Sie ist in den Wäldern Westeuropas zuhause, hält sich vor uns Menschen jedoch gut versteckt: Die Europäische Wildkatze. Sie ist sogar in der Mitte und im Süden Deutschlands zu finden, wird jedoch nur selten gesehen. Die Wildkatze lebte bereits in Europa, noch bevor die Hauskatze zu uns kam.

Kein Haustier

Die menschenscheue Fellnase ist von der Statur etwas gedrungener als unsere Hauskatzen, wird jedoch mit bis zu 6,5 Kilogramm deutlich größer. Trotzdem besteht äußerlich Verwechslungsgefahr – allerdings nicht in ihrem Verhalten, denn die Wildkatze gilt als unzähmbar. Selbst in Gefangenschaft geborene Tiere gewöhnen sich nie an unsere Nähe. Es ist deutlich wahrscheinlicher, dass Sie bei einem Waldspaziergang einen Fuchs sehen werden, als die scheue Samtpfote, denn im Gegensatz zum Fuchs macht die Katze einen großen Bogen um Menschen.

Tagschläfer und Nachtjäger

Die Wildkatze wird bis zu 12 Jahre alt und verbringt ihr Leben in Europas Laub- und Mischwäldern, in denen sie als Einzelgängerin ein Streifgebiet von mit zu 3.000 Hektar einnimmt – diese Fläche entspricht ungefähr dem Streifgebiet unseres Rotwildes. Den Tag verbringt die Samtpfote in einem Unterschlupf, zum Beispiel in einer bodennahen Baumhöhle, hohlen Baumstämmen oder Reisighaufen. Die Jagd beginnt schließlich bei Sonnenuntergang, wobei sich hauptsächlich Kleinsäuger in Acht nehmen sollten.

Bedrohte Art

Die Population der Europäischen Wildkatze wurde leider von Menschen durch Jagd stark reduziert. Hinzu kommt die starke Einschränkung ihres Lebensraums, da zunehmend Waldflächen abgeholzt werden. Die große Anzahl von Straßen durch Wälder stellt eine weitere tödliche Gefahr dar. Um diesem Schwund entgegenzuwirken, wird mit dem Projekt „Wildkatzensprung“ daran gearbeitet, die vom Aussterben bedrohte Art zu retten.

Foto: © creativenature.nl/Adobe Stock

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