Ein Gastartikel von Ellen Friedrich, Mitglied im BVZ-Hundetrainer e. V.

Sich zwischen Hasen, Rehen & Co. bewegen und der Hund stürzt nicht sofort davon – mit oder ohne Leine? Traumhaft! Nahezu alle Hundehalter sind glücklich, wenn die Jagdleidenschaft des eigenen Vierbeiners überschaubar bleibt und sich leicht in ein entspanntes Alltagsleben einordnen lässt.

Spaziergang und Übung kombinieren

Hundetrainer, fachkompetent in der Erziehung von Haushunden, können dabei helfen, den Spaziergang mit einem jagenden Hund entspannter zu gestalten – eventuell kleinere oder sogar größere Strecken ohne Leine. Sicher nicht immer und überall, doch zeitweise und mit durchdachtem Konzept ist Einiges möglich. Einen Hund artgerecht zu halten heißt für viele, den Hund auf dem Spaziergang in ausgiebigem Rahmen zu beschäftigen. Der Halter bemüht sich die Aufmerksamkeit seines Tiers zu bekommen, zu behalten und bei Verlust wieder zurückzugewinnen. Hierzu eignen sich Such- und Versteckspiele, Dummy-/Apportierarbeit, ein engmaschiges Netz an Übungen zur „Unterordnung“ oder das Mitführen von Gegenständen, die den Hund die Umwelt ausblenden lassen. Für alle, die sich auf ruhige Spaziergänge mit ihrem Hund in Einklang mit der Natur gefreut haben, ist dieses Szenario eher unattraktiv. Übungszeiten sollten durchaus in die täglichen Touren eingebaut werden, dennoch nicht den Hauptteil der gemeinsamen Zeit draußen einnehmen.

Alternative: Jagdverbot

Das Hochgefühl, das Hunde beim Jagen ereilt, macht glückliche Gesichter. Selten sind es die der Menschen, aber in den Hundeaugen spiegelt sich das wahre Glück. Jagen, eine selbstbelohnende Handlung, braucht keinen Keks, keine Freude anderer oder eine zusätzliche Motivation. Ich jage, also bin ich rundum zufrieden! Was also tun, wenn man nicht zu den Hundebesitzern gehört, die sich auf Beschäftigungsspaziergänge mit ihrem Hund freuen? Dann doch besser das Jagen verbieten! Das klingt einfacher als es tatsächlich ist. Allerdings braucht es dafür auch keine Therapeuten, Tierärzte oder Psychologen. Ein fundiert ausgebildeter Hundetrainer bringt die nötige berufliche Expertise mit, um herauszuarbeiten, was am ehesten zu Mensch und Hund passt und den größtmöglichen Erfolg bei angemessenem Einsatz verspricht. Umfassende Kenntnisse um Hunderassen, Hundeverhalten, Lerntheorie und praktisches Wissen bilden den Grundstock einer fundierten Arbeit mit Haltern und Hunden. Ein schlechtes Gewissen seitens der Halter ist hier fehl am Platz. In einer Zeit und Welt, in der sich jagende Hunde nur noch sehr wenig ausleben können beziehungsweise dürfen, bleibt zum Ausleben ihrer Bedürfnisse kein großer Spielraum. Sobald die Grenzen anderer missachtet werden, müssen sich die Hunde zurücknehmen lernen!

Am Ende steht ein guter Plan, mit dem sich Halter und Hund auf den neuen Weg machen. Durchhaltevermögen, Ernsthaftigkeit, Empathie wie auch Respekt geben den zukünftigen Spaziergängen einen neuen Rahmen. Genug Raum für grundlegende Bedürfnisse von Mensch und Hund.


Bei weiteren Fragen zum Thema Jagen oder anderen Erziehungsthemen stehen Ihnen zahlreiche Experten in unserer kostenlosen AGILA Hundetrainer-Sprechstunde zur Seite.

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