Zecken sind bekannt als gemeine Parasiten, die zudem auch noch gefährliche Krankheiten übertragen können. Da horcht man natürlich auf, wenn neue tropische Zecken ihren Weg nach Deutschland finden. Erfahren Sie hier, was Zecken der Gattung Hyalomma für Sie und Ihren Vierbeiner bedeuten.


Inhaltsverzeichnis:


Eine neue Zeckenart kommt nach Deutschland

Im Jahr 2018 hat die in Deutschland neue Zeckenart für viel Aufregung gesorgt, als erste Exemplare der Gattung Hyalomma gefunden wurden. Genau genommen handelt es sich dabei um die beiden Arten Hyalomma marginatum und Hyalomma rufipes, die eigentlich in Südosteuropa, Afrika und Asien zuhause sind. Den weiten Weg nach Deutschland sollen sie mithilfe von Zugvögeln geschafft haben: Die Larven und Nymphen der Hyalomma-Zecke nutzen als Wirte neben Kleinsäugern auch Vögel, an denen sie bis zu 28 Tagen haften bleiben. Da der Sommer 2018 besonders heiß war, konnte sich die neue Zeckenart auch in Deutschland von ihrem Nymphen-Stadium zu einer ausgewachsenen Zecke weiterentwickeln.

Wie sieht die neue Zeckenart aus?

Die Hyalomma-Zecke hebt sich in ihrem Aussehen deutlich von den heimischen Zeckenarten ab. Zunächst ist sie mit einem Körpermaß von 6,5 mm (vollgesogen bis zu 25 mm) deutlich größer als unsere heimischen Arten, wie beispielsweise der gemeine Holzbock. Außerdem sind die gestreiften Beine ein eindeutiges Merkmal, da diese bei den in Deutschland sonst üblichen Arten einfarbig braun bis schwarz sind. Eine weitere Besonderheit der Hyalomma-Zecken ist ihre Fähigkeit, mit ihren Augen potentielle Wirte zu erkennen und diese sogar aktiv zu verfolgen.

Warum kann die neue Zeckenart gefährlich sein?

Verschiedene Zeckenarten können Überträger unterschiedlicher und gefährlicher Viren, Bakterien und Infektionen sein, wie beispielsweise Borreliose, FSME und weitere Katzen- und Hundekrankheiten. Da liegt die Befürchtung nahe, dass die neue Zeckenart auch neue Tropenkrankheiten mit sich bringt. Die Hyalomma-Zecken sind potentielle Überträger des Krim-Kongo-Fieber und einer Variante des tropischen Zecken-Fleckfieber – diese betreffen allerdings nur uns Menschen (wo sie sich häufig in Fieber, Schüttelfrost und Gliederschmerzen äußern) und nicht unsere Hunde und Katzen. Bisher wurde der Erreger des Krim-Kongo-Fieber jedoch bei keiner der in Deutschland entdeckten Zecken festgestellt. Auch andere Krankheitserreger wie Borrelien wurden bislang bei den Hyalomma-Zecken nicht gefunden. Lediglich Erreger des Zecken-Fleckfiebers wurden bei einigen Zecken bemerkt, was im vergangenen Jahr zu nur einem Krankheitsfall bei einem Menschen geführt hat. Außerdem ist die Gesamtzahl der bisher identifizierten Zecken sehr gering. Ob sich hinsichtlich der Anzahl ein steigender Trend abzeichnet, kann erst in den kommenden Jahren festgestellt werden. Ein wichtiger Faktor ist dabei unter anderem das Klima: Um ihre Eier ablegen zu können (und damit diese sich auch weiterentwickeln) muss die Zecke eine Umgebungstemperatur von mindestens 15 °C haben.

Was bedeutet die neue Zeckenart für Hunde und Katzen?

Eine ausgewachsene Hyalomma-Zecke bevorzugt große Säugetiere und gelegentlich auch Menschen. Für unsere Hunde und Katzen spielt die neue Zeckenart als Überträger tropischer Krankheiten allerdings eine eher untergeordnete Rolle. Unsere Vierbeiner sind also kaum gefährdet und das Gesundheitsrisiko gering. Allerdings können heimische Zeckenarten gefährliche Krankheiten übertragen, schützen Sie Ihre Vierbeiner also prinzipiell vor den Parasiten. Außerdem können Sie der Forschung weiterhelfen, sollten Sie einer Hyalomma-Zecke begegnen: Bei der Universität Hohenheim und der Tierärztlichen Hochschule Hannover können Sie den Zeckenfund melden.

Foto: © Sergey Toronto/Adobe Stock

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