Das idiopathische Vestibularsyndrom ist eine der häufigsten Nervenkrankheiten bei Hunde- und Katzensenioren. Auch wenn das plötzliche Auftreten dieser Erkrankung von Tierhaltern oft als sehr dramatisch und erschreckend wahrgenommen wird, handelt es sich in den meisten Fällen um eine harmlose Nervenstörung.

Was im Körper passiert

Bei den Vestibularorganen handelt es sich um beidseitig im Innenohr von Hund und Katze befindliche Gleichgewichtsorgane. Aufgabe dieses Körperteils ist es, dem Gehirn die Position des Körpers im Raum zu übermitteln. Ist eines der beiden erkrankt, sendet es falsche Informationen an das Gehirn. Es bekommt vom beschädigten Organ die Meldung, dass sich der Kopf im Ungleichgewicht befindet, sich regelrecht hin und her bewegen würde. Das noch gesunde Gleichgewichtsorgan meldet genau das Gegenteil. Die Folge: Widersprüchliche Meldungen erreichen das Gehirn, das dadurch verwirrt ist. Auf diese Meldungen schickt es wirre Befehle an den restlichen Körper. Die Reaktionen sind Taumeln, ein schiefliegender Kopf oder auch hektische Augenbewegungen von einer zur anderen Seite. Auf Dauer kann sich die Gleichgewichtsstörung auch auf den Magen auswirken, so dass Erbrechen folgt.

Behandlung des idiopathischen Vestibularsyndroms

In der Regel stellt sich innerhalb von ein bis zwei Tagen ein verbesserter Zustand ein. Nach zwei Wochen ist die Gleichgewichtsstörung meist komplett verheilt. Tritt innerhalb weniger Tage jedoch keine deutliche Besserung auf, müssen ernstere Ursachen in Betracht gezogen werden. So können eine Gehirnerkrankung, Ohrenentzündung oder auch Vergiftung mögliche Ursachen für die Symptome sein. In den Tagen nach der Diagnosestellung beim Tierarzt sollte unbedingt auf nahezu ebenerdige Schlaf- und Liegemöglichkeiten geachtet werden. So wird vermieden, dass der Vierbeiner vom Bett oder Sofa fällt. Mit geschlossenen Augen verstärkt sich das Schwindelgefühl meist. Lässt man nachts das Licht an, hat Ihr Liebling eine Lichtquelle, die es fixieren kann. Das hilft, den Schwindel zu lindern. Gehen Sie mit Ihrem Hund nur für die nötigen Geschäfte hinaus. Dabei trägt der Vierbeiner am besten ein Geschirr anstelle eines Halsbandes – so kann er beim Gehen, falls nötig, besser stabilisiert werden.

Bemerken Sie eines oder mehrere der beschriebenen Symptome bei Ihrem Hund oder Ihrer Katze, sollten Sie in jedem Fall einen Tierarzt aufsuchen. Um sich vor ausufernden Untersuchungs- und Behandlungskosten zu schützen, ist der Abschluss einer Tierkrankenversicherung sinnvoll.

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