Anfang Februar diesen Jahres startete die SAT.1 Dokumentationsserie „Norberts Zoo“. Begleitet wird der Inhaber des weltweit größten Zoofachgeschäfts Norbert Zajac. Es befindet sich in Duisburg und bietet von Aquaristik, Terraristik, Kleintieren, Vögeln bis hin zu Exoten wie Affen oder Faultieren ein schier unendliches Angebot an Tieren. Ebenfalls zum Sortiment zählen Hunde- und Katzenwelpen.

Zajac selbst bezeichnet sein Fachgeschäft als „Treffpunkt für Tierfreunde“. Doch kann der Verkauf von jungen, sensiblen Hunde- und Katzenkindern in einem profitorientierten Betrieb wirklich im Sinne der Tierliebe sein?

Die Geschichte des Zoo Zajac

Seit 1975 ist die Familie Zajac im Zoofachgeschäft tätig. 2004 wurde dann das heutige Riesen-Zoofachgeschäft eröffnet. Rund 250.000 Tiere leben auf über 12.000 Quadratmetern Ladenfläche. Ein Außengelände mit einer Fläche von 2.200 Quadratmetern macht das Giganten-Geschäft komplett. Mit 3.000 verschiedenen Tierarten und zahlreichem Zubehör erzielt Zoo Zajac durchschnittlich einen Jahresumsatz von 20 Millionen Euro. Nach einem Umbau im Wert von 800.000 Euro begann Norbert Zajac 2012 mit dem Verkauf von Welpen. Zu dieser Zeit sprach der „Tierfreund“ von einem Verkaufsziel von 1.000 Hundewelpen im ersten Jahr.

Der Welpenverkauf

Laut Zajac werden die Hunde- und Katzenwelpen „mehr oder weniger“ von Privatzüchtern eingekauft. Im Zoo-Fachhandel angekommen werden die kleinen Vierbeiner zunächst in eine Quarantänestation vor Ort gebracht. Nach einem Check-Up der hauseigenen Tierärzte werden die Tiere dann zum Verkauf angeboten. Wer einen Hund oder eine Katze im Zoo Zajac kauft, bekommt eine 14-Tage-Gesundheitsgarantie gleich mit. Innerhalb dieser Frist kann man sein gekauftes Tier im Fall der Fälle von den Tierärzten des Zoo Zajac kostenlos behandeln lassen.

Kritik am Zoo Zajac

Gesetzlich ist es in Deutschland nicht verboten, Hunde und Katzen in Fachgeschäften zu verkaufen. Doch warum tut es dann niemand außer Zajac? Es gibt ein ungeschriebenes Gesetz, dem sich die Vertreter der Zoofachgeschäfte verschrieben haben. Der komplette Zentralverband zoologischer Fachbetriebe e.V. hat sich gegen den Verkauf entschieden! Einziger, der dagegen verstößt: Norbert Zajac. Tierschutzorganisationen wie Vier Pfoten und PETA befürchten vermehrte Spontankäufe und eine damit einhergehende zunehmende Überfüllung der Tierheime. Auch andere Zoofachhändel könnten nachziehen. Eine ausreichende Qualitätssicherung könnte da kaum gewährleistet werden. Selbst der Präsident der Bundestierärztekammer empfiehlt Welpen von seriösen Züchtern zu kaufen, bei denen Junge und Muttertier zusammen besucht werden können.
Doch der Verkauf von Hunde- und Katzenwelpen ist nicht der einzige Kritikpunkt. Auch der Verkauf zahlreicher Exoten (Faultiere, Affen, Reptilien und Co.) kann zu unnötigem Leid seitens der Tiere  führen. Durch den einfachen Zugang zu solch exotischen Tieren steigt die Wahrscheinlichkeit von nicht-durchdachten und voreiligen Käufen. Halter sind schnell mit den besonderen, artenspezifischen Anforderungen überfordert.

Sein Ziel von 2012, 1.000 Welpen zu verkaufen, erreichte Norbert Zajac glücklicherweise nicht. Im ersten Jahr waren es nur knapp 400 verkaufte Welpen. Als Grund gibt der Geschäftsinhaber dafür den Mangel an seriösen Züchtern an. Man kann nur hoffen, dass die eigentliche Ursache für die nur begrenze Abnahme der Tiere das Wissen und Gewissen Hunde- und Katzeninteressierter ist. Erste Anlaufstelle für den Hunde- und Katzenkauf sollten immer seriöse Züchter oder Tierheime sein – nicht Fachgeschäfte, die sensible Vierbeiner wie Produkte anbieten und damit lediglich einen unternehmerischen Zweck verfolgen.

Foto: © Ingo Bartussek/fotolia.com

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