Im Wald bemerken unsere Vierbeiner ein Reh oder einen Vogel meist lange vor uns. Das ist besonders dann schlecht, wenn wir unsere Lieblinge nicht angeleint haben und ihr Jagdtrieb überhandnimmt. Doch der feine Geruchssinn von Hunden kann auch anderen Waldbewohnern helfen, wie ein Projekt an der Ostküste Australiens beweist.

Süß und hilfsbedürftig

Koalas sind mit ihrem süßen Aussehen und Verhalten weltweit bekannt und beliebt, und trotzdem sind sie immer ernsteren Bedrohungen ausgesetzt. Ihr Lebensraum wird von Buschfeuern, Dürren und Rodungen weiter eingegrenzt und von zunehmendem Straßenverkehr durchbrochen.  Zum Erhalt der Art werden Studien durchgeführt und bedrohte Koala-Kolonien gesucht. So können zum Beispiel der Gesundheitszustand und der Artenbestand kontrolliert und dokumentiert werden. Bei anstehenden Rodungen können die Koalas außerdem rechtzeitig aus dem bedrohten Gebiet geholt werden. Das Finden der niedlichen Säugetiere gestaltet sich für uns Menschen jedoch in den dichten Wäldern extrem schwer. Ausgebildete Spürhunde dagegen haben auch dann kein Problem, die Tiere aufzuspüren, wenn sie sich in Bäumen weit über ihnen befinden. Selbst in üppiger Vegetation können die feinen Nasen die Fährte der Koalas verfolgen und zweibeinige Helfer zu ihnen führen.

Gutes für Hunde und Koalas

Die University of the Sunshine Coast in Queensland hat sich mit dem International Fund for Animal Welfare (IFAW) zusammengetan, um die Fähigkeiten der klugen Fellnasen im Sinne der Koalas zu nutzen. Mit dem Projekt „Spürhunde für den Naturschutz“ werden Vierbeiner aus Tierheimen und Tötungsstationen gerettet und ausgebildet. Viele von ihnen wurden dort abgegeben, weil die vorherigen Besitzer nicht mit ihrer übermäßigen Energie umgehen konnten, doch genau die brauchen sie für ihre neue Aufgabe: Motivation und Ausdauer gehören, neben der Abwesenheit des Beutetriebs, zu den wichtigsten Merkmalen. Denn das Ziel ist den Suchern egal – sobald sie die Koalas gefunden haben, wenden sie sich ihren Trainern zu und holen ihre Belohnung ab. Damit haben die Hunde ein neues Zuhause mit viel Beschäftigung gefunden, während sie auch noch bei der Rettung der Koalas helfen.

Foto: © NiconPhotography/Adobe Stock

(0)