Es gibt verschiedenste Ansätze einer gesunden Ernährung für Hund und Katze. Von Trocken – über Nassfutter bis hin zum Barfen: Die ausgewogene Ernährung unserer geliebten Vierbeiner spielt eine wichtige Rolle. Auch Ballaststoffe können – gezielt eingesetzt – die Gesundheit Ihrer Fellnase positiv beeinflussen.

Was sind Ballaststoffe?

Ballaststoffe sind Fasern aus pflanzlichen Futtermitteln, die einen entscheidenden Beitrag zur Förderung einer gesunden Darmflora leisten und somit für eine geregelte Verdauung sorgen. Je nach Faserntyp bringen die Stoffe jedoch auch bei bestimmten Krankheiten sowie Übergewicht weitere Vorteile mit sich. Im Körper zu finden sind Ballaststoffe vor allem in den Zellwänden. Sie können durch körpereigene Enzyme nicht gespalten werden und sind somit in der Darmflora, je nach Faserntyp, unterschiedlich verwertbar. Bei Ballaststoffen wird in nicht fermentierbare (unlösliche) und fermentierbare (lösliche) Faserstoffe unterschieden.

Nicht fermentierbare Faserstoffe

Dieser Faserntyp ist beispielsweise in Kleie, Zellulosepulver oder Flohsamenschalen zu finden und wirkt als Quellstoff verdauungsanregend. Alles in allem wird die Dauer bis zum Kotabsatz verkürzt. Da diese Stoffe ein gewisses Sättigungsgefühl erzeugen, können sie vor allem bei zu Übergewicht neigenden Tieren sinnvoll sein. Auch bei Reduktionsdiäten sind unlösliche Faserstoffe unerlässlich. Erhältlich sind Kleie, Zellulosepulver und Flohsamen im Internet und teilweise in Naturkostläden. Pro Kilogramm Gewicht und Tag werden in der Regel 0,5-1 Gramm Zellulosepulver gegeben. Bei Flohsamenschalen können 1-3 Teelöffel pro 10 Kilogramm Gewicht und Tag zum Futter gegeben werden. Die Dosierungsangaben können von Hersteller zu Hersteller variieren -beachten Sie daher die Angaben auf den Verpackungen genau.

Fermentierbare Faserstoffe

Lösliche Faserstoffe, z.B. in Pektin und Guaran zu finden, fördern die Erhaltung und Erneuerung der Darmschleimhaut. Pektin wird aus Apfel-, Zitrus- und Rübentrester, aber auch aus Möhren gewonnen und kann z.B. als Pulver im Internet bestellt werden. Das Wachstum von Bakterien, die krankheitserregende Keime wie z.B. Streptokokken und Staphylokokken bekämpfen, wird durch diese Ballaststoffe unterstützt. Sie wirken wie ein Verdickungsmittel, das die Darmentleerung verzögert. Vor allem bei Diäten für an Diabetes mellitus erkrankten Tieren kann die vermehrte Gabe der Faserstoffe sinnvoll sein. Vorsicht gilt jedoch beim Diabetes Typ 1 – ein zu hoher Fasern-Anteil kann hier zu Gewichtsverlust führen. Auch bei Durchfall können lösliche Faserstoffe  helfen, den Kot besser zu halten.

Ob und in welchem Maß die zusätzliche Gabe von bestimmten Ballaststoffen bei Hund und Katze sinnvoll ist, sollte stets vorher von einem Tierarzt geklärt werden.

Foto: © Lilli/fotolia.com

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