Glenn Greenwald ist US-Amerikanischer Anwalt und Enthüllungsjournalist. Besonders bekannt ist er für seine Rolle in der Veröffentlichung der im Jahr 2013 von Edward Snowden aufgedeckten Dokumente zum NSA-Überwachungsprogramm. Heute verbessert er die Welt auf eine andere Weise: In der Nähe der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro bietet er Hunden und Menschen in Not Zuflucht.

Vom Urteilenden zum Helfer

Als Greenwald nach Rio de Janeiro kam, fiel ihm die weit verbreitete Armut auf. Besonders seitdem die wirtschaftliche Krise vor ungefähr fünf Jahren zurückgekehrt ist, sei die Zahl der Obdachlosen merklich gestiegen. Er selbst war zunächst von Vorurteilen geprägt: Er dachte, die Hunde an der Seite der Obdachlosen dienten lediglich dem Zweck, mehr Mitleid zu erregen und so mehr Spenden zu erhalten. Doch dann verstand er, welchen hohen Wert die Gesellschaft der empathischen Vierbeiner für die Menschen hatte, die sonst von der Gesellschaft ausgeschlossen wurden. Mit dieser Erkenntnis fiel ihm ebenfalls die enge Bindung auf, die zwischen den Obdachlosen und ihren Tieren bestand und diese wollte er mit seinem neuen Projekt nutzen.

Schwierige Umstände

2017 gab es den Startschuss für das Projekt „Hope“. Auf einem Gelände in der Nähe der brasilianischen Metropole finden sowohl Menschen als auch Tiere Asyl. Dabei soll auf die enge Bindung Obdachloser zu ihren vierbeinigen Begleitern zurückgegriffen werden. Indem die Menschen sich in einem sicheren Umfeld um die Hunde kümmern können, sollen sie wieder zurück in ein geregeltes Leben finden. Auch Greenwalds Ehemann unterstützt das Projekt. Der Abgeordnete im brasilianischen Parlament setzt sich für gesetzliche Verbesserungen der Lebensumstände für Mensch und Tier ein, denn die Situation in Brasilien zeigt sich dramatisch. Eine genaue Zahl herrenloser Hunde gibt es nicht, geschätzt werden aber mehrere Millionen. Und auch die Zahl der Obdachlosen wächst. Bei der letzten Zählung, die bereits sechs Jahre zurückliegt, waren es mehr als 5.000. Der Abstieg in die extreme Armut passiert schnell in dem Land, das kaum soziale Sicherheit oder Unterstützung bietet. In Brasilien ist es unüblich, für Tiere zu spenden, staatliche Unterstützung für das Projekt gibt es nicht. Stattdessen werden die Gelder über eine Crowdfunding-Kampagne gesammelt, die seit 2017 über 110.000 Dollar eingebracht hat. Weitere Informationen und Nachrichten finden Sie auf der Website von Hope.

Foto: © jiduha/Adobe Stock

(2)