Zecken gehören zu den häufigsten Hunde- und Katzenparasiten. Tier und Halter müssen sich wohl oder übel regelmäßig mit ihnen auseinandersetzen, wobei die Gefahr der lästigen Tierchen nicht zu unterschätzen ist. Wir haben für Sie zusammengefasst, was Sie über Zecken bei Hunden und Katzen unbedingt wissen sollten.


Inhaltsverzeichnis:


Zecken: Gemeine Parasiten bei Haustieren

Bei Zecken handelt es sich um sogenannte Ektoparasiten, d.h. sie befallen ein Wirtstier (oder einen Menschen) von außen und ernähren sich von ihm. Zecken halten sich nur zum Blutsaugen auf einem Wirt auf und leben ansonsten in der freien Natur. Dass sie sich von Bäumen fallen lassen, ist dabei übrigens ein Mythos. Stattdessen sitzen sie auf Grashalmen, Buschzweigen und im Unterholz, wo sie auf potenzielle Wirte warten und sich um Vorbeigehen abstreifen lassen. Sie sind weltweit auftretende Parasiten, die zu den Spinnentieren gehören. Wie die Spinnen, die wir kennen, hat eine ausgewachsene Zecke acht Beine. Ein besonderes Merkmal ist der Stechapparat, der aus scherenartigen Mundwerkzeugen und einem Stachel besteht.

Es sind bereits zahlreiche verschiedene Zeckenarten bekannt. Bei Hunden und Katzen in Deutschland kommen vor allem Zeckenarten wie der Gemeine Holzbock, die Buntzecke beziehungsweise Auwaldzecke und die Braune Hundezecke vor. Neuerdings breitet sich außerdem die Hyalomma-Zecke aus, die ursprünglich aus Trocken- und Halbtrockengebieten Afrikas, Asiens und Südeuropas kommt und etwa dreimal so groß ist wie der Gemeine Holzbock.

 

Zecken beißen nicht, sie stechen: Ihr Mundwerkzeug ermöglicht es der Zecke, die Haut des Menschen oder des Tieres aufzureißen. Dann gräbt sie mit einem Stachel eine Grube in das Gewebe, sodass sich die Stelle mit Blut füllt, das immer wieder nachfließt und so kontinuierlich abgesaugt werden kann. Entgegen der umgangssprachlichen Beschreibungen sollte also eigentlich nicht von einem Zeckenbiss die Rede sein, sondern von einem Zeckenstich.

 

Es sind bereits zahlreiche verschiedene Zeckenarten bekannt. Bei Hunden und Katzen in Deutschland kommen vor allem Zeckenarten wie der Gemeine Holzbock, die Buntzecke beziehungsweise Auwaldzecke und die Braune Hundezecke vor. Neuerdings breitet sich außerdem die Hyalomma-Zecke aus, die ursprünglich aus Trocken- und Halbtrockengebieten Afrikas, Asiens und Südeuropas kommt und etwa dreimal so groß ist wie der Gemeine Holzbock.

Zecken entwickeln sich über verschiedene Stadien aus dem Ei zur erwachsenen Zecke. Die Zeckenlarve ist weiß und bis zu einem halben Millimeter groß und besitzt erst drei Beinpaare. Das vierte Beinpaar wächst bei der Larve erst nach der Blutmalzeit. Das zweite Stadium ist die Nymphe, das dritte die erwachsene Zecke. In jedem Entwicklungsstadium benötigt der Parasit Blut, auch als erwachsenes Tier für die Eiablage. Das Weibchen kann bis zu 1.800 Eier legen, wodurch Zecken häufig vorkommen und unsere Vierbeiner regelmäßig befallen. Die Wirte können sich dabei über die verschiedenen Stadien verändern, so bevorzugen die Larven in der Regel kleinere Säugetiere wie Igel oder Mäuse.

