Ein Gastartikel von Nadine Potthoff

Was ist besser als ein Hund? Mehrere Hunde! In einer Artikel-Serie erzählt uns Mehrhunde-Halterin Nadine Potthoff von ihrem Leben mit einem ganzen Hunderudel. Von den Anfängen mit ihrer ersten Hündin Luna über die Entscheidung zu einer zweiten Hündin bis zu einer ganzen Handvoll Hunde, Nadine Potthoff nimmt Sie mit und erzählt aus ihrem turbulenten Hunde-Alltag.

Vom Tierheim ins Eigenheim

In unserem Zuhause und Garten angekommen betraten Teta und Espinete zum ersten Mal Rasen. Meine größte Sorge war es, wie sie sich wohl im Haus mit Wänden, Parkettböden, Stufen und Möbeln verhalten würden, nachdem sie zwei und vier Jahre draußen gelebt und geschlafen haben und sich überall entleeren konnten.

Teta war eine richtige Streberin. Nach vier Jahren ohne Halsband lief sie sofort an der Leine und war von Anfang an stubenrein. Sie war aufgeschlossen gegenüber allen Menschen und Hunde waren nach einem Leben mit 500 anderen Hunden nicht wirklich interessant für sie.

Espinete wollte zu Anfang nicht an der Leine laufen. Für ihn waren Spaziergänge zu Anfang ungewohnt und anstrengend, da er das Tierheim mit einem kaputten Schultergelenk verlassen hatte und daher ein wenig humpelte. Zusätzlich hatte er große Angst vor Menschen, sodass er keine ruhige Sekunde hatte, wenn wir mit ihm unterwegs waren.

Meine anfängliche Sorge um das Haus war unbegründet, beide Hunde verhielten sich, als hätten sie nie anders gelebt und nichts wurde beschädigt…wenn man das tägliche Beinchen heben am Staubsauger durch Espinete nicht als Beschädigung ansieht ;)

Vom eingespielten Dream-Team zum Dream-Quartett

Luna und Mini hatten ihren festen Tagesablauf und waren es gewohnt den Vormittag alleine zu Hause zu verbringen, während wir arbeiteten. Diesen Ablauf hatten Teta und Espinete sich schnell abgeschaut, sodass das Leben mit vier Hunden Zuhause kaum anders war als mit zwei Hunden.

Gassirunde mit Hunderudel

Eine kleine Herausforderung wurde es erst, wenn man mit allen vier Hunden außer Haus unterwegs war. Bis alle im Auto Platz genommen haben, bis man wusste, welche zwei Hunde am besten zusammenlaufen und wie man auch mal alleine mit allen vieren gehen konnte - ohne Leinenchaos!

Der erste Ausflug als Großfamilie ging in den Zoo. Während Teta tierisch interessiert an all den anderen Tieren war, wusste Espinete noch nicht was überwiegt: seine Angst vor den anderen Besuchern oder die Neugier auf die Tierwelt. Jedoch konnten wir ihn nicht Zuhause isolieren, er musste den Umgang mit Menschen lernen.

Die weiteren Ausflüge gingen auf verschiedene Hundeauslaufflächen, aber weniger für das Sozialverhalten, da sie durch ihre Vergangenheit im Tierheim mit 500 Hunden genug Hundekontakte hatten. Viel mehr haben wir dort Rückruf und Bindung an uns gelernt, sodass sie auch mal ohne Leine laufen konnten, aber auf ihren Namen hören oder Blickkontakt mit uns halten mussten, damit sie nicht alleine stehen gelassen werden.

Meist entfernten sie sich aber sowieso nicht von unserer Seite. So konnten sie auch schnell das Leben auf dem Land genießen, ohne Leine auf den vielen Feldern und durch Wälder spazieren und entdecken, was die Hundewelt alles zu bieten hat.

Foto: © Nadine Potthoff

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