Ein Gastartikel von Regine Heuser

Auch der Winter ist eine sehr schöne Jahreszeit zum Fotografieren. Es spielt keine Rolle, ob die Sonne scheint oder nicht. Gerade das ist die Herausforderung: auch bei schlechteren Lichtverhältnissen mal die Kamera in die Hand nehmen, denn auch diese Lichtstimmungen können sehr schön sein. Die kühlen Farben eines bewölkten Wintermorgens ergeben eine gelungene Winterimpression.

So fotografieren Sie bei starkem Kontrast

Haben Sie schon versucht, Ihren Hund im Schnee zu fotografieren und waren mit den Ergebnissen nicht zufrieden? Besonders bei dunklen Hunden haben wir sehr starke Kontrastunterschiede. Schwarze Hunde im Schnee zu fotografieren ist daher keine leichte Aufgabe. Mit den Automatikprogrammen der Kameras gelingt das meistens nicht. Hier empfiehlt es sich, die manuelle Belichtung auszuprobieren. Trauen Sie sich, Blende/Verschlusszeit sowie ISO-Wert selber einzustellen. Das Foto der beiden schwarzen Labrador Retriever habe ich beispielsweise mit folgenden Einstellungen fotografiert: Blende 3,5 – Verschlusszeit 1/320 Sekunde – ISO 320 – 200mm.

Fotografiert man im Winter bei Sonnenschein, sollte man darauf achten, dass die Bilder nicht zu hell belichtet werden. Der Schnee reflektiert das Sonnenlicht, so dass eine Überbelichtung sehr schnell passieren kann. Doch im Winter ist nicht nur das Fotografieren im Schnee spannend. Auch ohne Schnee ist das Sonnenlicht im Winter wunderschön und sehr moderat. Sie sind nicht - wie im Sommer - an bestimmte Zeiten gebunden.

Profi-Tipp: Bildstabilisatoren eignen sich nicht, um Bewegungen „einzufrieren“! Schalten Sie den Bildstabilisator an Ihrem Objektiv bzw. in Ihrer Kamera am besten aus. Oft wird der Bildstabilisator empfohlen – doch das ist für die Art von Bewegungsbildern, wie wir sie mit Hunden realisieren wollen, falsch! Bildstabilisatoren eignen sich auch nicht, wenn die Kamera auf einem Stativ steht!

So werden Ihre Bilder richtig scharf

Überlässt man der Kamera das Fokussieren, kann es bei Motiven, die sich nicht bewegen, zu einer Verlagerung der Schärfe kommen.  Die Kamera weiß nicht, wo sie Ihren Schärfepunkt setzen möchten, sie orientiert sich an Kontrasten und an Motiven, die dem Objektiv am nächsten sind. Die Kamera stellt bei halbem Durchdrücken des Auslösers zunächst auf das aktive oder die aktiven Fokusfelder scharf. Sind mehrere Fokusfelder aktiviert, so versucht die Kamera durch die Farb- und Kontrastverteilung im Bild zu erraten, wo sich das Hauptmotiv befindet.

Vielleicht kennen Sie das Problem: Wenn Sie mit Automatikprogrammen arbeiten, sehen Sie im Sucher oft mehrere Fokuspunkte, die gleichzeitig oder nacheinander aufblinken. Wenn Sie mit dieser Einstellung fotografieren, haben Sie nicht die Kontrolle über den richtigen Schärfepunkt im Bild! Es kann zufällig passen, aber meist passt es nicht. Fokussieren Sie also immer mit nur einem Fokuspunkt den Bildbereich, der scharf abgebildet werden soll.

Extra-Tipp: Wenn Sie bei einem Smartphone auf den Bildschirm tippen, können Sie so auch den Bereich festlegen, der scharf sein soll.

Nun wünsche ich Ihnen: Immer gutes Licht!

Foto: © alle Fotos in diesem Artikel von Regine Heuser

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