Musik wird schon sehr lange in der Therapie mit Menschen eingesetzt. Aber auch Hunde zeigen starke Reaktionen auf Musik. Wir haben mit Hundetrainerin Barbara Nehring über den Einsatz von Musik in der Hundeerziehung gesprochen.

Die Wirkung von Musik auf Hunde

Forscher der University of Queensland in Belmark haben bereits vor ein paar Jahren herausgefunden, wie sich verschiedene Musikrichtungen auf unsere vierbeinigen Freunde auswirken. Das Ergebnis ist keine wirkliche Überraschung. Heavy Metal lässt auch gestandene Fellnasen nicht kalt. Die tierischen Probanden wurden unruhig, aufgekratzt und bellten häufiger. Eine noch größere Wirkung konnten Bach, Mozart & Co. erzielen: Bei sanfter, klassischer Musik wirkten die Hunde sehr ruhig, ausgeglichen und dösten vor sich hin. Klar, dass dieses Ergebnis auch genutzt wird!

Musikalisches Hundetraining

Einige Hundetrainer setzen Musik zur Unterstützung beim Training von ängstlichen Hunden ein, z.B. wenn sie lernen sollen, stressfrei alleine zu Hause zu bleiben.  Barbara Nehring aus Berlin hat sich intensiv mit Stress bei angstmotivierten Hunden beschäftigt und dabei den Einsatz von spezieller Hundeberuhigungsmusik für sich entdeckt. Sie erklärt: „Der Rhythmus ist so ruhig, dass das Einfluss auf den Puls hat, der auch ruhiger wird.“ Das kann dann beispielsweiße so klingen.

Die Musik wird zunächst positiv verknüpft, in dem sie nur in ruhigen und harmonischen Situationen zu Hause eingesetzt wird. Unterstützend setzt Barbara Nehring auch Massagetechniken und Gerüche ein. Außerdem spielt die richtige Ernährung bei der Therapie eine wichtige Rolle.

Töne zum Heulen

Ebenfalls nicht neu, aber absolut faszinierend, ist die Wirkung von Sirenen und bestimmten Musikinstrumenten auf Hunde. Unsere Wohnzimmerwölfe nehmen Töne und Schwingungen wahr, die uns Menschen verborgen bleiben. Bis heute ist deshalb nicht ganz eindeutig geklärt, warum die Vierbeiner mit herzzerreißendem  Heulen und Jaulen auf bestimmte akustische Reize reagieren. Die bisherige Annahme, dass die Geräusche im Ohr wehtun, ist aber so gut wie ausgeschlossen. In diversen Videos kann man nämlich beobachten, dass die Fellnasen keineswegs die Flucht ergreifen, sondern sich zum Ton hin bewegen. Wer selbst einen musikalischen tierischen Gefährten zu Hause hat und wissen möchte, was es mit dem „Gesang“ auf sich hat, kann sich im Wolf Science Center auf die Spuren der wilden Vorgänger begeben.

Foto: © Lili/fotolia.com

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