Wie Sie in unserem Tierlexikon lesen können, haben unsere Hunde und Katzen eine große freilebende Verwandtschaft. Diese besiedelt viele Teile unserer Erde und sieht unseren Haustieren manches Mal sehr, manches Mal nur bedingt ähnlich. So auch der Waldhund (Speothos venaticus), ein wildes Tier, das nur entfernt an einen Hund wie wir ihn kennen, denken lässt. Dennoch bestehen Ähnlichkeiten, die wir für Sie zusammengetragen haben.


Inhaltsverzeichnis:

Der Systematik nach – einem Begriff aus der Biologie, der die Kategorisierung von Arten meint – zählt der Waldhund zu der Familie der Hunde (Canidae) und der Gattung der Waldhunde (Speothos), der er auch seinen artspezifischen Namen verdankt. Damit ist auch er ein Raubtier und ernährt sich hauptsächlich von anderen Tieren.

Herkunft des Waldhundes

Zu finden ist der wilde Hund im Nordosten Südamerikas, also in einem sehr großen Gebiet begrenzt durch die Anden. Bolivien, Brasilien, Surinam, Peru, Ecuador, Kolumbien, Panama und Venezuela zählen mitunter zu den von ihm besiedelten Ländern. Dort lebt er vor allem in bewaldeten, aber auch offeneren Lebensräumen, ist in jedem Fall aber auf ein Gewässer in seiner Nähe angewiesen. Neben Regenwäldern kommt er auch in Mangrovenwäldern vor. Durch Schwimmhäute zwischen den Krallen kann er sehr gut schwimmen und kommt mit sumpfigen Böden zurecht. Da sein Leben sowohl über der Erde als auch in selbst gegrabenen Höhlen stattfindet, ist sein Körper eher gedrungen. Neben seinem Hang zum Scharren, markiert er sein Revier auf ähnliche Weise wie andere Hunde – durch Beinchenheben. Natürlicherweise ist er nur selten als Einzelgänger unterwegs und lebt im Paarverband. Einmal im Jahr bringt eine Waldhund-Fähe drei bis maximal 10 Welpen zu Welt. Sowohl in der Systematik als auch in seinem Verhalten bestehen also Parallelen zu unseren Haushunden.

Aber besteht auch eine Verwandtschaft?

Verwandtschaft mit dem Hund

Optisch lässt sich der Waldhund deutlich von unseren Haushunden abgrenzen, auch wenn die längliche Körperform auf den ersten Blick an einen Dackel erinnert. Die auf den zweiten Blick nur entfernte Ähnlichkeit hat sich durch rein ökologische Prozesse, abhängig vom Lebensraum, herausgebildet und spricht nicht von einer tatsächlichen Verwandtschaft – denn es besteht keine! Der Waldhund ist mit dem sogenannten Mähnenwolf verwandt, der ebenfalls in Südamerika lebt. Der Haushund hingegen, der den Menschen weltweit begleitet, stammt vom Europäischen Wolf ab und gilt als Unterart. Die Arten des Europäischen Wolfs und des Waldhundes sind in der freien Wildbahn also unüberbrückbar voneinander getrennt. Aber der wilde Südamerikaner expandiert, wenn auch nicht auf eigene Faust. Da er als schwach bedrohte Art gilt und eher selten zu finden ist, gibt es ihn immer häufiger auch in Zoos. Durch Haltung und Züchtung der Art soll der Fortbestand geschützt werden. Bedroht ist er hauptsächlich durch den Eingriff des Menschen, da sein Lebensraum immer weiter zurückgedrängt wird. Seinen Fressfeinden, wie dem Panther, geht der Waldhund zwar auch lieber aus dem Weg, jedoch ist seine Art grundlegend nicht durch seine natürlichen Feinde gefährdet.

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