Die Heilige Birma ist eine beliebte Rassekatze, die für ihr halblanges seidiges Fell, die tiefblauen Augen und ihre weißen „Handschuhe“ bekannt ist. Sie gilt als sanft, verschmust und menschenbezogen, was sie zu einer idealen Familienkatze macht. In diesem Artikel erfahren Sie wichtige Hinweise zu Charakter, Pflege und Haltung der Birma Katze.


Inhaltsverzeichnis:


Herkunft: Ist die Birma wirklich "heilig"?

Der Ursprung der Heiligen Birma, auch als "Sacred Birman" bekannt, ist sagenumwoben und in einigen Punkten unklar. Einer Legende nach lebten ihre Vorfahren in Tempeln in Burma (heute Myanmar). Dort soll eine reinweiße Tempelkatze nach dem Tod eines Priesters auf seinen Körper gesprungen und wundersam verwandelt worden sein: Ihr Fell färbte sich golden mit dunklen "Points", die Augen wurden tiefblau, die Pfoten blieben weiß – ein Symbol der Tugend. Dieses Wunder gab den Priestern Stärke, um Angreifer zu vertreiben.

Porträt einer Birma Katze, die aufmerksam nach vorn blickt

Offiziell wurde die Rasse 1925 an der französischen Riviera erstmals dokumentiert. Wer sie nach Europa brachte, ist umstritten: genannt werden der Amerikaner Vanderbilt oder die Österreicherin Thadde Hadisch. Die erste Heilige Birma Katze, "Poupée de Madalpour", wurde 1926 auf einer Katzenausstellung präsentiert. Ihre ursprüngliche Linie wurde beinahe durch den Zweiten Weltkrieg ausgelöscht. Doch im Jahr 1955 erlebte die Zucht einen erneuten Aufschwung in Frankreich, der zur Sicherung dieser edlen Rasse führte. 

Aussehen der Heiligen Birma: blaue Augen und weiße "Handschuhe" 

Das unverkennbare Merkmal der Heiligen Birma sind ihre makellosen weißen Pfoten, die wie kleine 'Handschuhe' wirken. Diese reinweißen Pfoten, als wären sie in Puderzucker getaucht, verleihen der Katze einen unverwechselbar eleganten Look. Birmas werden komplett weiß geboren und entwickeln mit der Zeit ihr creme- bis elfenbeinfarbenes Fell. Charakteristisch sind die dunklen „Points“ – markante Abzeichen an Gesicht, Ohren, Beinen und Schwanz, die einen starken Kontrast zum hellen Grundton bilden. Ihr samtig weiches Fell erinnert an feinste Seide und wird durch den buschigen, dunklen Schwanz zusätzlich betont.

Auch die Augen der Birma sind ein Blickfang: leuchtend blau und rund, wirken sie wie zwei Saphire, die einen mit einem einzigen Blick verzaubern können. Mit ihrem runden Kopf, den sanften Gesichtszügen und dem kompakten Körperbau wirkt die Birma zugleich anmutig und plüschig.

Es sind diese außergewöhnlichen Merkmale, die jede Begegnung mit einer Heiligen Birma zu einem bezaubernden Erlebnis machen und sie so unverwechselbar unter den Katzenrassen erscheinen lassen.

Typisch Birma: herzerwärmender Charakter mit Entdeckerlust

Der typische Charakter der Heiligen Birma ist sanft, freundlich und liebenswert. Sie gilt als besonders anhänglich und menschenbezogen und integriert sich meist harmonisch in den Alltag ihrer Familie. Jeden Morgen, wenn sie auf ihren Platz am Fenster springt, um die ersten wärmenden Sonnenstrahlen zu genießen, strahlt sie eine beruhigende Gelassenheit aus. Mit ihrem kuscheligen Fell und den strahlend blauen Augen, die jeden im Raum erfassen, zieht die Birma jeden in ihren Bann – besonders die Kinder, die immer wieder auf der Suche nach einem Schnurr-Partner zu ihr kommen.

Birma Katze schaut neugierig aus einem schwarzen Korb nach oben

Auch mit anderen Haustieren versteht sich die Heilige Birma hervorragend. Die Heilige Birma ist äußerst intelligent und liebt Beschäftigung, interaktives Spielzeug und gemeinsame Spieleinheiten. Abends hingegen zeigt sie sich verschmust und sucht die Nähe ihrer Familie. Diese Mischung macht sie zu einer idealen Familienkatze und zu einem treuen Begleiter in jedem Haushalt, auch wenn jede Birma einen eigenen individuellen Charakter hat. 

Heiligen Birma: Haltung und Pflege 

Die richtige Haltung der Heiligen Birma ist relativ unkompliziert. Ob Wohnung oder Haus – sie findet stets ihren Platz. Als soziale und verspielte Tiere benötigen sie bei reiner Wohnungshaltung einen Artgenossen, wenn sie viel allein sind. Auch Kratzmöglichkeiten und abwechslungsreiche Kletter- und Rückzugsplätze sollten in jedem Zuhause vorhanden sein. 

