geschrieben von Inge Büttner-Vogt

Täglich bestimmen andere über unseren Tag, die meisten von uns haben Vorgesetzte. Sie geben die Regeln vor, nach denen wir lernen oder arbeiten sollen. Wenn ein Chef seinen Betrieb nicht kompetent führt, kündigen die Angestellten und er geht pleite. Betrachten wir einen Hund, der nicht unter unserem Schutz steht: Seine Hinterbeine sind weit nach hinten gestreckt, die Ohren gespitzt, der Blick in die Ferne gerichtet und die Leine ist angespannt:

„Nichts wie weg. Hier erhalte ich keine Regeln und Rituale, aber davon bin ich abhängig!“. Der Hund geht nur locker „Bei Fuß“, wenn er sich bei uns beschützt fühlt. Am Hals gibt es zwei Punkte, die bei einem strammen Halsband ständig Adrenalin in den Körper abgegeben. Dadurch steht der Hund unter Dauerstress. Deshalb ist „Bei Fuß“ gehen elementar.

Die richtige Körpersprache beim Training

Ein Hund, der vor unseren Füßen läuft, trifft eigene Entscheidungen wie Kreuzen, Zerren, Bellen, weil er uns nicht zutraut, dass wir mit „Ereignissen“ (andere Hunde, Kinderwagen etc.) klarkommen. An der Auszieh-Leine kann er eigene Entscheidungen weit vor uns treffen – dies wird nicht zum „Bei Fuß gehen“ führen. Bei keiner anderen Übung wird körpersprachlich so viel falsch gemacht, wie hier. Eigentlich müsste man es in einer Einzelstunde lernen, die bei mir so aussieht:

Ich nehme eine kurze Leine, die sich später verlängern lässt, und lasse zuerst den Hund neben mir sitzen. Der Besitzer sieht, wie sich sein Hund beruhigt. Ich atme aus und gehe mit ihm los – er bleibt hinter meinen Füßen. Mein Arm bleibt an der Hosennaht, annehmen und locker lassen. (Reiter kennen das von den ersten Minuten auf dem Pferd). Kurz: Positive Ausstrahlung und Sicherheit spiegeln. Ich atme bewusst ruhig, um den Druck herauszunehmen. Aber ich bleibe stur und führe – basta, nur keinen Leinenruck. Nun kommt der Besitzer dran. Immer wieder korrigiere ich die Körpersprache. Es ist ein schwieriger Anfang, weil die beiden häufig eine lange Zerr-Geschichte haben. Wenn der Arm nach vorne geht, hat man verloren. Nach einer halben Stunde sieht es schon viel besser aus. Der Hund bleibt hinter den Füßen und fühlt sich dort beschützt. Wenn er – am Anfang auch nur kurz – zurück bleibt, wird er gelobt.

Meine Tipps für Sie

Bleiben Sie nicht stehen, lassen Sie kein Schnüffeln zu, sondern gehen Sie Ihren Weg. Gehen Sie an einer Mauer oder Hauswand entlang und bestehen Sie auf Ihre Führung, indem Sie ihn zurückdrängen. Sobald er Ihre Führung anerkennt, bekommt er mehr Raum. Bevor Sie ihn ziehen, gehen Sie lieber ein Stück rückwärts – wichtig: mit dem Gesicht zum Hund! Rufen und locken Sie ihn, werden Sie spannend! Wenn wir für Hunde spannend geworden sind, haben sie keinen Grund mehr zu ziehen. Rufen Sie den Hund aber nur beim Rückwärtsgehen.

Gehen Sie vorerst viel allein, werden Sie mit Ihrem Hund ein Team. Dann können Sie andere Teams hinzunehmen und prüfen, ob er auch unter Ablenkung unter Ihrem Schutz bleibt. Auf dem Spaziergang wird das Fuß gehen immer fünf minutenweise wiederholt und von Spiel und Spaß unterbrochen. Dieses Training wird bei mir durch das Schutzprogramm und die richtigen Begegnungen mit anderen Lebewesen fortgesetzt. Viele Vorschläge und genaue Anleitungen dazu finden Sie in meinen Büchern über meine Homepage www.hundimedia.de.

Foto: © DoraZett/fotolia.com

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