Taiwanhund, Formosan Mountain Dog, Formosan Dog, National Dog, Taiwanese Canis, Taiwan Dog, Takasago Dog… Diese Hunderasse hat viele Namen und doch haben in Deutschland nur wenige schon einmal von ihr gehört. In diesem Artikel unserer Reihe „Emma und Leni“ erfahren Sie mehr über die Hunderasse, die in Europa noch recht unbekannt ist.


Inhaltsverzeichnis:


Der Taiwanhund: Herkunft

Der Taiwanhund stammt ursprünglich von südasiatischen Jagdhunden ab. Vor ungefähr 5.000 Jahren zogen Menschen vom Festland auf die Insel südöstlich von China und nahmen ihre Hunde mit sich, aus denen sich der Taiwanhund entwickelte. Der Rasse konnte Verwandtschaft mit verschiedenen japanischen Hunden – darunter der Hokkaido, der Shiba Inu und der Akita Inu – nachgewiesen werden. Der Formosan Dog wurde in früheren Zeiten, als die Lebensgrundlage der Einwohner Taiwans die Landwirtschaft und Jagd waren, vornehmlich in den dortigen Bergregionen als Jagdbegleiter genutzt. Schon damals war er als treuer Begleiter bekannt, der für Herrchen und Frauchen sein Leben riskierte und auch heute noch ist er ein guter Wach- und Begleithund. Obwohl er schon seit Jahrhunderten an der Seite von Taiwan’s Einwohnern steht, wurde die Rasse erst 2015 endgültig von der FCI (Federation Cynologique International) anerkannt.

Der Taiwanhund: Aussehen

Das Fell des Formosan Dogs ist glatt mit 1,5-3 cm langen Haaren, die sehr fest am Körper anliegen. Die Farben können variieren, sodass das Fell sowohl ein- als auch mehrfarbig weiß, schwarz und falbfarbend (gelb) sein kann. Die Rute ist sichelförmig, die Ohren stehend. Mit einer Wiederristhöhe von 43-47 cm beim Weibchen bzw. 48-52 cm beim Rüden und einem Gewicht von 12-16 kg bzw. 14-18 kg werden Taiwanhunde eher mittelgroß. Ihre Kraft und Wendigkeit sind jedoch nicht zu unterschätzen, da die Muskulatur entsprechend der ursprünglichen Jagdaufgabe sehr ausgeprägt ist.

Der Taiwanhund: Charakter

Natürlich hat jeder einzelne Vierbeiner seine individuelle Persönlichkeit. Allgemein betrachtet scheinen jedoch bestimmte Charaktereigenschaften beim Taiwanhund besonders ausgeprägt zu sein. Bei der früheren Jagd überlebten nur die schnellsten, geschicktesten und intelligentesten Vierbeiner, außerdem verlangte man von ihnen für den Kampf mit der Beute viel Mut und Kraft. Das spiegelt sich auch heute noch im Charakter vieler Formosan Dogs: Neben einer schnellen Auffassungsgabe besitzen sie viel Temperament, sind aktiv und zeigen sich recht furchtlos. Ihren Halter:innen gegenüber verhalten sie sich sehr loyal und fast schon anhänglich. Diese Bindung an ihre Besitzer:innen in Verbindung mit ihrem sanften, aufmerksamen Wesen macht sie zu tollen Familienhunden. Fremden gegenüber zeigen sie sich jedoch zurückhaltend.

Der Taiwanhund: Haltung

Bei einer guten Sozialisation freut sich der Taiwanhund über Artgenossen, bei anderen Haustieren wie beispielsweise Katzen kann jedoch sein ausgeprägter Jagdtrieb zu einem Problem werden. Generell fordert der ansonsten unkomplizierte Vierbeiner mit seinem selbstständigen Charakter eine konsequente, aufmerksame Erziehung, sodass er als Ersthund eine große Herausforderung darstellen kann. Mit etwas Erfahrung eignet sich der Formosan Dog jedoch wunderbar als Jagd-, Wach- und Familienhund und kann sogar als Polizei- oder Schutzhund eingesetzt werden. Das intelligente und aktive Tier muss sowohl kognitiv als auch physisch sehr gut ausgelastet werden. Ist das gegeben, können Halter:innen sich über einen robusten und entspannten Begleiter freuen: Formosan Dogs passen sich leicht ihrer Umwelt an, haben keine besonderen Ansprüche an das Futter oder Wetter, bellen in der Regel nicht ohne Grund und haben trotz ihrer Menschenbindung nach entsprechendem Training kein Problem damit, auch mal alleine zuhause zu bleiben. Für die Fellpflege reicht regelmäßiges Bürsten und auch für Krankheiten ist der Taiwanhund nicht anfällig. Durchschnittlich erreicht er ein Alter von 10-13 Jahren.

Einen Taiwanhund adoptieren

In Taiwan leben viele Streuner auf den Straßen der Großstädte oder vollkommen verwildert in den Wäldern und Bergen. Darunter sind – trotz ihrer positiven Eigenschaften – viele Taiwanhunde, wie auch die beiden Welpen Emma und Leni. Eine Adoption dieser Hunderasse über den Auslandstierschutz ist also möglich, beispielsweise mit der Hilfe der Organisation Adopt a Doggie; deren Gründerin Mary Christine Choi uns in einem späteren Artikel unserer Reihe von ihrer Arbeit erzählt.

Foto: © kangeroo179/Adobe Stock

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