Während einige Vierbeiner verschlingen, was ihnen unter die Nase kommt, sind andere Hunde wählerischer und machen es ihren Besitzern nicht leicht, ein leckeres Futter zu finden. Insgesamt sollte es nicht nur um den Geschmack gehen, sondern auch um die Bekömmlichkeit und natürlich um die Inhaltstoffe.

Mehr „Mangelhaft“-Bewertungen als „Sehr gut“

Wer sich bei der Frage „Trocken- oder Nassfutter für meinen Hund?“ für Nassfutter entschieden hat, sollte jetzt aufpassen: In einem Test im Mai diesen Jahres stellte Stiftung Warentest fest, dass nur ein geringer Anteil an Alleinfuttern auch den Nährstoffbedarf der Vierbeiner deckt. Lediglich 14 der 31 getesteten Nassfutter sind mit einem „sehr gut“ oder „gut“ empfehlenswert, ganze neun Marken fallen komplett durch – darunter alle fünf untersuchten Barf-Angebote aus dem Tiefkühlfach. Stiftung Warentest hat bei den Untersuchungen ein besonderes Augenmerk auf die enthaltenen Nährstoffe wie Aminosäuren, Vitamine, Linolsäure, Kalzium und Phosphor gelegt. Zusätzlich spielen Fütterungsweise (also die angegebenen Mengenempfehlungen auf der Packung), enthaltene Schadstoffe und die mikrobiologische Qualität (wie zum Beispiel unerwünschte Salmonellen) eine Rolle.

Discounter mit Top-Angeboten

Dass ein hoher Preis nicht immer mit einer guten Qualität gleichzusetzen ist, beweisen die mit „sehr gut“ ausgezeichneten Angebote von Lidl, Aldi Süd, Penny und zwei Marken von Netto. Auch ein Nassfutter des Supermarkts Edeka wurde als „sehr gut“ bewertet. Halter, die ihren Liebling mit einer dieser Marken verpflegen, können mit Kosten zwischen 59 Cent und 1,58 Euro pro Tagesration rechnen. Unter den Marken-Produkten glänzt Pedigree, liegt mit einem „Gut“ jedoch immer noch hinter den Discountern.

Mangelhafte Ernährung hat gesundheitliche Folgen

Vier Nassfutter und fünf Alleinfutter zum Barfen haben den Test nicht bestanden und wurden als „mangelhaft“ eingestuft – und das zu Preisen von bis zu 5,71 Euro pro Tagesration. Die Produkte weisen gravierende Fehler in den Nährstoffmengen auf und geben unzuverlässige Futtermengenempfehlungen an. Zu viel Jod kann beispielsweise zu einer Schilddrüsenfehlfunktion und eine falsche Kalorienzufuhr zu Unter- bzw. Übergewicht führen. Haben Sie Ihren Liebling in jedem Fall immer gut im Blick und sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, um Fehler in der Ernährung oder gegebenenfalls Unverträglichkeiten aufzuklären.

Barf-Menüs lieber hausgemacht

Das Ernährungskonzept Barfen kann viel Arbeit machen, schließlich müssen die Zutaten genau kombiniert werden. Barf-Tiefkühlprodukte sollen den Haltern diese Arbeit abnehmen. Diese Aufgabe erfüllen die getesteten Barf-Angebote jedoch nicht, alle fünf der fünf untersuchten Menüs fallen mit einem „Mangelhaft“ durch. Neben den mangelnden Nährstoffen ist die Keimbelastung auffällig, welche gesundheitliche Schäden für die Menschen des Haushalts zur Folge haben kann. Eine ausgewogene Barf-Ernährung sollten Sie also unter Beratung eines Ernährungsexperten und Ihres Tierarztes lieber selbst in die Hand nehmen.

Weitere Informationen und eine detaillierte Tabelle mit Aufschlüsselung aller Ergebnisse von Stiftung Warentest finden Sie hier.

Foto: © Lilli/Adobe Stock

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