Vier Hundeleben und der Sinn des Lebens

Um zu erkennen, worin sein ganz persönlicher Lebenssinn liegt, durchlebt Bailey, der tierische Erzähler des Romans, vier verschiedene Hundeleben. Im ersten Leben ist er ein Welpe, der auf der Straße geboren und von einer Tierschützerin auf ihrem Hof aufgenommen wird. Doch eingesperrt mit vielen anderen Hunden kommt es zu einer Auseinandersetzung. Eingezogen von der städtischen Tötungsstation wird das Leben des noch jungen Hundes aufgrund seiner Verletzung beendet.  Ich selbst habe einen Vierbeiner, der genau diesem Schicksal nur knapp entflohen ist. Deshalb habe ich an dieser Stelle das erste Mal mit den Tränen kämpfen müssen.

Als hübscher Golden Retriever wird Bailey wiedergeboren und gelangt über einen kleinen Umweg zu seiner Familie, die ihn über alles liebt. Hier begleitet er Ethan, den Jungen der Familie, durch seine Kindheit, und Jugend und rettet ihm sogar das Leben. Für Bailey steht fest, dass dies der Sinn seines Lebens war. Doch seine Aufgabe scheint noch nicht beendet, denn er wird wiedergeboren.

Als Schäferhündin Elli wird „er“ nun zum Such- und Rettungshund ausgebildet. Könnte das der Sinn des Lebens sein? Scheinbar nicht, denn irritiert und frustriert stellt Bailey fest, dass er erneut als Welpe das Licht der Welt erblickt. Noch dazu gelangt er in schlechte Hände und muss ein tristes Leben als Kettenhund führen. Doch das Schicksal scheint einzugreifen, denn eines Tages wird Bailey ausgesetzt und trifft sein altes Herrchen Ethan wieder. Was dann passiert und welchen Sinn Bailey letztendlich in seinem Leben erkennt, lesen Sie am besten selbst.

Irgendwie fantastisch

Der Schreibstil des Romans ist nicht unbedingt etwas für anspruchsvolle Leser. Besonders raffiniert und lustig schildert der Autor aber die unterschiedlichsten Gefühle und Situationen der Menschen aus Hundesicht. Voller Humor stellt er verschiedene Hundetypen vor und macht deutlich, wie schwer es Hunde doch mit uns Menschen (und Katzen) haben und was sie für wahre Anpassungsgenies sind. Dabei hat Cameron sich viel Mühe gemacht, die Sicht der Hunde sowie Körpersprache und Verhalten der Fellnasen nachzuvollziehen. Ein paar Klischees sind natürlich auch zu finden.

Ich gehöre zu dir (Roman) von W.Bruce Cameron
(übersetzt aus dem Amerikanischen von Edith Beleites)
Wilhelm Heyne Verlag, München, 2011

Verwendetes Bildmaterial

Foto: © Jenny Strum/fotolia.com

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