geschrieben von Claudia Hußmann

Beim Stubenreinheitstraining darf man bitte nie vergessen, dass es sich um ein kleines Hundebaby handelt, das nicht absichtlich irgendwo hin macht, sondern einfach seine Schließmuskeln noch nicht sehr gut kontrollieren kann. Trotzdem kann man es so gut wie ohne „Malheur“ schaffen, wenn der Mensch gut aufpasst und die folgenden Tipps beherzigt. Bereits bei der Wahl des Züchters kann man einiges richtig machen.

Ich habe meinen Welpen quasi stubenrein im zarten Alter von 9 Wochen übernommen. Ein Welpe mit schlechten Aufzuchtbedingungen, der nie die Chance hatte, sich woanders als in seinem „Nest“ zu lösen, wird erheblich mehr Probleme beim Training der Stubenreinheit machen.

Management durch den Besitzer

Ein Welpe, der muss, aber nicht von seinen Menschen gesehen wird, hat keine andere Chance als dahin zu machen, wo er gerade ist oder – falls er dafür auch noch bestraft wird – sich zu verkrümeln, wenn er muss. Deshalb ist das A und O, den Welpen zu Beginn insbesondere in Situationen, in denen er sich wahrscheinlich lösen muss, nicht aus den Augen zu lassen. Dabei gilt die Faustregel:
Der Welpe muss

  • nach dem Wachwerden
  • nach dem Fressen (manche sofort danach, andere erst nach einer halben Stunde, das weiß man nach zwei bis drei Tagen)
  • bei Aktivität häufiger, d.h. wenn man mit dem Welpen spielt oder trainiert, sollte man ruhig alle 30 Minuten mal an die „Geschäftsstelle“ gehen.

Ach ja – die Geschäftsstelle: Bei mir sind die Gassigänge zur Erkundung der Umwelt da. Wenn der Welpe sich lösen soll, gehe ich mit ihm an eine Stelle, an der er sich immer lösen soll. Diese sollte möglichst schnell erreichbar sein und dort passiert auch nichts anderes. Man spielt nicht mit dem Welpen und trifft sich auch nicht mit anderen. Man steht nur langweilig herum (maximal fünf Minuten). Macht der Welpe in dieser Zeit, wartet man bis er wirklich zu Ende gemacht hat und aufsteht. Erst dann wird er gelobt, als hätte er die größte Heldentat vollbracht. Wenn man zu früh lobt, wird er aufhören, obwohl er nicht fertig ist und den Rest in der Wohnung machen.

Hat er nach fünf Minuten noch nicht gemacht, geht man wieder rein und – jetzt kommt das Entscheidende – lässt ihn keine Millisekunde aus den Augen. Er hat nicht gemacht, also muss er noch. Beim leisesten Verdacht, dass er sich hinhocken will, schnappt man sich den Welpen und es geht wieder raus an die Geschäftsstelle. Gleiches Spiel wiederholen, bis der Welpe sich löst.
Wenn man seinen Welpen genau beobachtet, weiß man bald, wie er sich vor dem Lösen verhält. Das wird er immer tun, wenn er muss und so kann man rechtzeitig mit ihm nach Draußen gehen.

Und was macht man in der Nacht?

In der Nacht habe ich eine Hundebox neben meinem Bett, die so klein ist, dass der Welpe sich keine Ecke als Toilette einrichten kann. Hat man die Hundebox bereits für die Endgröße des Hundes gekauft, kann man sie z.B. mit einem stabilen Karton verkleinern. Wird der Welpe wach, macht er sich akustisch bemerkbar und man kann zu seiner Geschäftsstelle gehen. Hat er sich gelöst, trägt man ihn wieder in seine Box, schließt diese, legt sich ins Bett und alle schlafen weiter. Und wenn man Glück hat – so wie ich – schläft der Welpe ab der dritten Nacht durch.

Und wenn wirklich mal ein Malheur passiert?

Dann nimmt man einen Putzlappen zur Hand und beseitigt es. Danach behandelt man die Stelle noch mit Geruchsneutralisator, damit der Welpe diese Stelle nicht als seine persönliche neue Geschäftsstelle einrichtet. Und dann nimmt man eine Zeitung, rollt sie zusammen, haut sie sich feste dreimal auf den Kopf und sagt laut dabei: „Nächstes Mal passe ich besser auf!“

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