„Ja, fein! Du bist aber ein braver Junge!“ Bei diesen Worten haben die meisten Hundebesitzer gleich den übertrieben fröhlichen Tonfall im Kopf, mit dem sie ihren Liebling ansprechen. Diese Babysprache mag zwar gelegentlich etwas albern wirken – ist sie aber nicht! Das haben Wissenschaftler der britischen University of York im vergangenen Jahr bewiesen.

Von der Baby- zur Welpensprache

Warum haben Menschen die Angewohnheit, mit Hunden (insbesondere Welpen) zu reden, als seien sie Babys bzw. Kleinkinder? Das wollten die Wissenschaftler der University of York in England herausfinden. Wir Menschen nutzen (meistens) sowohl für Hunde als auch für Babys eine übertrieben hohe Stimme mit ausgeprägter Sprachmelodie. Zum einen kann das daran liegen, dass wir die Tiere so süß wie Babys finden und damit vom Zwei- zum Vierbeiner übergeneralisieren. Die Ergebnisse der Forschung haben allerdings bewiesen, dass diese Sprechweise tatsächlich auch ihren Sinn hat.

Ungewöhnlicher Versuch

Ein Raum, zwei Menschen, hinter ihnen jeweils ein Lautsprecher und gegenüber eine Fellnase. So war der Grundaufbau des Experiments, das insgesamt 37 Mal durchgeführt wurde. Aus den Lautsprechern ertönten dann die Stimmen der beiden Menschen, die zuvor aufgenommen wurden (beide hielten sich die Hände vor den Mund, um den Anschein zu wahren, sie würden tatsächlich sprechen). Die Tonlage war sehr hoch wie in „Babysprache“, die des anderen klang normal. Dann wurde die Reaktion des Vierbeiners beobachtet.

Für eine bessere Bindung

Die Hunde fühlten sich eher zu der Person hingezogen, die Babysprache nutzte. Sie schenkten ihr mehr Aufmerksamkeit und wollten zu ihr. Insbesondere Welpen reagierten positiv auf die Babysprache. Für ältere Tiere waren Signalwörter wie „Gassi“ oder „Futter“ zusätzlich wichtig. Das zeigt: Eine hohe Stimmlage mit positiver Tonalität wird mit hoher Wahrscheinlichkeit für mehr Aufmerksamkeit bei Ihrem Liebling sorgen!

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