Experimentieren unerwünscht

Als verantwortungsvoller Katzenhalter möchten Sie nur das Beste für Ihren kleinen Schützling. Doch das Richtige zu tun ist oftmals nicht ganz einfach. Hat die Katze zum Beispiel verkrustete Augen, möchten Katzenhalter schnell helfen. Das Risiko, die Situation dadurch jedoch zu verschlimmern, ist sehr hoch. Es kursieren viele Gerüchte über potenziell hilfreiche Hausmittel, die dem geliebten Stubentiger rasch Linderung verschaffen sollen. Mit dem Sehorgan der Katze sollte jedoch nicht herumexperimentiert werden.

Was bedeuten verkrustete Augen bei der Katze?

Ein- oder beidseitig verklebte Augen entstehen im Normalfall durch eine verstärkte Absonderung der Tränenflüssigkeit. Wenn sich die Konsistenz der Flüssigkeit aufgrund einer Erkrankung oder Infektion verändert, haben Katzen besonders stark mit diesem Problem zu kämpfen. Damit einher geht oftmals eine Anschwellung der Bindehaut. Starke Rötungen im Auge gehören ebenfalls zu den typischen Symptomen. Kneift das Tier das betroffene Auge auffällig häufig zusammen, deutet dies auf Schmerzen im Sehorgan hin. Tritt der Ausfluss nur einseitig auf, sollten Sie überprüfen, ob sich ein Fremdkörper im Auge befindet.

Der Gang zum Tierarzt ist unerlässlich

Egal ob es sich um einen Fremdkörper oder eine Krankheit bzw. Infektion handelt, sollten Sie bei stark verkrusteten Augen einen Tierarzt aufsuchen. Gleiches gilt, wenn die Katze wiederholt mit dem Problem zu kämpfen hat. Ohne professionelle Behandlung besteht die Gefahr einer dauerhaften Schädigung der Hornhaut. Besondere Vorsicht ist bei Infektionen geboten. Diese können sich weiter ausbreiten und das Sehorgan auf Dauer beeinträchtigen.

Erste Linderung

Auch wenn Sie bei stark verkrusteten Augen einen Tierarzt aufsuchen aufsuchen sollten, gibt es die Möglichkeit, erste Hilfe zu leisten. Sie können z.B. versuchen, das verkrustete Auge vorsichtig zu säubern. Benutzen Sie dazu einen weichen Schwamm und etwas lauwarmes Wasser.

Warum Sie Hausmittel vermeiden sollten

Das Auge der Katze ist äußerst empfindlich. Im Interesse Ihres Schützlings sollten Sie daher eigentätige und unprofessionelle Heilungsversuche unterlassen. Im Internet kursieren verschiedene Gerüchte über angeblich hilfreiche Hausmittel. Besonders häufig findet sich der Hinweis, das verkrustete Auge mittels schwach aufgebrühtem Kamillentee zu säubern. Zu beachten ist dabei allerdings, dass die darin enthaltenen Schwebeteilchen eine zusätzliche Reizung der Bindehaut zur Folge haben können. Auch ein gründliches Aussieben des aufgebrühten Tees ist nicht ausreichend. Ebenso sollte davon abgesehen werden eigenmächtig Augentropfen oder –salben zu verabreichen. Je nach Wirkstoff kann die Situation dadurch verschlimmert werden.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

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