Die Einen lieben diese Zeichen der Zuneigung von ihren Vierbeinern, die Anderen halten sie für unhygienisch: Hundeküsse – also das Ablecken des Vierbeiners unserer Hände, Gesichter oder anderer Körperstellen wie Arme – sind ein umstrittenes Thema. Immer wieder wird die angeblich antibakterielle Wirkung des Hundespeichels der möglichen Übertragung von Bakterien und Parasiten gegenübergestellt. Wir haben für Sie herausgefunden, ob Hundeküsse gefährlich sind und inwiefern Sie vielleicht künftig darauf verzichten sollten.


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Kann Hundespeichel Wunden heilen?

Wenn es darum geht, ob Hundeküsse gefährlich sind, kommt häufig das Argument der antibakteriellen Wirkung des Hundespeichels auf. Demnach soll die Hundezunge die Wundheilung bei Vier- und Zweibeinern anregen – es heißt schließlich nicht umsonst „sich die Wunden lecken“ – richtig? „Ja“, sagen verschiedene Studien, und zwar aus unterschiedlichen Gründen. Bereits zum Beginn des 20. Jahrhunderts haben Forscher der Universität Kalifornien herausgefunden, dass Bakterien in der Wunde durch den Speichel verdünnt werden und so die Wahrscheinlichkeit einer Infektion verringert wird. Außerdem soll das Enzym Lysozym bestimmte Bakterien wie Staphylokokken und Streptokokken angreifen. Diese antibakterielle Wirkung des Hundespeichels mag zwar nachgewiesen sein, ist allerdings leider recht schwach. So hat es schon einen Grund, weshalb Vierbeinern, die gerne ihre Wunden abschlecken, Halskrausen aufgezogen werden. Und auch Sie sollten Ihren Liebling nicht an Ihre Verletzungen lassen, um die Gefahr neuer Infektionen durch im Hundespeichel enthaltene Erreger zu vermeiden.

Hundeküsse: Gefährlich sind die Bakterien

Überlegen Sie einmal, wo Ihr Vierbeiner den Tag über seine Nase überall hinstreckt. Allein durch die Nahrungsaufnahme, aber auch durch die eigene Körperpflege, das Abschlecken von Artgenossen, Riechen an anderen Kothaufen und Krankheiten gelangen immer neue Bakterien auf die Hundezunge. Die meisten davon sind zwar unschädlich, doch einige sorgen dafür, dass Hundeküsse gefährlich werden können. Beispielsweise können auch beim Menschen E.coli-Bakterien, Clostridien, Campylobacter und Salmonellen zu schweren Magen-Darm-Beschwerden oder Harnwegsinfektionen führen. Und auch Wurmeier, wie beispielsweise die von Spulwürmern, können über den Speichel übertragen werden und im Körper des Menschen Organe und Nervenbahnen schädigen.

Ein bestimmtes Bakterium, das im Hundespeichel vorkommen kann, sorgt gelegentlich für Aufruhr. „Capnocytophaga canimorsus“ ist auch als „Hundebiss“ bekannt und führt im schlimmsten Fall zu einer schweren und schnell voranschreitenden Blutvergiftung oder einer Hirnhautentzündung. So gab es 2018 einen tragischen Fall, als ein Mann nach dem Kuscheln mit seinem Hund an einer durch das Bakterium ausgelösten Blutvergiftung starb. Daneben gibt es seltene Berichte von weiteren schweren Blutvergiftungen, die auf Hundeküsse zurückzuführen sind. Dabei ist allerdings zu betonen, dass es sich um Ausnahmen handelt und eine Ansteckung sehr unwahrscheinlich ist.

Eine gute Hygiene verhindert Infektionen

Um sich nicht einem unnötigen Risiko auszusetzen, sollten Sie selbstverständlich keine offenen Wunden von Ihrem Hund ablecken lassen. Auch steigt die Gefahr einer Infektion, wenn der Hundespeichel auf die Schleimhäute – also in Mund, Nase oder Augen – gelangt. Daher sollten Sie Ihren Hund möglichst nicht durch Ihr Gesicht lecken lassen. Gefährdet sind außerdem eher ältere und abwehrgeschwächte Menschen. Insgesamt lässt sich aber sagen: Wer auf die Handküsse seines Lieblings nicht verzichten will, muss das auch nicht. Achten Sie aber immer auf eine gute Hygiene (regelmäßiges Händewaschen, etc.) und kontrollieren Sie die Gesundheit Ihres Hundes (bspw. auf einen Wurmbefall) bei regelmäßigen Tierarztbesuchen. So werden Ihnen Hundeküsse wahrscheinlich nicht gefährlich.

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