Geschrieben von Hundetrainerin Dolly Niass

Üblicherweise machen sich menschliche Besucher auf irgendeine Weise im Voraus bemerkbar. Entweder sie klingeln oder klopfen an der Tür oder sie kommen aus einiger Entfernung auf Sie zu. Für Vierbeiner werden diese Ankündigungen und auch damit verbundenen Begrüßungsrituale nicht selten zum Signal fürs Anspringen.

Übung mit Leine

Als Management und Sofortmaßnahme empfehle ich Ihnen, dass Sie ihren Hund, der während des Trainings entweder draußen an einer Führleine oder drinnen durch eine Hausleine gesichert sein sollte, mit einem Kommando wie STEH, SITZ oder PLATZ direkt an Ihre Seite in die Warteposition zu nehmen. Dabei hängt die Leine am Geschirr oder Halsband locker bis auf den Boden herab. Genau da, wo die Leine den Boden berührt und einen Bogen wieder hinauf zu Ihrer Hand beschreibt, stellen Sie den Fuß drauf. In dem Moment, in dem Sie den Fuß mit festem Stand auf die Leine stellen, geben Sie Ihrem Hund das ihm bekannte WARTE oder BLEIB Kommando. Dies sollte vorausschauend geschehen. Der Begrüßungspartner sollte so weit entfernt sein, dass er sich auf jeden Fall noch außerhalb des Leinenradius befindet. Erst, wenn sich Ihr Hund in der endgültigen Warteposition befindet dürfen Sie die Tür öffnen oder Ihr Gegenüber begrüßen.

Weniger ist mehr

Achten Sie bei den ersten Begrüßungen auf den größtmöglichen, körperlichen Abstand zu Ihrem Gegenüber. Das entspannt die Situation für Ihren Hund schon um einiges. Bitten Sie Ihren Begrüßungspartner deutlich den Hund nicht anzuschauen oder anzusprechen, da Sie sich beide in einer Trainingsphase befinden. Das „Warum“ können Sie später erklären, falls notwendig. Zu Beginn wird Ihr Hund auf jeden Fall versuchen wieder hochzuspringen, da dies oft eine langeingespielte Sache ist. Aufgrund der gesicherten Leine ist ein Anspringen jedoch nicht möglich – was Ihr Hund sehr schnell merken wird

Langsame Begrüßung

Erst wenn Ihr Hund sich beruhigt hat, indem er sich wieder hinsetzt oder hinlegt oder zumindest alle vier Füße ruhig auf dem Boden stehen hat, darf der Besucher den Hund ruhig und gelassen begrüßen. Der Körper sollte dabei stets seitlich dem Hund zugewandt sein und sich nicht direkt über den Hund gebeugt werden. Steigt der Hund in dem Moment wieder hoch, hört die Begrüßung sofort auf. Da der Hund jedoch keine Möglichkeit hat am Besucher hochzuspringen, wird er schnell merken, dass es sich mehr lohnt sich ruhig zu verhalten, um die Aufmerksamkeit des Besuches zu erhalten.

In der Ruhe liegt die Kraft

Belohnen Sie Ihren Hund für ruhiges Verhalten gerne mit einigen Keksen auf dem Boden (vorausgesetzt er darf Futter vom Boden aufnehmen) oder Sie geben ihm ein paar kleine Futterstückchen aus der Hand. Ihrem Hund wird das neue Spiel gefallen. Sie werden sehen. Er wird sehr schnell merken, dass sich ruhiges Verhalten in jedem Fall mehr lohnt als ein aufgeregtes. Denn dafür gibt es nämlich ab sofort weder Aufmerksamkeit noch Kekse.

Bleiben Sie konsequent. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung Ihrer Trainingsziele.


Weitere Informationen zu Hundetrainerin Dolly Niass finden Sie unter www.dollydogs.de 

Foto: © DoraZett/Adobe Stock

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