„Das Fell spiegelt die Gesundheit einer Katze wieder.“ – so lautet ein Sprichwort. Je seidiger und glänzender das Katzenfell ist, desto wohler fühlt sich die Samtpfote. Das stimmt jedoch nicht immer - manch eine Katzenrasse braucht zusätzlich eine besondere Fellpflege. Darüber hinaus spielen Faktoren wie zum Beispiel das Alter, der gesundheitliche Zustand und Vorbelastungen, wie Allergien oder Krankheiten, eine Rolle für ein gesundes Katzenfell.


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Gesundes Katzenfell: Felltypen

Ebenso wie bei Menschen, stellt die Haut das größte Organ der Katze dar. Entsprechend des Alters macht diese einen prozentualen Anteil von 12 bis 24 Prozent des Gesamtgewichts aus. Tagtäglich bildet sie:

  • Haare
  • Hornhaut
  • Krallen
  • verschiedene Hautschichten

Die Hautgesundheit ist also entscheidend für ein gesundes Katzenfell. Das Fell besteht hauptsächlich aus Eiweiß und Keratin und ist aus dem Deckhaar und der Unterwolle aufgebaut. Das längere Deckhaar bestimmt die Farbe Ihres Lieblings und entscheidet, wie dicht das Fell ist. Feine kurze Haare direkt auf der Haut bilden die Unterwolle und wirken isolierend.

Mit einer Dichte von 25.000 Haaren pro Quadratzentimeter hat die Katze ein sehr dichtes Fell im Vergleich zum Hund. Deren Haardichte ist gerade mal ein Viertel so hoch und beim Menschen beträgt die Dichte nicht mal ein Zehntel davon. Wussten Sie außerdem, dass Nacktkatzen über die gleiche Dichte an Haarfollikeln verfügen wie Katzen mit Fell? Sie sind jedoch kleiner, weshalb diese Katzen kein Fell haben.

Gesundes Katzenfell: Funktionen

Das Fell dient in erster Linie als Isolationsschicht. Im Winter wärmt es Ihre Samtpfote und im Sommer schützt es die Haut vor der Sonne und der damit verbundenen schädlichen UV-Strahlung. Bei schlechtem Wetter sorgt es dafür, dass Ihre Freigängerkatze nicht komplett durchnässt. In der freien Wildbahn ist das Fell außerdem entscheidend für die Tarnung der Katze. Darüber hinaus kommuniziert sie über das Fell mit Artgenossen. Ihre Katze imponiert oder droht einer anderen Katze beispielsweise, indem sie es aufstellt. Damit das Haarkleid Ihrer Samtpfote stets optimal funktioniert, tauscht sie es zweimal im Jahr aus. Dieser Fellwechsel ist bei Wohnungskatzen nicht so intensiv, da sie Temperaturschwankungen nicht so extrem ausgesetzt sind. Trotzdem bedankt sich jede Samtpfote für die zusätzliche Pflege und belohnt Sie mit einem seidig glänzenden und gesunden Katzenfell.

Gesundes Katzenfell: Fellveränderungen bei kranken Katzen

Viele Krankheiten wirken sich auf das Fell aus. Deswegen wird es auch als Spiegel der Gesundheit bezeichnet und offenbart uns, wenn unserem Liebling etwas fehlt.

Die klassischen Haut- und Fellerkrankungen sind Räude durch Milben, andere Parasiten wie Flöhe sowie bakterielle oder Pilzerkrankungen. Gegen Flöhe und Zecken gibt es viele Möglichkeiten zur Parasitenprophylaxe. Lassen Sie sich dafür in Ihrer Tierarztpraxis beraten.

Auch eine mangelhafte Fellpflege, kann sich negativ auf das gesunde Katzenfell auswirken. Ist Ihre Katze ein Freigänger, bedarf es aufgrund von Verschmutzungen durch Schlamm, Äste, Blätter und Co. bisweilen einer Extraportion Pflege. Ist das Fell verdreckt, verknotet oder sogar verfilzt, sammelt sich darunter gerne Feuchtigkeit. Die warme feuchte Haut bietet Pilzen und Bakterien einen wunderbaren Lebensraum. Daher ist gerade die Fellpflege bei Perserkatzen oder anderen langhaarigen Vierbeinern zwar langwieriger, aber umso wichtiger für ein gesundes Katzenfell.

Bei der Fellpflege entdecken Sie neben verfilzten Stellen möglicherweise auch die kleinen, parasitären Bewohner im Fell oder sehen, wenn die Haut Veränderungen zeigt. Juckreiz sorgt dafür, dass sich Ihre Katze vermehrt kratzt oder leckt. Achten Sie auf kahle Stellen durch Haarausfall, auf gerötete Haut oder Schuppen. Haarausfall an Ohren, Kopf, Beinen und im Nacken ist ein Anzeichen für Milben. Haben Sie mehrere Katzen und sie kratzen sich alle vermehrt? Auch das deutet auf einen Milben- oder Flohbefall hin, da sie sich von Katze zu Katze übertragen.

Des Weiteren können sich Hormonstörungen wie Diabetes mellitus oder eine Schilddrüsenüberfunktion negativ auf das Fell auswirken. Das Fell wirkt dann stumpf. Außerdem können, wie bei uns Menschen auch, Allergien bei Katzen vorkommen.  Das führt dazu, dass sie sich vermehrt kratzen oder belecken. Die häufigsten Allergien bei Katzen sind die Flohspeichelallergie und die Futterallergie. Bei der Futterallergie richtet sich das eigene Immunsystem meistens gegen ein bestimmtes Eiweiß z.B. Rindereiweiß.

Katzen, die an chronischen Erkrankungen oder Gelenkschmerzen leiden, putzen sich unter Umständen seltener. Insbesondere wenn der Gesundheitszustand Ihres Vierbeiners über einen längeren Zeitraum beeinträchtigt ist, wird das Fell stumpf. Andererseits können Bauchschmerzen oder Stress dazu führen, dass sie sich vermehrt ableckt – vor allem am Bauch, der dann ganz kahl wird.

Gesundes Katzenfell: Ernährungsbedingte Fellveränderungen

Als weitere Ursache für Fellveränderungen bei der Katze kommt das Futter in Frage. Möglicherweise fehlen wichtige Nährstoffe, wie die essentiellen Omega-6-Fettsäuren oder B-Vitamine, weil das Futter minderwertig oder die Darmflora durch Würmer gestört ist. Das kann zu stumpfem Fell führen. Wie oben erwähnt, kann Ihre Katze auch allergisch gegen bestimmte Futterinhaltsstoffe sein. Um möglichen Nährstoffmängeln oder anderen Krankheiten auf die Spur zu kommen, könnte eine Futterberatung oder Kot- und Blutuntersuchungen in Ihrer Tierarztpraxis sinnvoll sein.

Mit der richtigen Katzenernährung hingegen können Sie das Fell Ihrer Katze positiv beeinflussen. Beispielsweise sorgen Omega-3-Fettsäuren, ausreichend Eiweiß und Vitamin-B Präparate für ein seidig glänzendes und gesundes Katzenfell

Dieser Artikel wurde geprüft von Tierärztin Melanie Ahlers.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.


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