Auch wenn mittlerweile die meisten Infektionskrankheiten bei Hunden und Katzen in Deutschland nur noch selten zu finden sind, benötigen die Vierbeiner genau wie wir Menschen regelmäßige Impfungen. Die steigende Lebenserwartung unserer Haustiere kann man in dieser Hinsicht als klaren Erfolg werten. Welche Impfungen Sie bei Ihrem Haustier unbedingt durchführen lassen sollten und warum die regelmäßige Immunisierung von Hund und Katze so wichtig ist, lesen Sie in diesem Artikel.


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Es wird zwischen sogenannten Core-Komponenten und Non-Core-Komponenten unterschieden. Bei Core-Komponenten handelt es sich um Impfstoffe, die jeder Hund und jede Katze erhalten sollte. Non-Core-Komponenten sind Impfstoffe, die nur bei Bedarf eingesetzt werden. Die Notwendigkeit einer solchen Impfung richtet sich nach Alter, Lebensbedingungen und Konstitution des Tieres. Wichtig ist, dass Hund und Katze ab einem Alter von 8 Wochen grundimmunisiert werden. Die Grundimmunisierung besteht bei beiden Vierbeinern aus mehreren Impfungen. In einem Abstand von 4 Wochen wird wiederholt geimpft. Eine nachfolgende Abschlussimpfung sollte nach einem Jahr erfolgen.

Impfungen mit Core-Komponenten bei Hunden

Bei Hunden wird bei der Grundimmunisierung gegen drei häufige, schwere Infektionskrankheiten geimpft: Staupe, Parvovirose und Leptospirose. Oft geschieht dies im Rahmen der 5-fach Impfung zusammen mit Komponenten gegen Hepatitis contagiosa canis und Zwingerhusten. Die Tollwutimpfung nimmt eine Sonderstellung ein. Sie ist die einzige Impfung, die in der EU gesetzlich geregelt ist. Das bedeutet, dass sich Tierärzte hierbei strikt an die Herstellerangaben halten müssen. Für eine Reise in das EU-Ausland ist eine mindestens 21 Tage zurückliegende Tollwutimpfung Pflicht.

Impfungen mit Core-Komponenten bei Katzen

Zu den für jede Katze empfohlenen Impfungen zählen die Immunisierung gegen das Feline Herpesvirus (FeHV), das Feline Calicivirus (FCV) und das Feline Panleukopenievirus (RCP). FCV und FHV gehören zu den Haupterregern von Katzenschnupfen. Da die Übertragung des Katzenschnupfens von Katze zu Katze erfolgt, kommt diese Erkrankung relativ häufig  bei der Haltung mehrerer Katzen auf engem Raum vor, z.B. in Haushalten mit mehreren Katzen oder in Tierheimen.

Impfungen mit Non-Core-Komponenten

Bei Hunden gehören dazu unter anderem die Impfungen gegen Borreliose und Zwingerhusten-Erreger. Eine Impfung gegen letztere wird jedoch von vielen Hundeschulen vorausgesetzt, da die Krankheit insbesondere bei engem Kontakt mit vielen anderen Hunden übertragen wird. Hepatits contagiosa canis (HCC) ist zwar eine Non-Core Komponente, ist jedoch in fast allen derzeit zugelassen Staupe- und Parvovirose-Impfstoffe noch enthalten, da HCC lange eine Core-Komponente war.

Impfungen mit Non-Core-Komponenten bei Katzen richten sich unter anderem gegen folgende Erreger: Tollwut, Bordetella brochiseptica und FeLV (Katzenleukämie). Impfungen gegen die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) werden nicht mehr empfohlen, da die Impfung nur eine sehr geringe Wirkung hat. Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt wird Sie gerne beraten, ob eine solche Immunisierung für Ihren Hund oder Ihre Katze sinnvoll ist. Die Impfkosten erfragen Tierhalter:innen direkt in der Tierarztpraxis.

Zum Schutz vor hohen Tierarztkosten hilft eine Hunde- bzw. Katzenkrankenversicherung. Diese übernimmt sowohl die Impfkosten als auch die Kosten weiterer Vorsorgeuntersuchungen bis zur Leistungsgrenze.

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