Da die Rasse nur wenig Unterwolle hat, reicht es, wenn Sie sie einmal wöchentlich bürsten. Die meisten Birmas genießen die Fellpflege in vollen Zügen. Somit ist die Heilige Birma recht pflegeleicht.

Birma Katze liegt auf weichem Hintergrund und blickt nach oben

Rassebedingte Krankheiten

Die Birma Katze gilt insgesamt als robust und wird bei guter Pflege, artgerechter Haltung und regelmäßigen tierärztlichen Kontrollen durchschnittlich 12 bis 16 Jahre alt – manchmal sogar älter. Dennoch gibt es einige rassebedingte Erkrankungen, auf die Haltende achten sollten. 

Die Polyzystische Nierenerkrankung (PKD) ist eine Erbkrankheit, bei der sich Zysten in den Nieren bilden. Diese Zysten beeinträchtigen die normale Funktion der Nieren erheblich und können zu Nierenversagen führen. Besonders wichtig ist, dass die PKD durch einen Gentest festgestellt werden kann, was es ermöglicht, gefährdete Katzen frühzeitig zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Bei der Heiligen Birma ist PKD zwar seltener als bei Perserkatzen, dennoch können Zuchtlinien betroffen sein. Die Behandlung zielt auf die Erhaltung der Lebensqualität ab, da eine Heilung nicht möglich ist.

Wichtig: Katzen, bei denen eine PKD diagnostiziert wurde, dürfen aus Tierschutzgründen nicht mehr zur Zucht verwendet werden.

Die Progressive Retinaatrophie (PRA) ist eine genetisch bedingte Augenerkrankung, die bei der Heiligen Birma auftreten kann und zu einem fortschreitenden Verlust des Sehvermögens führt. Zu Beginn zeigt sich die Erkrankung oft durch Nacht- oder Tagblindheit, je nachdem, welcher Teil der Netzhaut betroffen ist, bevor sie schließlich zur vollständigen Erblindung führt. Eine Heilung ist bisher nicht möglich

Auch auf die genetische Vorbelastung für diese Erkrankung können Katzen getestet werden.

Die arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie (ARVC) ist eine seltene Herzerkrankung bei erwachsenen Katzen, bei der der Herzmuskel, insbesondere in der rechten Herzkammer, durch fettiges oder faseriges Gewebe ersetzt wird. Diese Veränderung beeinträchtigt die Fähigkeit des Herzens, effizient zu schlagen und kann zu einem unregelmäßigen Herzrhythmus führen. Die Katze kann Anzeichen wie Kurzatmigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit oder in seltenen Fällen plötzliche Ohnmachtsanfälle zeigen. Die Therapie stabilisiert die Herzfunktion und lindert Symptome, z.B. durch Medikamente zur Kontrolle des Herzrhythmus und Unterstützung der Herzfunktion.

Auch andere Herzerkrankungen wie die HCM (Hypertrophe Kardiomyopathie) treten bei Heiligen Birma-Katzen häufiger auf als bei Nicht-Rassekatzen.

Bei der Hypotrichose kommen betroffene Katzen durch eine Fehlentwicklung der Haarfollikel mit wenig Fell zur Welt. Dies kann nur stellenweise oder am ganzen Körper auftreten. In manchen Fällen haben die Welpen zur Geburt noch ein dünnes Haarkleid, was sie dann verlieren. Die Krankheit ist nicht therapierbar, weshalb betroffene Katzen unbedingt von der Zucht ausgeschlossen werden sollten.

Die Axonopathie beschreibt einen fortschreitenden Verfall von Nerven. Die Erkrankung wird bei der Birma vererbt und beginnt in der achten bis 10. Lebenswoche. Sie ist durch eine abnormale Stellung der Gliedmaßen beim Gehen (Katzen laufen auf den Sprunggelenken) sowie eine eingeschränkte Bewegungskoordination mit Stürzen und im fortgeschrittenen Stadium Lähmungen der Gliedmaßen gekennzeichnet. Physiotherapie und Präparate, die die Nervenfunktion der Katze unterstützen, können eine gewisse Linderung der Symptome schaffen, geheilt werden kann die Krankheit jedoch nicht.

Bei der Mucopolysaccharidose handelt es sich um eine unheilbare Stoffwechselkrankheit. Die milde Form bleibt meistens symptomlos und fällt nur zufällig bei Bluttests auf. Bei der schweren Form zeigen die Katzen meist schon mit wenigen Lebenswochen Störungen des Knochen- und Nervensystems einhergehend mit Zwergwuchs und verformten Knochen an den Beinen und im Gesicht. Katzen mit MPS VI können ein mittleres Alter von etwa fünf Jahren erreichen. Sie benötigen regelmäßige Physiotherapie und mitunter Operationen, die ihre Knochen korrigieren. Nur so kann eine ausreichende Lebensqualität für die Katzen erhalten werden.


