Die Temperaturen sind mild, die Sonne prickelt wohlig auf der Haut, alles ist grün. Es gibt kaum Schöneres als in den wärmeren Jahreszeiten mit seinem Hund durch Wiesen und Wälder zu streifen. Wenn da nur nicht diese Zecken wären! Die lästigen Biester können einem den Spaß am Spazierengehen mit dem Vierbeiner so richtig verderben. Ein einziger Zeckenstich kann gefährliche Krankheiten wie BorrelioseFSMEAnaplasmose, Ehrlichiose und Hundemalaria übertragen. Auch Sie als Tierhalterin oder Tierhalter sind in Gefahr, denn die Zecken können von Ihrem Vierbeiner in die Wohnung getragen werden und sich irgendwann vollgesaugt von ihm lösen. Nach einiger Zeit suchen sich die Parasiten dann wieder ein neues Opfer - da bietet sich auch der Mensch an. Deswegen ist es enorm wichtig, Ihren Liebling zu schützen. Welcher Zeckenschutz für Hunde und Katzen geeignet ist, lesen Sie im Folgenden.


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Zeckenschutzmaßnahmen

Ein sicherer Zeckenschutz ist sicherlich das Meiden von Gebüschen und hohem Gras: Dort halten sich Zecken am liebsten auf. Beim Spazierengehen ist das aber auch eine große Einschränkung für Hunde und den Weg von Freigänger-Katzen kann man schon gar nicht kontrollieren. Daher sollte man täglich, und immer nach dem Ausgang, den Körper seines Lieblings gründlich auf Zecken kontrollieren. Viele der Parasiten krabbeln noch lange im Fell herum, bevor sie eine geeignete Stelle gefunden haben und können so noch rechtzeitig entfernt werden.

Zur Vorsorge gegen Zeckenstiche - damit es gar nicht erst zu Folgeerkrankungen kommt - sollten Sie Ihr Haustier immer zusätzlich durch spezielle Anti-Zecken-Mittel aus der Tierarztpraxis schützen. Mittlerweile gibt es zahlreiche Zeckenschutz-Mittel – besonders verbreitet sind  Spot-Ons, Halsbänder und Sprays.

Die sogenannten Spot-On-Präparate sind kleine Pipetten mit einer Flüssigkeit. Durch Drücken der Pipette wird die Flüssigkeit tröpfchenweise auf der Haut in der Nacken- und Schulterblattregion des Vierbeiners verteilt. Bei Spot-on-Präparaten werden Repellents von Kontaktantiparasitika unterschieden. Repellents sorgen dafür, dass die Zecken gar nicht erst zustechen – Krankheiten können also nicht übertragen werden. Bei Kontaktantiparasitika nimmt die Zecke den Wirkstoff auf, wenn sie den Hund sticht, und stirbt davon – meist, aber nicht immer, bevor es zu einer Erregerübertragung kommt. Der Zeckenschutz wirkt bei Hunden in der Regel vier Wochen, bei Katzen zwei Wochen.

Sprays werden ähnlich wie Spot-On-Präparate auf das Fell gegeben und wirken auch in etwa vier Wochen. Bei diesen beiden Präparaten sollte Ihr Vierbeiner jedoch 2 Tage danach auf das Schwimmen verzichten, damit sie die Wirkung nicht verlieren.

Halsbänder haben einen ähnlichen Effekt wie Spot-On-Präparate – jedoch über einige Monate. Je nach Wirkstoff kann das Halsband auch im Wasser getragen werden und verliert die Wirkung nicht. Einige Halsbänder sollten zum Schwimmen jedoch abgenommen werden, da sie für die Wasserorganismen schädlich sind. Die Information dazu finden Sie in der Packungsbeilage.

Eine weitere Möglichkeit sind Tabletten. Sie wirken vier bis 12 Wochen und töten die Zecke ebenfalls ab, wenn sie zusticht. Klarer Vorteil der Tabletten: Sie wirken von innen, wodurch die Wirkung durch Baden oder Schwimmen nicht verloren geht und Sie müssen sich keine Gedanken darüber machen, dass Sie beim Streicheln Ihres Hundes damit in Berührung kommen. Die meisten Zeckenschutzmittel enthalten Wirkstoffe, die das Nervensystem der Zecken lahm legen und somit meist innerhalb von 48 Stunden zum Tod des Parasiten führen. Lassen Sie sich am besten von Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt für einen geeigneten Zeckenschutz beraten.

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, zumindest Hunde vor Borreliose und Babesiose zusätzlich durch Impfungen zu schützen. Diese Impfungen gehören allerdings nicht zum Standard und sind teils umstritten, da sie kein Garant für eine Verhinderung der Erkrankung sind. Auch hier sollten Sie sich in Ihrer Tierarztpraxis beraten lassen.

Wenn die Zecke trotzdem sticht - Das richtige Entfernen der Parasiten

Trotz Zeckenschutz kann es natürlich passieren, dass Ihr Haustier manchmal Zecken hat. Dann gilt es, diese so schnell wie möglich und sorgfältig mit einem geeigneten Werkzeug zu entfernen. Empfohlene Werkzeuge sind die Zeckenzange, Zeckenpinzette und Zeckenkarte. Sie müssen zur Entfernung möglichst hautnah am Kopf der Zecke angesetzt werden. Dabei sollte man unbedingt darauf achten, den Zeckenkörper nicht zu quetschen, damit keine möglicherweise gefährlichen Flüssigkeiten austreten und auf das Haustier übertragen werden können. Wenn das Werkzeug richtig sitzt, muss die Zecke gleichmäßig und gerade herausgezogen werden.

Was tun, wenn der Zeckenkopf stecken bleibt? Keine Panik, denn es handelt sich bei den Rückständen meist gar nicht um den ganzen Kopf, sondern um Überbleibsel und Widerhaken des Stechrüssels der Zecken. Sie werden nach einiger Zeit vom Körper Ihres Hunde oder Ihrer Katze abgestoßen. Dennoch sollte man die Einstichstelle noch einige Tage beobachten und sich bei Rötungen, Schwellungen und Entzündungen sofort an die Tierärztin oder den Tierarzt wenden.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

Foto: © Bild oben: emer/fotolia.com/ Infografik: AGILA Haustierversicherung/www.i-de.de

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