern oder sich verschlechtern, werden Antibiotika eingesetzt.

Vorbeugung

Sie können besonders wildes Spielen mit den Händen vermeiden, um so Verletzungen vorzubeugen. Außerdem können Sie mit regelmäßigen Tierarztbesuchen und einer guten Pflege Flöhen, also den Trägern der Bakterien, vorbeugen. Durch die Seltenheit der Krankheit und den normalerweise harmlosen Verlauf ist jedoch auch ein kleiner Kratzer kein Grund, in Panik zu geraten – Sie brauchen also nicht auf die gewohnte Nähe zu Ihrem Liebling verzichten!

Foto: © Pavlo/Adobe Stock

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