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Herz- und Nierenerkrankungen treten bei Katzen generell häufiger auf. Die restlichen genetisch bedingten Erkrankungen der Heiligen Birma sind insgesamt sehr selten. Neben diesen scheinen Heilige Birma zudem eine genetische Empfänglichkeit für FIP (Feline infektiöse Peritonitis) zu haben, da sie deutlich häufiger schwer daran erkranken als Nicht-Rassekatzen. Mehr zur FIP finden Sie hier.

Anschaffung – Passt die Heilige Birma zu mir? 

Heilige Birma Katze liegt entspannt in einer Hängematte

Wer überlegt, sich eine Birma Katze anzuschaffen, sollte Folgendes bedenken:

  • Lebensstil: Sind Sie bereit, Zeit mit einer anhänglichen Katze zu verbringen? Die Heilige Birma braucht viel Zuneigung und Aufmerksamkeit.
  • Platz: Haben Sie genug Raum in Ihrer Wohnung, um einer neugierigen Birma genügend Umfeld zum Erkunden zu bieten?
  • Andere Haustiere: Verträgt sich die Birma mit anderen Tieren, die Sie möglicherweise bereits haben? Diese Rasse ist meist gesellig und möchte nicht zu viel alleine sein.
  • Pflegeaufwand: Sind Sie bereit, ihre Pflege zu übernehmen? Von regelmäßigem Bürsten bis zur Gesundheitsvorsorge erfordert die Pflege moderaten, aber regelmäßigen Aufwand.
  • Unterhalt: Sind Sie in der Lage, die Kosten für eine qualitativ hochwertige Ernährung und tierärztliche Versorgung zu tragen?

Achten Sie beim Kauf unbedingt auf seriöse Zuchtstätten oder erkundigen sich im Tierheim, ob dort eine passende Katze auf ein neues Zuhause hofft.

Diese Katzenrassen ähneln der Heiligen Birma Katze

Wenn die Birma Katze nicht 100%ig die ideale Wahl für Sie ist, aber Sie eine ähnliche Rasse suchen, kommen die unten aufgelisteten Katzenrassen möglicherweise für Sie in Frage.

Welche Merkmale der aufgeführten Katzenrassen der Birma ähnlich sind und welche sich von ihr unterschieden, haben wir folgend für Sie in einer Übersicht zusammengefasst:

Rasse

Aussehen

Charakter

Pflegeaufwand

Heilige Birma

elfenbeinfarbenes Fell mit "Points", tiefblaue Augen

liebenswert, loyal, intelligent

durchschnittlich

Siamkatze

blaue Augen, verschiedene Abstufungen in Weiß und Creme: Seal Point, Blue Point, Chocolate Point und Lilac Point 

sehr verspielt, sozial, „reden“ viel und laut

durchschnittlich

Ragdoll

groß, verschiedene Point-Varianten

sanftmütig, anhänglich

durchschnittlich

Perserkatze

Kurzköpfig (Achtung Qualzuchtmerkmal!), viele verschiedene Farben

gemütlich, ruhig, verschmust

aufwendig

Burmakatze

goldgelbe bis bernsteinfarbene Augen, Braun, Blau, Chocolate, Lilac, Rot, Creme sowie Schildpatt-Varianten 

temperamentvoll, verspielt, selbstbewusst

pflegeleicht, sind nicht gerne allein

Maine Coon

groß, verschiedene Point-Varianten

"sanfter Riese", menschenbezogen, kommunikativ

durchschnittlich

FAQ zur Heiligen Birma 

Wie ist der Charakter der Heiligen Birma?
Die Heilige Birma hat ein sanftes, liebenswertes, geduldiges und intelligentes Wesen.

Wie alt wird eine Heilige Birma?
Durchschnittlich zwischen 12 und 16 Jahren, teils älter.

Was kostet eine Heilige Birma?
Der Preis für eine Heilige Birma variiert je nach Abstammung und Papieren zwischen ca. 800 und 1300 Euro.

Wie pflegeintensiv ist die Rasse?
Die Birma ist pflegeleicht und muss nur einmal wöchentlich gebürstet werden.

Ist die Heilige Birma anfällig für Krankheiten?
Die Heilige Birma gilt insgesamt als robust. Wie bei vielen Katzen können aber u. a. Erkrankungen der Harnwege sowie genetische Krankheiten vorkommen.  

Ist die Heilige Birma für Familien geeignet?
Ja, sie ist freundlich, geduldig und versteht sich in der Regel gut mit Kindern.  

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhaltende sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall eine Tierärztin oder einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

Foto: © Titel: Jana Weichelt – stock.adobe.com | Text: Malisa Wille – stock.adobe.com; thodonal – stock.adobe.com; Jana Weichelt – stock.adobe.com; Raphaël – stock.adobe.com; Jana Weichelt – stock.adobe.com