Gefahr von Zecken bei Hunden und Katzen

Zecken kommen bei Hunden und Katzen relativ häufig vor, da sie sich bei einem Spaziergang oder bei Freigängerkatzen schnell im Fell des Vierbeiners absetzen. Sie sind für unsere Vierbeiner gefährlich, weil sie verschiedene Krankheiten übertragen. FSME, Borreliose beim Hund, Borreliose bei Katzen, Anaplasmose, Ehrlichiose, Hepatozoonose und Babesiose werden beispielsweise durch Zecken übertragen. Damit Erreger über die Zecke in den Körper des Hundes gelangen, muss die Zecke ungefähr 16 bis 24 Stunden Blut saugen, je länger also eine Zecke an ihrem Wirt hängt, umso wahrscheinlicher wird eine Erkrankung. Ob die Zecke Ihren Vierbeiner angesteckt hat, wissen sie meist nicht direkt, da konkrete Hinweise auf eine Erkrankung durch den Zeckenbiss teilweise erst Wochen oder sogar Monate später auftreten. Zu den Symptomen der meisten durch einen Zeckenbiss übertragenen Krankheiten beim Hund gehören Fieberschübe, Erbrechen, Appetit- und Antriebslosigkeit, Erschöpfung und Gewichtsverlust. Besonders allarmierend sind außerdem blutiger Urin, Bewegungsstörungen und Lahmheitserscheinungen (häufig durch Gelenkentzündungen ausgelöst) sowie Blutungen und Ödeme. Neben den übertragenen Erkrankungen kommt es in seltenen Fällen durch Zecken bei Hunden und Katzen zu einer Hautreizung an der Stichstelle. Besonders bei geschwächten Tieren kann die Stichstelle zudem als Eintrittspforte für Bakterien dienen und zu schlimmen Entzündungen führen. Aufgrund des verzögerten Auftretens der Symptome sollten Sie sich den Fund einer Zecke an ihrem Vierbeiner umgehend notieren, zum Beispiel in AGILAs Tiergesundheitskalender, sodass Sie den Zeitpunkt des Zeckenbefalls immer nachvollziehen können.

Zecken bei Hunden und Katzen entdecken

Zecken bei Hunden und Katzen sind große, mit dem bloßen Auge erkennbare Parasiten und werden häufig beim Streicheln oder Bürsten des Tieres entdeckt. Möglicherweise krabbeln die Blutsauger noch auf der Suche nach der perfekten Stelle im Fell herum oder sie haben sich bereits festgesetzt. Hat die Zecke das Wirtstier nach der Blutmahlzeit bereits verlassen, wird die Einstichstelle zumeist vom Fell verdeckt und ist kaum zu finden. Sie sollten insbesondere nach Spaziergängen während der wärmeren Jahreszeiten ihren Vierbeiner auf Zecken kontrollieren, da die Parasiten meist dann beim Aufenthalt im Freien und durch Stöbern im Gebüsch aufgefangen werden. Eine gründliche Fellpflege lohnt sich damit umso mehr.

Zecken bei Hunden und Katzen vorbeugen

Um Zeckenbefall und damit Infektionsgefahr und Übertragung von Erkrankungen zu vermeiden, empfiehlt sich ein wirksamer Zeckenschutz. Ein Befall kann sehr wirkungsvoll durch Spot-on-Präparate, Tabletten oder Halsbänder mit entsprechenden Wirkstoffen verhindert werden. Diese Wirkstoffe wirken entweder repellierend oder akarizid. Repellentien wehren Zecken bei Hunden und Katzen ab: Die Parasiten haften zwar kurzzeitig auf dem Tier, fallen dann jedoch ab und sind in der Regel so geschädigt, dass sie auch kein anderes Tier mehr befallen können. Um sicher zu gehen, dass die Zecke nicht sticht, besitzen einige Medikamente einen „Hot-Feet-Effekt“. Da die Zecken auf den behandelten Tieren den Wirkstoff beim Herumkrabbeln und damit über die Beine aufnehmen, haben sie das Gefühl, auf einer heißen Herdplatte zu laufen und fallen ab, noch bevor sie den Vierbeiner stechen können. Akarizide töten die Zecke nach dem Stich. Bei der Wahl des richtigen Mittels gegen Zecken für Ihren Hund oder Ihre Katze kann Ihnen Ihr Tierarzt helfen.

Zecken bei Hunden und Katzen entfernen

Die Behandlung eines Zeckenbefalls erfolgt durch die möglichst frühzeitige Entfernung der Zecke. Je eher sie entfernt wird, desto größer ist die Chance, dass noch keine Krankheitserreger übertragen wurden. Eine ordentliche Zeckenentfernung erfolgt dabei mit einem geeigneten Werkzeug wie zum Beispiel einer speziellen Zeckenzange, einem Zeckenlasso oder einem Zeckenhaken, auch Tick Twister genannt. Auf Öle, Alkohol oder andere Substanzen sollten Sie verzichten und auch vom Entfernen allein mit den Fingern raten wir ab, da die Zecke dabei gequetscht werden könnte und Krankheitserreger in den Stich gedrückt werden. Am besten fassen Sie die Zecke mit ihrem gewählten Werkzeug nahe an der Haut und ziehen Sie sie gleichmäßig und gerade weg. Haben Sie etwas Geduld, da es eine halbe Minute dauern kann, bis die Zecke leicht aus der Haut gleitet. Ein beliebter Fehler ist es, die Zecke zu drehen, wobei jedoch Teile der Zecke stecken bleiben können. Ob eine Infektionskrankheit übertragen wurde, lässt sich erst später feststellen. Daher können auch aus einem harmlosen Zeckenbiss ungeahnte Folgeerkrankungen entstehen.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

  

Foto: © Bild oben: AGILA Haustierversicherung / Infografik: AGILA Haustierversicherung/www.i-de.de