Kennen Sie das auch, es klingelt an der Tür, Ihr Hund huscht unter den Küchentisch und geht erst einmal in Deckung? Oder zieht er bei jeder Begegnung mit Artgenossen die Rute ein und sucht hinter Ihnen Schutz? Dann haben Sie eine besonders schüchterne Fellnase an Ihrer Seite. Schüchterne Hunde neigen zu Angst vor fremden Leuten oder Gegenständen, lauten Geräuschen und unbekannten Situationen. Doch Ängste lassen sich in kleinen Schritten und mit viel Geduld bewältigen.

Wir haben für Sie ein paar Tipps und Tricks zusammengestellt, die dabei helfen können, dass Ihr Hund seine Schüchternheit überwindet und mutiger durch die Welt läuft.

Sicherheit geben

Wenn wir Menschen Angst empfinden und unsicher sind, ist es hilfreich, wenn uns jemand zur Seite steht und uns Mut zuspricht. Nicht anders ergeht es unseren Fellnasen. Ist Ihr Hund mit einer ungewohnten Situation konfrontiert, versteckt sich oder fängt gar an, am ganzen Körper zu zittern, dann sollten vor allem Sie ruhig, souverän und gelassen bleiben. Denn das gibt Ihrem Liebling Sicherheit und zeigt ihm, dass er sich immer auf Sie verlassen kann. Ist es ein bestimmter Gegenstand wovor er zurückschreckt, gehen Sie voran, untersuchen Sie den Gegenstand indem Sie zeitgleich Ihrem Liebling gut zureden. So zeigen Sie ihm, dass von dem Gegenstand keine Gefahr ausgeht. Das wird ihn bestärken, selbst einmal nachzuschauen, um was es sich da handelt. Sobald er anfängt, ringsherum zu schnüffeln und sich immer mehr heran zu trauen, ist der Angstmoment fast schon überwunden. Ihr Liebling wird sich anschließend stolz fühlen, dass er das Rätsel um den unbekannten Gegenstand gelöst hat.

Kleine Mutproben

Vor allem Erfahrung wird Ihrem Hund helfen, seine Ängste zu überwinden. Sie können ihn dabei unterstützen, indem Sie ihm immer wieder kleine „Mutproben“ stellen. Das können kleine Übungen sein, wie das Balancieren auf einem Baumstamm oder das Springen über einen kleinen Graben oder Bach. Dabei sollten Sie ihn anspornen und Mut zusprechen, sowie ihn anschließend voller Bewunderung wissen lassen, wie toll er das gemacht hat. Das gibt Ihrem Liebling immer mehr Selbstbewusstsein, so dass er nach und nach mutiger wird und sich mehr zutraut.

Desensibilisierung

Sind es laute Geräusche, die Ihren Hund ängstigen und zusammenzucken lassen, können Sie es ausprobieren, ihn für die Angstgeräusche zu desensibilisieren. Dafür nehmen Sie am besten die Geräusche, wie beispielsweise Silvesterknaller, auf und spielen diese ab. Dabei ist es wichtig, sich Schritt für Schritt und über einen längeren Zeitraum hinweg heran zu wagen und nichts zu überstürzen, damit Sie Ihren Liebling nicht verschrecken. Die Geräusche sollten also zunächst ganz leise abgespielt werden und nach und nach immer etwas lauter, so dass sich Ihr Hund langsam daran gewöhnen kann. So trainieren Sie die ansonsten Stress hervorrufende Situation bewusst schonend und entschärfen damit die Reize, die bei Ihrem Liebling durch das Geräusch ausgelöst wurden.

Spielgefährte als Vorbild

Da sich Hunde häufig von ihren Artgenossen Verhaltensweisen abgucken und dazulernen, kann auch dieser Weg helfen, dass Ihr Liebling seine Schüchternheit verliert. Dabei müssen Sie sich nicht gleich einen Zweithund anschaffen. Auch ein selbstbewusster Hund als Kumpel, mit dem man gemeinsam Gassi geht und auf der Hundespielwiese Zeit verbringt, eignet sich hervorragend als Vorbild für Ihre (noch) schüchterne Fellnase. Dabei kann Ihr Hund viel lernen und sich von seinem mutigen Kumpel zu der einen oder anderen Sache ermutigen lassen, die er vielleicht alleine nicht wagen würde.

Foto: © pavelkant/Adobe Stock

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