Sabine Ruthenfranz beschäftigt sich seit vielen Jahren professionell mit den Bedürfnissen von Katzen. Das neuste Projekt der mehrfachen Buchautorin  ist ihr „Miau Katzen-Podcast“. Nun gibt die Katzenexpertin auch im AGILA Magazin regelmäßig Infos und Tipps für ein harmonisches Zusammenleben von Mensch und Katze.

Wer mit Katzen zusammenlebt, kommt früher oder später um das Thema Giftpflanzen nicht herum. Denn auch wenn Katzen keine reinen Pflanzenfresser sind, so gehört hier und da ein wenig Grün durchaus zu ihrem Speiseplan. Nicht nur, weil das Knabbern eines ihrer natürlichen Bedürfnisse ist, sondern auch, weil sie dadurch lästige Haarballen loswerden können.

Knabberdrang der Vierbeiner

Es scheint so zu sein, dass manch eine Katze einen größeren Drang hat an Pflanzen zu knabbern, als eine andere. Jedoch kann sich diese Vorliebe auch erst nach vielen Jahren zeigen. Die Aussage „Meine Katze knabbert nie an Pflanzen!“ ist also nur als Momentaufnahme zu werten, da sich das Verhalten der Katze zu jeder Zeit ändern kann. Eine Garantie, dass es so bleibt, gibt es leider nicht! Auch das Aufstellen von Katzengras schützt nicht vor Vergiftungen. Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Katzen über Instinkte verfügen, die sie vor einer Vergiftung schützen würden. Schließlich begegnen Katzen mit Freigang auch jeder Menge giftiger Pflanzen und das oft ohne Vergiftungsfolge. Der Grund dafür ist jedoch ganz einfach: Eine Katze mit Freigang ist zwar erst einmal allen, also auch giftigen Pflanzen ausgesetzt. Aber sie hat die Wahl zwischen einer Vielzahl an Grün, so dass sie in der Regel eher an ungiftigen Gräsern knabbern wird. Wohnungskatzen hingegen werden die Giftpflanzen in der Wohnung oder auf dem Balkon quasi direkt vor die Nase gesetzt. Dazu kommt noch der Faktor Langeweile, welcher das Vergiftungsrisiko für reine Wohnungskatzen im Vergleich zu Freigänger-Katzen erhöht.

Kurzcheck Vergiftungsrisiko

Wie ist es um das Risiko der eigenen Katze im Haushalt bestellt? Mit dem folgenden Kurzcheck kann das Vergiftungsrisiko herausgefunden werden. Beantworten Sie einfach die folgenden Fragen mit ja oder nein. Je mehr Fragen Sie mit Ja beantwortet haben, desto höher ist tendenziell das Vergiftungsrisiko Ihrer Katze.

  1. Ist Ihre Katze eine Einzelkatze?
  2. Ist Ihre Katze eine reine Wohnungskatze?
  3. Ist Ihre Katze eine Langhaar- oder Halblanghaarkatze und neigt zu Haarballen?
  4. Haben Sie Ihnen unbekannte oder giftige Pflanzen in der Wohnung oder auf dem Balkon stehen?
  5. Haben Sie unbekannte oder giftige Pflanzen mit grasähnlichen Blättern?
  6. Dekorieren Sie Ihre Wohnung gerne mit Schnittblumen in der Vase, die für die Katzen erreichbar sind?
  7. Knabbert Ihre Katze gelegentlich an Pflanzen?
  8. Ist Ihre Katze oft allein?

Dieser Kurzcheck ist freilich nur als Faustregel zu betrachten, denn auch bei niedrigem Vergiftungsrisiko bleibt die Gefahr bestehen, dass sich die Katze vergiften könnte. Haben Sie jedoch ein erhöhtes Vergiftungsrisiko festgestellt, sollten Sie Ihre Pflanzen recht bald unter die Lupe nehmen und geeignete Maßnahmen ergreifen, um das Risiko zu minimieren.

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