Immer wieder müssen Tierschutzvereine und Behörden eingreifen, weil ein Haus oder eine Wohnung gefüllt mit vernachlässigten Vierbeinern entdeckt wurde. Doch die Besitzer, die für das Leid verantwortlich sind, sind sich ihrer Schuld häufig gar nicht bewusst.

Von der Verantwortung überfordert

Animal Hoarding kann ins Deutsche als Tiersammelsucht übersetzt werden. Es beschreibt das Verhalten einiger Menschen, Tiere jeglicher Art in einer zu großen Anzahl zu halten. Eine zu große Anzahl ist dann erreicht, wenn der Halter einer artgerechten Pflege nicht mehr nachkommen kann und seine Schützlinge hinsichtlich Futter, Wasser, Hygiene, Pflege und medizinischer Betreuung vernachlässigt werden.

Psychische Erkrankung

Die Sammler selbst sind sich den schlechten Umständen häufig nicht bewusst oder erkennen diese nicht an, da sie in der Regel ihren Haustieren nur Gutes wollen – zum Beispiel, indem sie sie aus dem Heim „retten“. Sie sind jedoch von der Verantwortung überfordert bzw. sind sich ihrer gar nicht erst im Klaren und lehnen daher Lösungsansätze (beispielsweise die Kastration der vorhandenen Tiere gegen eine weitere Zunahme) ab. Damit besteht nicht nur Handlungsbedarf aus tierschutzrechtlichen Gründen, sondern auch hinsichtlich der psychischen Erkrankung des Menschen.

Problemfälle erkennen und melden

Nicht jeder, der eine große Anzahl an Haustieren hält, ist gleich als Sammler zu bezeichnen. Bemerken Sie jedoch einen Haushalt, in dem zu viele Tiere auf zu wenig Platz mit mangelnder Pflege und Versorgung – insgesamt also nicht artgerecht – gehalten werden, sollten Sie sich an Ihr zuständiges Veterinäramt oder den deutschen Tierschutzbund wenden.

Eine Online-Broschüre des deutschen Tierschutzbundes mit umfassenden Informationen zu dem Thema finden Sie außerdem hier.

Foto: © agnormark/Adobe Stock

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