„Ohne ein paar Hundehaare ist man nicht richtig angezogen.“ – ein beliebter Spruch unter Hundehaltern und zwar nicht ohne Grund: Hundehaare bzw. haarende Hunde sind ein großes Thema! Fellstruktur und –farbe prägen außerdem das Erscheinungsbild unserer Vierbeiner enorm und stellen unterschiedliche Anforderungen an die Pflege.

Welches Fell ein Hund bekommt ist – klar – eine Sache der Gene. Folgende drei Gene werden unabhängig voneinander vererbt:

  • FGF5: bestimmt das Wachstum von Kurzhaar oder Langhaar
  • RSPO 2: ist für die Ausprägung von Rauhaarigkeit, Stirnlocke und Bart verantwortlich
  • KRT71: steuert die Lockenbildung

Die Kombination dieser Erbanlagen ergibt die unterschiedlichen Haarvarianten unserer Vierbeiner.

Welche Fellstruktur hat mein Hund?

Um den eigenen Vierbeiner bestens zu pflegen und damit auch unerwünschten Haarausfall zu minimieren, ist es hilfreich, die Fellstruktur des Hundes genau zu kennen. Hier unterscheidet man zuerst zwischen ein-, zwei- und dreischichtigem Fell.

Einschichtiges Fell

Darunter fallen Hunde mit Glatthaar (Kurzhaar) und krausem Haar. Kurzhaarhunde, wie beispielsweise Boxer oder Dobermann, haben kaum oder gar keine Unterwolle, sondern nur kurzes, festes Deckhaar, das über das gesamte Jahr nach wächst. Im Gegenzug besteht krauses Haar wie das des Pudels hauptsächlich aus Unterwolle, die aber sehr lang werden kann. Deshalb müssen diese Hunde auch regelmäßig geschoren werden, haben aber kaum mit Haarausfall zu kämpfen.

Zweischichtiges Fell

Beim wilden Vorfahren unserer Hunde, dem Wolf, besteht das Fell aus einer Schicht Unterwolle und darüber Deckhaar. Diese Fellart wird als Stockhaar bezeichnet und tritt bei Hunden in unterschiedlichen Längen auf. Vierbeiner mit Stockhaar verlieren während des Fellwechsels im Frühjahr einen Großteil ihrer Unterwolle, die dann zum Winter wieder nach wächst. Weitere Formen des zweischichtigen Fells sind Langhaare mit wenig oder viel Unterwolle und Filzhaare.

Hunde mit Unterwolle sollten nicht geschoren werden, freuen sich aber über ein ausführliches Ausbürsten, damit das Fell seine natürlichen Funktionen ungehindert übernehmen kann.

Dreischichtiges Fell

Terrier wie zum Beispiel der Parson Russel oder Foxterrier haben ein dreischichtiges Fell, auch Trimmfell genannt. Die dritte Schicht wird von bereits abgestorbenen rauen Haaren gebildet, die aber nicht von alleine herausfallen, sondern lose an der Haut sitzen. Hier ist ebenfalls wichtig, den Hund nicht zu scheren, sondern die dritte Schicht in angemessenem Maße heraus zu zupfen.

Bei einem erfahrenen Hundefriseur erfahren Herrchen und Frauchen genau, worauf es ankommt und können sich Tipps zu Werkzeug und Technik in Sachen Fellpflege abholen. Daher planen Sie den Besuch lieber als Vorsorgemaßnahme und nicht erst, wenn alles im Wahrsten Sinne des Wortes zum Haare raufen ist.

Foto: © MarcelS/fotolia.com

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